Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 3

Endspurt bei der Optimierung meines Frästisches (Festool CMS OF).

In letzter Zeit habe ich oft Einsatzfräsungen an kleinen Teilen gemacht. Die Befestigung von Klötzchen am Fräsanschlag, die als Begrenzung dienen ist nicht so einfach, Man müsste drei Hände haben. Eine Hand hält das Klötzchen und zwei weitere setzen die Schraubzwinge an. Aber leider habe ich nur zwei Hände, also musste eine einfachere Lösung her. Und die sieht so aus:

Anschläge für das Einsatzfräsen

Verleimen direkt an Ort und Stelle

Erst einmal habe ich einige kleine Multiplex Teile geschnitten. Zwei Stück mit den Maßen 40mm x 130mm und zwei Leisten mit einer Breite von 20mm. Die Klötzchen werden am Anschlag fixiert, wie sie auch später im Einsatz sein werden. Die Leisten werden in dieser Position angeleimt. direkt auf der Anschlagkante liegend. So können sich die Anschläge später nicht so leicht verdrehen und es findet eine zweite Sicherungsschraube oben Platz. So kann ich die Anschläge sehr schmal ausführen.

Stoppanschläge mit Falz für Späne

Stopanschläge mit Falz für Späne

Nachdem der Leim abgebunden hat, werden alle Überstände bündig abgeschnitten. So entstehen zwei schöne Winkel, die genau auf den Fräsanschlag passen.  An der Kante,  mit der die Winkel auf der Tischfläche aufliegen, wird eine kleine Ausklinkung geschnitten. Platz für Späne. Diese setzen sich in die Ausklinkung und nicht zwischen Werksück und Anschlag. Auch eine der Aufrechten Kanten wird mit einem kleinen Falz für den gleichen Zweck versehen.

Auch diese Anschläge werden mit Sternschrauben fixiert. Eigentlich würden Sechkantschrauben M8 sehr gut passen. Da ich aber nichts passendes da hatte, habe ich auch hier die Schrauben aus dem Incra Schienensystem genommen. Das funktioniert ebenfalls sehr gut. Die Anschläge sitzen bombenfest und wenn sie nicht gebraucht werden kann ich sie an der Rückseite des Fräsanschlages verstauen.

Die vorerst letzte Optimierung betrifft die Absaugung. Unter dem Frästisch steht nun permanent der Festool CTM 36E. Ich habe eine zweite Steckdose nachgerüstet, so kann der Frästisch permanent eingesteckt bleiben. Will ich an diesem Sauger ein anderes Elektrowerkzeug betrieben, nutze ich die nachgerüstete Steckdose. Die Absaugschläuche wurden so eingekürzt, dass der Anschlag noch in jeder möglichen Position gut abgesaugt werden kann, beide Schläuche  aber nicht mehr unnötig lang sind.

Links:

Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 1

Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 2

 

Vorstellung des Festool CMS-OF

Brettkanten auf dem Frästisch fügen

 

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19 Responses to Umbau und Optimierung des Festool Frästisches (CMS-OF) – Teil 3

  1. Werner Moser sagt:

    Hallo Heiko,

    Vielen Dank für deine Umbau-Anregungen. Ich habe hier noch einen vierten Teil …

    Ich habe die gleiche MFT / CMS Kombination wie du … allerdings in einer sehr kleinen Werkstatt. Ich verwende daher verschiedene Module (Fräse und Kreis- und Stichsäge) im CMS.

    Aus diesem Grund wollte ich dem Fräsanschlag etwas mehr Bewegung und vor allem Genauigkeit beim Einstellen geben. Den Fräsanschlag habe ich wie du umgebaut (auch mir war die vordere Andruckvorrichtung im Weg).

    Den Rest habe ich mit einem „Incra Positioner“ erreicht. Allerdings habe ich keinen Fräsanschlag von Incra sondern wollte den bereits vorhanden Anschlag von Festool (P01) nutzen (spart auch Geld).

    Der „Incra Positioner“ (P02) ist mit einer „Precision Plate“ (P03) im MFT verankert. Das erlaubt mir, ihn auf dem Tisch zu verschieben und den Arbeitsbereich notfalls anzupassen. In der Grundplatte verwende ich drei (und nicht wie standardmäßig geliefert zwei) „Dogs“ (P04) weil ich finde, dass die Platte damit stabiler im Tisch festsitzt.

    Als Zwischenstück verwende ich ein U-Profil aus Aluminium (120 x 80 x 10) von 160 mm Länge. Auf der Festool-Seite wurde das Profil in der Höhe gekürzt und für die Absaugung ausgeschnitten (P05).

    Für die Absaugung verwende ich einen 90-Grad Krümmer um den Ansaugschlauch aus dem Weg zu kriegen (P06). Die einzige Modifikation am Festool Anschlag sind die zwei Löcher um ihn mit dem U-Profil zu verbinden (P07).

    Zusammengebaut sieht die Sache dann so aus (P08 und P09). Die Genauigkeit ist ausgezeichnet. Auch nach mehrmaligem Auf- und Abbau steht der Anschlag parallel zum Tisch (P10) … aber das ist vor allem für die Kreissäge von Belang.

    Da der Absaugteil des Festool Anschlages ein Gussstück ist, das auf der Unterseite nachbearbeitet wurde um plan auf dem CMS-Tisch zu stehen, habe ich vorsichtshalber zwei M6-Gewinde in das U-Profil geschnitten um bei Bedarf mit Stellschrauben den Winkel anzupassen. Das war dann bei mir aber nicht nötig.

    Die Ausnehmung für die Absaugung habe ich so positioniert, dass ich den Anschlag nach wie vor mit den beiden Schrauben am CMS-OF festsetzen kann (wenn er sich im von Festool vorgesehen Bereich befindet). Ist zwar nicht unbedingt nötig, aber etwas mehr Stabilität hat noch nie geschadet.

    Alternativ zum Fräsanschlag kann ich auch die Anschläge, die mit dem MFT oder dem Tischeinsatz für die Kreissäge geliefert werden, mit Vierkantmuttern am U-Profil befestigen (P11 und P12).

    Leider kann ich nur ein Bild hochladen – daher alle 11 Fotos in einem JPG.

    Gruß
    Werner

  2. Michael sagt:

    Ich bin auf der Suche nach einem für mich passenden Frästisch und da ich bereits eine OF1400 habe ist der CMS-OF naheliegend. Wie bei den Grünen so üblich gefällt er mir sehr gut, bis auf den Preis…

    Ich habe aber kein Festool CMS und plane auch nicht damit anzufangen… Es sollte doch möglich sein das CMS-OF Modul in ein bestehende Arbetisplatte (Siebdruck oder beschichtete Spanplatte oder dergleichen) einzulassen? Oder übersehe ich da was?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      das CMS-Fräsmodul ist nicht schlecht und ich konnte bisher sehr gut damit arbeiten. Inzwischen gibt es aber einige wesentlich bessere Lösungen (INCRA; Jessem, Sauter) am Markt, die teilweise sogar günstiger sind. Vor diesem Hintergrund empfehle ich dieses Fräsmodul nur noch bedingt. Wenn du also ohnehin selbst bauen möchtest, spricht sehr viel für eine andere Lösung. Das CMS Fräsmodul gehört zu den Produkten von Festool, die meiner Meinung nach dringend einmal berarbeitet werden sollten.

      Gruß

      Heiko

      • Martin sagt:

        Hallo Heiko,
        also diese Aussage Schockt mich nun doch etwas. Habe mir nach ewigen Recherchen (natürlich auch über Holzwerken, die Zeitschriften, Kompass und Youtube) versucht ein Bild zu machen. Nun bin ich doch beim Festool CMS OF 1400 gelandet. In der Hoffnung dass man für das Geld was gescheites bekommt.
        War mir schon vorher eher unsicher. Insbesondere weil es halt eine Grundausstattung sein sollte für verschiedene Arbeiten. Da ich alles noch zurückgeben kann geht das Nachdenken nun nochmal los.
        Irgendwie sehe fühle ich mich bei Festool „gefangen“. Will heißen, dass man nur den CMS benutzn kann für den OF und das später in keinen anderen Tisch einbauen kann.
        Wie auch immer, die Hauptnachteile der CMS würde ich sehen:
        – recht kleine Tischfläche
        -übliche Spannfedern lassen sich nicht befestigen (bzw. nur ggf. am Anschlag nach unten, aber nicht auf dem Tisch. Deine Konstruktion diesbezüglich finde ich „nicht ganz optimal“ bzw. dachte man könne im Fräsereinsatz ggf. Löcher bohren um dann doch normale Andruckfedern zu benutzn.
        -wegen der Alu Konstruktion lassen sich generell die ein- oder andere Vorrichtung nicht so leicht befestigen als auf einer Holzkonstruktion?!
        – keine T-Nuten
        – der eigenwillige Niederhalter bzw. die Andruckfeder. Ob mich das tatsächlich nerven wird… keine Ahnung, dazu müßte ich länger damit arbeiten
        Als Vorteile hatte ich die Möglichkeit des
        + Schiebetisches gesehen und dachte man könnte ggf. eine mehrachsige Vorrichtung (wie die von Guido Henn) leichter bauen, da man eine Achse quasi schon am Tisch hat.
        + die feinfühlige Einstellschraube zur Verstellung der Backen für ggf. Fügen
        + das einfache einklappen der Füße zum platzsparenden Transport oder Verräumen der Maschine

        Dann aber die ewige Frage wie stark die Fräse sein soll. Braucht man doch mal >2000W dann paßt die große OF2200 an kaum einen anderen Lift bzw. eine andere starke Maschine nicht an den OF Träger. Da müßte man bei einem anderen Tisch „nur“ einen geeigneten Einsatz dazukaufen oder vielleicht nur ein paar neue Löcher reinbohren.

        Kurzum ggf. wäre meine Alternative ein Tisch von Sauter + Lift + Fräse TK11 (+ggf. kleinere evtl. 1010er) + Woodpecker Anschlag + Queranschlag von Sauter.

        Sehe ich das jetzt zu pessimistisch bzw. habe ich einige Deiner „wesentlich besseren Lösungen“ übersehen?

        Vielen Dank für eine Antwort.

        Grüße,
        Martin

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Martin,

          als ich den Frästisch-Test für den Werkzeugkompass gemacht habe, war das CMS von Festool in der Tat der beste fertig gekaufte im Test. Kurz nach der Veröffentlichung hat sich aber einiges getan. So kann man inzwischen einen sehr guten Frästisch aus einzelnen Komponenten zusammenstellen, der nicht unbedingt teurer wird, als das CMS- System, aber mit Sicherheit besser ist. Das wäre dann auch mein Tipp. Deine Zusammenstellung klingt da schon mal sehr gut. Als Antrieb kannst du die T10 nehmen, oder auch die große Triton. Die T10 kann man auch außerhalb des Tisches benutzen, die Triton eigentlich nicht.

          Auf einen Schiebetisch kann man am Frästisch getrost verzichten. Ich habe ihn bisher nicht gebraucht. Ebenso einen Queranschlag in jedweder Form. Ein sog. Vorsatzbrett ist genauso sicher und meiner Meinung nach sogar komfortabler. Die Feinfühlige Schraube zum Einstellen der rechten Backe ist nicht so feinfühlig, wie die 0,1mm Skala vermuten lässt. Sie hat recht viel Nullgang. Zum Fügen kann man euch einfach die linke Backe unterfüttern. Das genaue Maß ist bei solchen Arbeiten nicht relevant. Das können zwischen einem und drei Millimetern sein.

          Was die Entscheidung für das CMS zum Fräsen angeht teile ich also alle deine Bedenken. Ob du es behältst oder nicht, musst du aber selbst entscheiden. Tatsache ist: Das CMS-OF ist nicht schlecht, aber es gibt meiner Meinung nach inzwischen bessere Lösungen fürs gleiche Geld.

          Gruß

          Heiko

  3. Nick sagt:

    Moin moin,你好。。。。你好 嗎?
    als erstes mal schöne Grüße aus Taiwan.
    Ich arbeite hier seit einger Zeit und hab das schöne Hobby mit hier hin, auch wenn meine taiwanesische Verlobte mich immer noch dafür auslacht ( gilt hier als Beschäftigung für Rentner ), genommen.
    Was mich mal interessieren würde ist was du sagen würdest ob sich eher die Anschaffung eines Frästisches oder der Woodrat als erstes anbieten würde.
    Liebe Grüße

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Nick,

      die Woodrat habe ich mir mal zeigen lassen, habe aber nie damit gearbeitet. Ich habe aber den Eindruck, dass sie eher eine Ergänzung zu einem Frästisch oder einer Tischfräse ist, aber kein Ersatz dafür. Daher würde ich dir erst einmal zu einem Frästisch raten.

      Gruß

      Heiko

  4. Felix sagt:

    Hallo Heiko,
    mich würde deine Erfahrung interessieren.

    Ist der Einbau einer zweiten Steckdose an den Festollsauger schwierig? Muss das von Festool gemacht werden oder kann man das auch selber machen (ohne großartige Kenntinisse in Elektrik)?

    Gruß Felix

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Felix,

      das sit ganz einfach, Abdeckung abschrauben, Steckdosenmodul einstecken und festschrauben. Da müssen nicht mal Kabel angeklemmt werden.

      Gruß

      Heiko

  5. Hallo Heiko,

    ich möchte mir nächstes Jahr einen Frästisch bauen. Natürlich braucht man auch ne Fräse. Hab mir deine ganzen Berichte über die Tische und die Fräsen mehrfach durch gelesen. Nun stell ich mir selber die Frage, welche Fräse soll es werden. Die Trend T11 mit 2000 Watt – muss ich soviel haben. Die Bosch GMF 1600 mit halt 1600 Watt oder die Festool OF 1400 EBQ mit 1400 Watt. Mir ist klar das die Bosch nicht hast. Es geht mir mehr darum was ich für einen Frästisch an Leistung wirklich brauche. Ich denke meine Fräsarbeiten werden sich auf Schlitz und Zapfen, Nuten und Profile Fräsen beschränken. Momentan tendiere ich zur Festool. Meine Frage ist nun, ob die reichen könnte. Du hast die jetzt schon so lange auch im Tisch, da ich auf deine Meinung zähle.

    Danke schon mal.

    Gruß Patrick.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      ich habe die OF1400 im Tisch, weil es die stärkste Fräse ist, die ich habe und dort einbauen kann. Die Trend passt ja nicht in den CMS Tisch. die Leistung würde ich als Ausreichend bezeichnen. Manchmal wünsche ich mir aber schon ein paar Watt mehr. Wenn 2000 Watt möglich sind, nimm die.

      Gruß

      Heiko

  6. Maik sagt:

    Hallo Heiko,
    habe Deine drei Teile zur CMS-OF mit Interesse verfolgt.
    Ich habe lange nach einer flexiblen Lösung gesucht, um das Festool V-Profil für die Montage eigener Erweiterungen zu nutzen. Anstatt Schienen in das V-Profil zu verbauen verwende ich an meinen Tischen als Basis Klemmhalterungen. Die Bauanleitung habe ich unter folgendem Link gefunden:
    http://www.pluess.li/blog/eigenbau-federkamm-für-festool-cs-50-tischkreissäge
    Habe ein wenig verändert und verwende anstatt Muttern Sterngriffe.
    Die Teile machen vieles möglich und sind sehr schnell von einem zum anderen Tisch gewechselt.

  7. Heinz sagt:

    Hallo Heiko.

    Alles super ausgeführt. Ich werde auch einiges davon für mich umsetzen.

    Habe mal eine Frage zu der Absaugung des Frästisches: Sind die Absaugschläuche ein Set, oder muss man die drei Einzelteile dafür (Y-Adapter, dicker Schlauch und dünner Schlauch) einzeln kaufen. Habe schonmal danach gesucht, aber nichts gefunden.

    Danke für deinen tollen Blog.

    Gruß,
    Heinz

  8. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    top umgesetzt. Nachbau garantiert.
    Ein kl. Blog mit evtl. Video über Einsatzfräsen wäre vielleicht auch interessant.
    Kannst ja mal drüber nachdenken.

    Gruß Patrick

    • Roland sagt:

      Hallo Heiko,
      ich möchte mich Patricks Bitte anschließen.
      Einsetzfräsen ist ein Thema, das mich sehr interessiert.

      Dann noch eine Frage . Wozu dient die Nutschiene an der langen Kante des Frästisches. Mit der Befestigung der Andruckkämme hat sie ja wohl nichts zu tun.

      Gruß
      Roland

      • Heiko Rech sagt:

        Hallo Roland,

        in die Schiene an der langen Kante kann man weitere Vorrichtungen einsetzen. Man weiß ja nie. Vermutlich werde ich meinem MFT/3 auch noch solche Schienen verpassen.

        Gruß

        Heiko

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