Meine Schrauben

Mein Schraubenregal

Mein Schraubenregal

Fabian hat in einem Kommentar nach einer guten Standdardbestückung an Schrauben gefragt. Wie er vermutet hat, ist das stark davon abhängig was man so macht. Daher kann ich an dieser Stelle nur über meine eigne Bestückung berichten und wie sich deren Zusammensetzung und die Art der Lagerung über die letzten Jahre entwickelt hat.

Wie bei vielen anderen Holzwerkern auch, bestand meine Schraubensammlung am Anfang aus einem wild zusammengewürfelten Sammelsurium von Schrauben unterschiedlicher Größen, unterschiedlicher Antriebe und Farben. Fast bei jedem Wechsel der Größe musste auch das Bit im Schrauber gewechselt werden. Das ist lästig und zeitraubend. Und da die Schachteln übereinander, hintereinander und verteilt durch die Ganze Werkstatt in verschiedenen Regalen standen, verlor ich auch irgendwann den Überblick darüber, welche Schrauben ich hatte. Die Folge war, dass ich Schrauben kaufte, die ich eigentlich noch an Lager hatte. Vielen von Ihnen wird das auch schon passiert sein.

Kurz nach dem Umzug in die neue Werkstatt ging ich das Problem an.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme fasste ich den Entschluss meine Schrauben nur noch von einem Hersteller bzw. Lieferanten zu beziehen. Meine Wahl ist auf die Schrauben von Würth gefallen. Eine Filiale befindet sich nur wenige Straßen von meiner Werkstatt entfernt. Dort bekomme ich alle gängigen Schrauben zu vernünftigen Preisen.  Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Schrauben von vom Durchmesser 3,5 -bis 6,0 alle mit dem gleichen Bit eingedreht werden können. Man muss also selten den Schrauberbit wechseln. Dort können Sie allerdings nur als Gewerbekunde einkaufen. Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben auf diese Weise an gute Schrauben zu kommen, suchen Sie sich einen Lieferanten, der Markenschrauben führt und bei dem Sie schnell beliefert werden, oder der ein Ladengeschäft in Ihrer Nähe hat. So können sie Ihre Bestände klein halten, da der Nachschub schnell bereit steht.

Marke oder Plastikeimer, Packung oder einzeln

In Baumärkten kann man natürlich auch Schrauben kaufen. Oft sogar sehr billig, im Plastikeimer. Das Problem bei diesen Schrauben ist die Qualität. Meist sind diese Schrauben sehr weich. Das ist an sich noch nicht das Problem. Der eigentliche Grund, warum ich solche Schrauben nicht kaufe ist der, dass die Köpfe meist nicht gut gearbeitet sind. Die Bits passen nicht richtig. Im Zusammenhang mit dem weichen Material hat man schnell einen Schraubenkopf ruiniert. Die Schraube steckt halb im Holz und kann weder ein- noch ausgedreht werden. Das ist mehr als Ärgerlich. Achten Sie also darauf Schrauben eines markenherstellers zu kaufen. Diese geben sich untereinander nicht viel, so dass es egal ist, welche Marke Sie kaufen.

Natürlich bekommen Sie im Baumarkt auch Markenschrauben. Allerdings teilweise zu sehr hohen Preisen. Vergleichen sie daher immer die Preise. Was kosten 100 Schrauben im Baumarkt und was kosten 1.000 Schrauben im Fachhandel? Hier gewinnt in der Regel der Fach- bzw. der Onlinehandel.

Die aktuelle Bestückung

Auf den beiden Bildern sieht man die Bestückung meines Schraubenregals. Auf der rechten Seite sind die Holzschrauben, die ich für den Möbelbau benötige.  Spanplattenschrauben mit Senkkopf. Angefangen bei 3,5 x 17 bis hin zu 5×100. Größere Schrauben benötige ich nur sehr selten und kaufe diese dann nach Bedarf im Baustoffhandel um die Ecke. Die Schrauben sind alle Gelb eloxiert, da dies meiner Meinung nach die unauffälligere Farbe für Möbel ist. Silberfarbene Schrauben fallen mehr auf. Die Ausnahme bilden die Schrauben 3,5x 17. Diese werden in der Regel für die Montage von Beschlägen verwendet, da passt die silberne Farbe besser.

Auf der linken Seite stehen Holzschrauben mit anderen Kopfformen, oder anderen Gewinden. Zum Beispiel spezielle Rückwandschrauben, Euroschrauben, Sechskant- Holzschrauben etc.

Es gibt einige Schraubengrößen, die ich in größerer Stückzahl verarbeite, z.B. 3,5 x 35 oder 4 x 60. Davon habe ich eine angebrochene Packung und eine volle. Die volle steht hinter der angebrochenen Packung im Regal. Ist die angebrochene Packung irgendwann leer, habe ich noch eine volle Packung da. In diese Moment kaufe ich dann eine Packung nach. So gehen mir diese Schraubengrößen nicht aus.

Der ganze Kleinkram

Natürlich benötigt man mit der Zeit noch weitere Schrauben, wie zum Beispiel metrische Gewindeschrauben, Flügelmuttern, Unterlegscheiben etc.

Mir wurde es irgendwann zu unübersichtlich die vielen kleinen Pakete irgendwie unter zu bringen. Sie standen zum Teil in einer Reihe hintereinander, oder verteilt in der Werkstatt. Die Folge waren wieder Doppelkäufe. Eine für mich sehr praktikable Lösung ist die Aufbewahrung in Sortimentskästen. Im Schraubenregal stehen zwei Stück, einer für Holzschrauben und einer für metrische Schrauben.

Aber auch hier ist es schwer den Überblick zu behalten. Erst wollte ich die Deckel der Kästen beschriften. Die Frage ist nur, wie man das am besten macht. Beschriftet man sie außen, kann man zwar erkennen was sich im Kasten befindet. Klappt man dann den Deckel hoch, ist die Beschriftung wieder schlecht zuzuordnen. Beschriftet man den Deckel von innen, kann man von außen nicht erkennen was im Kasten ist.

Schrauben in Sortimentskästen

Schrauben in Sortimentskästen

Die Lösung hierfür ist recht simpel. Ich lege beim Umfüllen der Pappschachtel in die Sortimentskästen das Etikett der Pappschachtel oben auf das Fach im Sortimentskasten. So kann ich von außen und von innen sehen was sich wo befindet. Der schöne Nebeneffekt ist, dass ich jederzeit sehen kann, von welchem Hersteller / Lieferanten welcher Artikel gekauft wurde, inkl. genauer Bezeichnung und Artikelnummer.

Zum Schluss gehe ich noch auf das Phänomen ein, dass sich mit der Zeit immer mehr Schrauben und Reste ansammeln. Dieses Problem habe ich für mich recht einfach gelöst: Es gibt definierte Lagerplätze für alle möglichen Materialien. Diese Lagerplätze haben eine bestimmte Größe, die mir ausreichend erscheint.  So zum Beispiel das Regal für die Schrauben.  Passt nun eine Packung nicht mehr ins Regel, schaue ich meine Bestände durch und entsorge etwas, von dem ich weiß, dass ich es nicht mehr brauche. Wegwerfen heißt also das Zauberwort. Und in der Regel finde ich auch etwas, das ich bedenkenlos wegwerfen kann.

Vielleicht helfen Ihnen meine Erfahrungen im Umgang mit Schrauben ja ein wenig dabei in Ihre Bestände mehr Ordnung zu bringen.

 

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17 Responses to Meine Schrauben

  1. Stephen Friedrich sagt:

    Ich weiß der Artikel ist alt, aber die Frage passt hier gut, denke ich:
    Braucht man wirklich Schraubendurchmesser in 0,5mm Stufen?
    Oder anders: Wann hätte eine 3,5mm Schraube wirklich Vorteile gegenüber einer 3 oder 4mm Schraube?

    Ich möchte gerade ein komplettes Sortiment zusammenstellen um nicht immer mal wieder wegen ein paar fehlenden Schrauben zum Baumarkt düsen zu müssen.

    Gruß
    Stephen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,
      je länger eine Schraube wird, umso eher neigt sie zum Abreißen. Daher wächst mit der Länge in der Regel auch der Durchmesser. viele Schraubenlängen gibt es daher in 0,5mm Abstufungen. Manchmal muss auch der Schraubenkopf eine bestimmte Größe haben. Beispielsweise nutzt man bei Beschlägen oft 3,5×17. eine Schraube 3×17 funktioniert in der Regel aufgrund des zu kleinen Kopfes nicht.

      Gruß
      Heiko

  2. Matthias sagt:

    Hallo zusammen.

    Ich benutze auch die Assy-Schrauben von Würth. Ich habe mich damals aber bewusst für die Silberfarbenden Schrauben entschieden. Ich setze sie dann, an Stellen wo man sie sieht quasi als Stilelement ein. Ich finde den Kopf der Assy-Schraube durchaus ansprechend.

    Schönen Gruß,

    Matthias

  3. Rufus R. sagt:

    Hallo Heiko,
    zum Thema Vorbohren:
    Hast du ein System? Bohrst du für jede Schraube vor, Weichholz und Hartholz? Welchen Bohrerdurchmesser wählst du in verschiedenen Situationen?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rufus,

      wenn ich zwei Teile verschraube bohre ich das Teil, in dem der Schraubenkopf steckt vor und senke den Kopf vor. Vorbohren mit Schraubendurchmesser + 0,5mm. Bei Materialien, die gerne aufplatzen bohre ich dann noch die Schraube im anderen Teil mit dem Kerndurchmesser der Schraube vor -1mm.

      Gruß

      Heiko

  4. Stefan O. sagt:

    Hallo Heiko,

    ungefähr die gleichen Größen Standardschrauben wie du habe ich auch noch von Würth ca. 1000Stck pro Sorte auf Lager. Einige neigen sich schon dem Ende, aber von Würth kann ich keine mehr beziehen.
    Hast du vielleicht einen Tipp, welcher Hersteller noch vergleichbar mit den Würth Schrauben ist?
    Spax scheidet aufgrund des Preises bei mir aus.
    Als Anhaltspuntk nehme ich gerne die 4,5×40 500Stck für 7,50€.

    Danke

    Gruß
    Stefan

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      mit würde noch BTI einfallen, aber die verkaufen auch nur an gewerbliche Kunden. Als Marken würde mir noch Reisser einfallen.

      Gruß

      Heiko

    • Dominic sagt:

      Hallo Stefan,
      welche Merkmale haben denn die Schrauben von Würth, die du als Vergleich herziehst?
      Fräßrippen oder Taschen mit oder ohne Bohrspitze?
      Dann könnte ich dir vermutlich weiterhelfen.

      Grüße Dominic

      • Heiko Rech sagt:

        Hallo Dominic,

        das schöne bei den Würth Schrauben ist, dass man nicht dauernd das Bit wechseln muss. Schrauben von 3,5 bis 6mm Durchmesser werden alle mit dem gleichen Bit verschraubt. Außerdem ist die Filliale nur 1Km von meiner Werkstatt entfernt. die Schrauben funktionieren und ich bin zufrieden.

        Gruß

        Heiko

  5. Dirk sagt:

    Hallo Heiko.

    Auf dem Bild sieht man, dass du sowohl Schrauben mit Vollgewinde als auch welche mit Teilgewinde besitzt. Gibt es dafür einen speziellen Grund (Anwendungsfall)? Oder gibt es die kurzen Größen nur mit Vollgewinde?

    Schönen Gruß,

    Dirk

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      viele kleine Größen gibt es nicht als Vollgewinde. Ab einer Länge von ca. 40. 45mm sind mir Teilgewinde auch lieber. In der Regel verschraubt man damit zwei Teile miteinander und da sind Teilgewindeschrauben besser, weil sie die zu verbindenen Teile sauberer zusammenziehen.

      Gruß

      Heiko

  6. FabianB sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für diesen Blogartikel, der auch noch so schnell realisiert wurde. Hilfreich wie immer.

    Grüße,
    Fabian

  7. Jakob sagt:

    Ich verwende bisher meistens Noname-Schrauben mit Torx-Antrieb. Das hat natürlich den Nachteil, dass man für jeden Schraubendurchmesser ein anderes Bit braucht aber dafür gibt es keine Probleme mit schlecht passenden Bits und kaputten Schraubenköpfen. Allerdings passiert es insbesondere bei Hartholz oder Multiplex-Platten ab und zu, dass man beim Eindrehen die Schraube durch zu hohes Drehmoment abbricht. Eventuell sind Markenschrauben da etwas stabiler.

    Lohnt es sich, Schrauben mit Bohrspitze zu kaufen? Wie groß ist der Vorteil in der Praxis?

  8. Anonymous sagt:

    Schrauben aus Eisenwerkstoffen sind wenn Gelb chromatiert, eloxieren geht nur bei Alu

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