Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 1

Festool CMS- Frästisch - Umbau und Verbesserung

Die Andruckvorrichtung im Originalzustand

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Festool Frästisch, der ja auch die Verlängerung zu meinem Festool MFT bildet.  Dennoch haben sich im Laufe der Zeit einige Punkte gezeigt, die man besser machen könnte. In dieser Zeit habe ich selbst einiges an Erfahrungen mit den Tisch sammeln können, aber auch die Teilnehmer meiner Kurse lieferten mir einige sinnvolle Tipps was man verbessern. könnte. Also rann an den Tisch.

Was mich von Anfang an etwas störte war die Andruckvorrichtung. Eigentlich eine sehr praktische Konstruktion, aber die Vorrichtung für den Andruck gegen den Fräsanschlag ist oft im Weg und wird dann nicht genutzt. Die dafür benötigte lange Schraube ist auch mehr im Weg, als sie nutzt.

Die Andruckvorrichtung kann recht einfach umgebaut werden. Dazu wird sie erst einmal zerlegt. Es gibt einen langen Metallstab mit Gewinden, der durch eine modifizierte Gewindestange ersetzt werden kann. Wie man auf dem Bild erkennt ist Metall kein Werkstoff, mit dem ich mich auskenne.  Aber das Teil tut seinen Dienst, auch wenn es nicht schön aussieht. Die Gewindestange habe ich mit dem Winkelschleifer abgelängt, die Enden verschliffen und in einem Bereich das Gewinde entfernt. Das Originalteil dient hierbei als Vorlage. Kein Teil der Originalvorrichtung wird hierbei zerstört, man kann jederzeit den originalen Zustand wieder herstellen.

Austausch der Gewindestange

Austausch der Gewindestange

Nach dem Zusammenbau ist die ganze Einheit schon viel kompakter. Die Funktion der Fräserabdeckung und der Andruck des Werkstückes auf die Tischfläche sind weiterhin gegeben. Lediglich der Andruck an den Anschlag funktioniert nicht. Dazu aber mehr im zweiten Teil.

die modifizierte Andruckvorrichtung des Festool CMS-OF

Die modifizierte Andruckvorrichtung

So gefällt. mir persönlich die Handhabung schon besser. Beim Bearbeiten von Werkstücken ist nichts mehr im Weg, man muss seltener Umgreifen und die Sicht auf das Werkstück ist auch besser. Alles in allem eine lohnenswerte Maßnahme, die nichts gekostet hat und auch mit beschränkten Möglichkeiten in der Metallbearbeitung zu bewältigen ist.

Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat betrifft die beiden schmalen Füllstücke im Tisch. Die Einlegeplatte ist kürzer, als der eigentliche Tisch. Ich nehme an, dass dies daher kommt, dass ich die Verlängerung für den MFT nutze und der freistehende CMS-Tisch etwas kleiner ist. Es gibt also links und rechts von der Einlegeplatte einen ca. 50mm breiten Alustreifen. Dummerweise steht dieser höher, als die restliche Tischfläche. Es sind nur ca. 0,2mm, aber das reicht schon um mit einem Werkstück daran anzustoßen.

Absenken der Füllstücke beim Festool CMS Fräsmodul

Entfernen der Auflagepuffer

Der erste Versuch das zu beheben war das Untefüttern der Einlegeplatte. Also ganz simpel das Aufkleben von Klebeband. Das funktionierte kurz, aber durch mehrmaliges Ein- und Ausbauen der Einlegeplatte schabte sich das Klebeband ab.

Eine dauerhafte Lösung ist das Entfernen der transparenten Puffer, auf denen sowohl die Einlegeplatte, als auch die Füllstücke aufliegen. Unter den Füllstücken werden die Puffer entfernt, unter der Einlegeplatte bleiben sie. Die Puffer lassen sich leicht abziehen, nachdem man die Einlegestreifen demontiert hat. Nun liegen die Einlegestreifen ca. 0,3 – 0,5mm tiefer als die Einlegeplatte. Die Werkstücke bleiben nicht mehr daran hängen.

Im Teil 2 zeige ich den Bau der neuen Andruckvorrichtung.

Links

Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 2

Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 3

Vorstellung des Festool CMS-OF

Brettkanten auf dem Frästisch fügen

 

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10 Kommentare zu Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 1

  1. Volker Koch sagt:

    Hallo Heiko.
    Ich benutze das CMS zum Fräsen und habe auch den Schiebeschlitten.
    Mein Problem: Der Tisch des Schiebeschlitten ist deutlich höher als der des CMS somit „schweben“ die Werkstücke über den Frästisch wenn sie auf dem Tisch des Schiebeschlitten plan aufliegen. Hast Du da eine Idee oder Erfahrung?
    Gruß Volker

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Volker,

      ich halte nicht viel von Schiebetischen an Frästischen. Mir erschließt sich deren Sinnhaftigkeit einfach nicht. Ein Vorsatzbrett finde ich einfacher, genauer und sicherer. Auf eines der Probleme bei Schiebetischen bist du ja bereits gestoßen. Ich kann dir dabei leider nicht weiterhelfen, da ich den besagten Schiebetisch nicht habe und nicht kenne.

      Gruß

      Heiko

      • Volker sagt:

        Danke trotzdem . Ich nutze ihn um Überblattungen an langen Teilen herzustellen. Also ungefähr jedes Schaltjahr aber das Höhenproblem ist doof.

  2. Philipp sagt:

    Hallo Heiko,

    Im „New Brit Workshop“ Youtube Kanal wird eine nette Idee gezeigt, wie man den Festool Winkelanschlag am CMS verwenden kann um z.B. Federklemmen zu halten https://www.youtube.com/watch?v=XgBUCLoRCkE#t=148

    Mit diesem kleinen Umbau lässt sich so einiges verwirklich 🙂
    Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

    MfG
    Philipp

  3. Roland sagt:

    Guten Abend Heiko,

    die Druckvorrichtung des Festool Modules finde ich insgesamt nicht sehr gelungen.
    Da sie sich direkt über dem Fräser befindet, kann man sie nicht benutzen, wenn die Messer des Fräsers höher sind als das Werkstück (z.B. bei einer Halbstabfräsung über die gesamte Brettkante, praktisch bei allen Fräsungen, bei denen die rechte Backe des Anschlages zurückgestzt werden muß.

    Bei Feine Werkzeuge wird eine Druckvorrichtung von Jessem angeboten, die mir sehr gut gefällt.
    Bin mir aber nicht sicher, ob die mit Festool kompartibel ist.

    Gruß
    Roland

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roland,

      mit der Andruckvorrichtung von oben bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Das von dir beschriebene Problem löse ich dadurch, dass ich die Andruckfeder ein wenig vor ziehe, so dass sie vor dem Schneidenflugkreis des Fräsers sitzt. Das habe ich zum Beispiel immer dann, wenn ich Abblattungen fräse.

      Gruß

      Heiko

  4. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    das sieht schwer nach einem Verbesserungsvorschlag für die Festool Leute aus.
    Gut umgesetzt, auch als nicht Metaller.;-)

    Gruß Patrick

  5. Neal sagt:

    Hallo,
    nach langer Zeit melde ich mich zurück! Interessante Ideen, aber lehrnt man nicht in der Tischlerlehre den Umgang mit Metall^^?

    Schöne langwierige Grüße

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Neal,

      man lernt etwas Theorie im Bezug auf Metall. Mehr aber nicht. Ich mag die Arbeit mit Metall auch nicht. aber manchmal geht es eben nicht anders.

      Gruß

      Heiko

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