Holzauswahl für Einsteiger – Buche vs. Erle

Buche Leimholz keilgezinkt

Buche Leimholz keilgezinkt, farblich sortiert

Mit Buche verbindet mich eine Art Hassliebe. Ich denke so geht es vielen Holzwerkern und Schreinern. Buche hat viele Nachteile, auf die ich gleich zu sprechen komme. Es ist aber günstig und leicht verfügbar. Vor allem als Leimholz, oder als vorgehobelte oder vorgeschliffene Bretter findet man es sehr oft im Handel. Buche Leimholz bekommen Sie in jedem Baumarkt. Leider oft in sehr schlechter Qualität. In der Regel keilgezinkt und ohne jegliche farbliche Sortierung verleimt. Ein Bild davon einzustellen spare ich mir, da Sie dieses Material mit Sicherheit alle schon gesehen oder gar verarbeitet haben. Das nebenstehende Bild zeigt ebenfalls Buche Leimholz, allerdings farblich sortiert. Gekauft wurde dieses Holz beim Fachhändler.

Es gibt den Spruch „Buchen lassen Schreiner fluchen“. Das kommt nicht von ungefähr. Denn das Holz der Buche galt lange Zeit als kaum zu verarbeiten. Es arbeitet sehr stark, neigt zum Verziehen und es wurde auch als langweilig angesehen. Nichts woraus der Schreiner Möbel bauen möchte. Das änderte sich aber. Immer mehr Möbel wurden nicht mehr aus Massivholz hergestellt, sondern aus furnierten Platten. Buche wurde aufgrund seiner hohen Verfügbarkeit und des günstigen Preises für den Möbelbau interessant. Denn Furnier hat die negativen Eigenschaften des Massivholzes nicht. Es gab nur ein Problem. Bei der Furnierherstellung wird das Holz gedämpft. Dabei färbt sich das eigentlich sehr helle Buchenholz ins rötliche.  Kombiniert man nun Buche Furnier und Buche Massivholz, z.B. für Anleimer, hat man im Werkstück einen deutlichen Farbunterschied.  Die Konsequenz ist, dass auch das Massivholz gedämpft wurde. Ein schöner Nebeneffekt, der sich durch das Dämpfen ergibt ist, dass das Holz weniger stark zu arbeiten scheint. Eine fundierte Quelle, die das bestätigt habe ich jedoch bisher nicht gefunden. Wenn Sie entsprechende Quellen kennen, schreiben Sie es mir als Kommentar.

Ein weiterer Nachteil von Buchenholz ist der, dass es sich nicht seht gut mit Handwerkzeugen oder Elektrowerkzeugen bearbeiten lässt. Das Hobeln von Hand gelingt nicht immer aufgrund der vielen „Spiegel“ die gerne ausreißen. Auch stemmen lässt es sich nicht gerade leicht. Bei der Bearbeitung mit Maschinen reißt es gerne mal aus und sind die Werkzeuge nicht wirklich scharf, bilden sich sehr schnell tiefgehende Brandspuren. Werkzeuge stumpfen schnell ab, aufgrund der Härte des Holzes.

Die Optik des Holzes ist natürlich Geschmackssache. Ich persönlich finde Buche eher langweilig. Bekommt es viel Sonnenlicht verändert sich die rötliche Farbe auch und das Holz wird gelblich. Verstärkt wird diese Gelbfärbung noch, wenn man Anstriche auf Leinölbasis verwendet.

Holzverbinder aus Buche

Holzverbinder werden meist aus Buche hergestellt.

Buche ist übrigens nicht für den Einsatz im Freien geeignet. Das gilt auch für Verbinder wie Flach- oder Runddübel, die meist aus Buche hergestellt sind.  Auch die Kombination aus resistentem Holz und Verbindern aus Buche gilt es zu vermeiden. Die Gefahr ist groß, dass die Verbinder faulen und das eigentliche Werkstück dadurch regelrecht auseinander fällt. Als Alternative gibt es Flachdübel aus Kunststoff und Runddübel aus resistenten Hölzern oder ebenfalls aus Kunststoff. Auch Dominodübel aus resistentem Holz sind im Handel zu bekommen. Gehen Sie also auf Nummer sicher und verwenden Sie im Außenbereich entsprechende Verbinder.

Eine gute Alternative zu Buche ist meiner Meinung nach Erle. Meist als Schwarzerle im Handel zu bekommen. Auch in Form von Leimholz. Die Grundfärbung ist ähnlich wie bei Buche, jedoch ist das Holz lebhafter. Es neigt nicht zum gelb werden, sondern wird eher rotbraun.

Erle ungedämpft

Erle, ungedämpft, nicht behandelt

Erle kann sehr gut mit Hand- und Elektrowerkzeugen bearbeitet werden. Es arbeitet nicht so stark wie Buche und neigt weniger zum Verziehen. Außerdem ist es leichter und nicht ganz so hart. Für stark beanspruchte Möbel ist es aufgrund der geringeren Härte aber nicht so gut geeignet. Einen Ess- oder Schreibtisch würde ich daraus nicht bauen.

Beim Kombinieren von Schnittholz mit Leimholz muss man ein wenig aufpassen, da die Leimholzplatten meist aus gedämpftem Holz hergestellt werden. Wie bei Buche verändert sich auch bei Erle der Farbton durch das Dämpfen. die Stammware ist meist ungedämpft und in der Regel heller als Plattenmaterial und Furnier. Erle ist ein wenig teurer als Buche, zählt aber immer noch zu den preisgünstigen Hölzern. Im Holzhandel ist Erle Stammware und Erle Leimholz in der Regel gut zu bekommen.

Erle, gerne als Leimholz ist daher eine meiner Empfehlungen für den Einsteiger in Sachen Holzbearbeitung.

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37 Kommentare zu Holzauswahl für Einsteiger – Buche vs. Erle

  1. Geppard sagt:

    Hallo Heiko,

    danke für deine Tipps zur Holzauswahl. Erle wäre demnach das ideale Holz für mich als Einsteiger.

    Bislang suche ich allerdings verzweifelt nach einem Händler im Raum Hannover, der Erle-Platten für Privatkunden anbietet. Bei den Baumärkten scheint Erle zumindest online ein Fremdwort zu sein.

    Beste Grüße

    Geppard

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Erle als Schnittholz dürfte kein Problem sein und Leimholzplatten sollte jeder Holzhändler auch bestellen können.

      Gruß

      Heiko

  2. Viktoria sagt:

    Hallo Heiko,
    in einem Möbelhaus werden Wohnzimmer Möbel Erle massiv, Kernbuche massiv und Wildeiche massiv angeboten. Ich finde Erle und Kernbuche schön – Eiche habe ich leider nicht gesehen. Da die Möbel sehr teuer sind und fast 5.000,00 € kosten, habe ich im Internet nach den Infos über die Haltbarkeit der drei Holzarten gesucht und deinen Blog entdeckt. Ich habe hier schon gelesen, dass Erle weicher als Kernbuche ist. Welche Eigenschaften hat die Wildeiche -ist sie besser? Was würdest du mir raten zu kaufen – Erle oder Kernbuche? Oder ist lieber Eiche.
    Gruß
    Viktoria

    Anmerkung von Heiko Rech: Produkt und Typenbezeichnungen wurden entfernt. Der Verdacht der Werbeplatzierung liegt nahe und sie sind für die Fragestellung nicht relevant.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Victoria,

      Mit Wohnzimmermöbeln meinst du sicherlich Regale Schränke etc. Dafür ist Erla auch ausreichend belastbar. Du kannst bei der Auswahl also ruhig alleine nach deinem persönlichen Geschmack gehen. Wildeiche ist ein reiner Marketingbegriff und wird meist beschönigend für Eiche mit besonders vielen Ästen und Rissen verwendet. Oft geht es dabei nur darum dem Kunden das Holz zu verkaufen, das der erfahrene Schreiner niemals verarbeiten würde.

      Gruß

      Heiko

  3. FabianB sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mittlerweile Erle schon ziemlich oft verarbeitet. Erle gefällt mir sehr gut und es ist halt auch super zu bearbeiten. Ich spiele mit dem Gedanken, passend zu einigen andern Schlafzimmermöbeln, ein Bett aus Erle zu bauen. Allerdings bin ich mir da etwas unsicher, weil ich Erle doch als relativ weich und spröde wahrnehme und das Bett zwecks Zerlegbarkeit mit Bettbeschlägen verschraubt werden soll:
    Ich befürchte, dass sich die Schrauben unter der täglichen Belastung im weichen Holz recht schnell lockern, wodurch das Bett wacklig und vor allem qietschig wird. Auch habe ich Angst, dass man die Schrauben anschließend nicht mehr ausreichend anziehen kann, da die Schraubenlöcher im weichen Holz ausgelutscht sind.

    Teilst du meine Sorge oder denkst du, dass das eher nicht eintreten wird?
    Die Rahmenreile hätten eine Stärke von 26 mm, was auch kein unendlicher Platz für lange Schrauben ist. Bolzen möchte ich nicht verwenden.

    Wenn du meine Sorge teilst, werde ich mir wohl eine andere Konstruktion überlegen oder ein anderes Holz verwenden.

    Vielen Dank für deinen Rat und viele Grüße,
    FabianB

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Fabian,

      ob das halten wird ist auch davon abhängig, wie lang die Schrauben sein können, also von der Materialstärke. Ich hätte da bei normalen Dimensionen für ein Bett eigentlich keine Bedenken. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, leim doch in die Bereiche in die geschraubt wird ein hartes Holz wie Buche ein.

      Gruß

      Heiko

  4. Martin sagt:

    Guten Abend,

    ich möchte zu einem Tisch und zwei Stühlen aus Kernbuche Massiv (siehe Elro Sitzmöbel Borkum) eine Sitzbank selbst gestallten und bauen.

    Kannst Du mir sagen, wie ich an Kernbuche massiv am einfachsten komme, ich würde gerne das selbe Holz verwenden.

    Wie komme ich dahinter, womit der original Tisch und Stühle die Oberfläche verdelt wurde, damit ich nachher auch eine annähernde Optik erhalte ?

    Danke um eine Antwort, ich verfolge schon lange Deine Blog sowie Deinen Youtube Kanal.

    Tolle Sache !

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo MArtin,

      Kernbuche ist nichts außergewöhnliches, das sollte sich bei einem gut sortierten Holzhändler in deiner Region finden lassen. Was die Oberfläche angeht, so wird dir das sicherlich nur der Hersteller der Möbel verraten können.

      Gruß

      Heiko

  5. Klaus sagt:

    Hallo Heiko,
    habe heute wieder gelesen, dass Buche- Holz im Bezug auf das Holzwerken krebserregend sein soll – ist dem so?
    Ich arbeite in einem bescheidenen Mietshaus- Keller zwar mit Absaugung beim Sägen, Fräsen und Schleifen – aber es geht ja immer was daneben…
    Besten Dank für deine Mühe!

  6. norbert sagt:

    Hallo Heiko,
    zu spät 🙁
    Mein Regal aus Buchen Leimholz ist fast fertig.
    Bin gerade am überlegen welche Oberflächenbehandlung ich nun anwende.
    Hätte gerne die Regalböden mit Hartöl von Natural Farben behandelt und die Wangen schwarz lasiert. Ist lasieren bei Buche LH möglich bzw. sinnvoll und wenn ja was muss man dabei beachten (z.B. beim Schelifen, Grundieren usw.) .
    Habe momentan die Teile bis 320 geschliffen.
    Danke
    Norbert
    PS: Der Tip mit dem Mafell Eva 5mm war seht gut > Geiles Gerät!
    Allerdings finde ich nirgends, auch nicht in der BA von Mafell, einen Hinweis welche Drehzahl für welches Holz richtig ist.
    Kannst Du auch dazu was sagen?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Norbert,

      probier mal für die Seiten das Dekorwachs von OSMO. Das ist gut zu verarbeiten und die Vorbehandlung ist wie bei einem Öl. Je mehr Aufträge, umso deckender wird die Farbe.

      Den EVA kannst du bei Holz immer auf höchster Drehzahl laufen lassen. Nur bei Lacken und Kunststoffen muss man die Drehzahl reduzieren, damit weniger Reibungswärme entsteht.

      Gruß

      Heiko

  7. Werner aus Österreich sagt:

    Hallo Christian,

    auf dem Youtube-Kanal von Lothar Jansen Greef findest du sicher ein geeignetes Video in Sachen Wurmbefall. http://www.youtube.com/user/tracheide2/videos

    Und eine schöne Internetseite auf der du ihm sicher ein paar Fragen stellen kannst, hat er auch noch. http://www.antik-greef.de

    Gruß

    Werner

  8. Christian W. sagt:

    Hallo Heiko,
    mal eine Frage zu den Holzwürmern: Wie gefährlich ist das? Ich habe z.T. Parkett im Haus und natürlich sind Teile des Hauses wie Dachstuhl aus Holz, in meinem Fall als Sicht-Fachwerk, das lasiert ist.
    Wenn ich jetzt mal ein Möbelstück herstelle und plötzlich stelle einige Zeit nach Fertigstellung ich fest, da ist ein Wurmloch. Was ist zu tun? Das Teil in den Kamin verbannen?
    Und wie groß ist gewissermaßen die Ansteckungsgefahr, dass die Würmer sich also längst weiter verbreitet haben?
    Gibt es eine Anti-Wurm-Lasur für bereits befallene Hölzer/Möbel?

    Für deine Antwort vielen herzlichen Dank im voraus!
    Gruß
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      eigene Erfahrungen mit Holzwürmern habe ich bisher zum Glück nicht So richtig helfen kann ich dir da also nicht Was ich weiß ist, dass es Mittel gegen Wurmbefall gibt, die aber recht giftig sein sollen Vielleicht weiß ja ein Leser zu dem Thema mehr als ich und schreibt was dazu.

      Gruß

      Heiko

  9. Siggi.Ch sagt:

    Hallo Heiko,

    Volker hatte ja weiter oben schon von der Vorliebe von „Holzwürmern“ für Buche geschrieben.
    Ich habe das nun zum ersten Mal live im Wohnzimmer erlebt: wir verbrennen jedes Jahr einen großen Hänger voll Buchenholz in unserem Kamin; da sind teilweise wunderschöne Stücke dabei, so dass ich schon das ein oder andere davon mit Handwerkzeugen verarbeitet habe (nach dem Kurs bei Dir) z.b. zu Teelichthaltern.
    Nun hatte ich wieder ein sehr schönes Stück, an einer Seite noch mit der Rinde, aus dem ich ein Quadrat heraus gestemmt habe, in welches eine Uhr bzw. das Uhrwerk passte, und wir so eine sehr schöne Wohnzimmeruhr hatten. Das Stueck habe ich dann mit Naturalfarben-Hartoel geölt (inklusive der Rinde). Hat mir gut gefallen ………
    Nun haben wir seit einigen Tagen immer wieder ein Knistern aus diesem Holzstück gehört …….zunächst hatte ich noch gehofft, dass das vielleicht die geölte Rinde in der neuen Umgebung ist ……doch heute lagen kleinste Mengen Holzmehl an der Uhr …….und wenig später sogar eine Larve!!!
    Also habe ich den Holzklotz nun erst mal auf die Terrasse verbannt (wir haben schließlich ein Holzstaenderhaus ….. und jede Menge Buchenmoebel im Haus)…….die restlichen (schoenen) Scheite habe ich dann auch noch gleich aus der Werkstatt verbannt.

    Gehe ich recht in der Annahme, dass ich meine Ideen mit den schönen Brennholzstücken besser vergessen sollte. Denn diese vorher mit irgendwelcher Chemie bearbeiten möchte ich auch nicht …….und 12 Stunden in den Backofen finde ich ehrlich gesagt zu teuer (soll angeblich helfen).
    Gibt es irgendwelche anderen Möglichkeiten??

    Gruß, Siggi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Siggi,

      du kannst im ersten Schritt einmal die Rinde entfernen. Denn oft sitzen Schädlinge unter der Rinde oder man erkennt zumindest noch ihre Fraßgänge. Dann kannst du das Holz noch auf Wurmlöcher untersuchen. Wenn beides nicht vorhanden ist, leg das Holz an einen Warmen Ort, an dem aber ein Holzwurm keinen Schaden anrichten kann. Dort kannst du das Holz beobachten und sehen ob irgendwo Holzmehr zu sehen ist. Nach einigen Wochen solltest du dir relaviv sicher sein können ob das jeweilige Holz befallen ist oder nicht. Mehr fällt mir da außer Chemie und Hitze auch nicht ein.

      Gruß

      Heiko

      • Siggi.Ch sagt:

        Danke, Heiko. Dann werd ich es auf alle Fälle nochmal versuchen.
        Mein nächstes Projekt wird jetzt übrigends aus Erle …..mit durchgehenden Lamellen!

        Dir und Deinen Kursteilnehmern heute und morgen viel Spaß und Erfolg mit den diversen Obefräsen!

        Gruß, Siggi

  10. Reto sagt:

    Hallo Heiko,

    arbeitet Kernbuche im gleichen Masse wie die Buche? Oder ist diese etwas besser? Die Optik der Kernbuche ist sehr ansprechend, finde ich. Ich möchte mir einen Salontisch bauen und weiss noch nicht, welches Holz ich nehmen soll: Buche, Kernbuche, Eiche oder sogar Nussbaum. Nussbaum ist zwar edel, aber eher teuer und vielleicht fast zu dunkel für unser Wohnzimmer. Ich denke entweder Eiche oder Kernbuche mit schönen, tangetial geschnittenen Lamellen, so dass es eine schöne Maserung hat.

    Gruss

    Reto

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Reto,

      ich habe noch ncht viel mit Kernbuche gemacht (es gefällt mir nicht sonderlich). Ich habe aber keinen Unterschied zur herkömmmlichen Buche festgestellt. Es ist ja auch normales Buchenholz, eben nur mit verkernten Stellen drin.

      Gruß

      Heiko

  11. Marc sagt:

    Danke für die ausführliche Erklärung auf meine Frage Heiko,
    leider hatte ich mich doch für Buche entschieden, und ich kann nur sagen, mit dem fluchen da haste Recht. Vor allem bei großen Platten.
    Nun, seit ich jetzt diese Erfahrung gemacht habe, kann ich doch nur empfehlen, statt Buche dann doch Eiche zu nehmen,….die ist etwas teurer, viel teurer, dennoch kann man am Ende dann doch günstiger davon kommen, weil man eben nicht 2mal kaufen muss. Die Bucheleimholzplatte die ich benutzen „wollte“ hat sich bei mir verbogen wie eine Banane,…ergo, unbrauchbar gemacht. Meiner Meinung nach kommt das auch von der Verpackung. Auch beim Fachhändler sind die Dinger meistens in Plastik eingehüllt, sodass eventuel restliche Feuchtigkeit nicht verdunsten kann, und so nach dem auspacken durch das Trocknen sich die Platten verziehen. Kann mich dabei aber auch irren.
    Also, nächstes mal werde ich womöglich doch Eiche benutzen,….oder Erle,….Buche
    eignet sich nichts desto trotz gut für Kleinmöbel denk ich.
    Marc

  12. Reto sagt:

    Hallo Heiko,

    Vielen Dank für deine interessante Artikelreihe über Holz. Ich habe eine Frage zur Verwendung von Flachdübeln: Ich habe mir aber bis anhin keine Gedanken darüber gemacht, dass sich Flachdübel im Aussenbereich zersetzen können. Werden diese durch entsprechende Verleimung nicht genügend geschützt?
    Wenn zum Beispiel ein Holztisch vom Regen geschützt auf dem Balkon steht (allenfalls ab und zu etwas vom Regen abbekommt, wenn es stark regnet) und die Flachdübel mit D3 Leim verleimt sind, und der Tisch selber eingeölt ist, kann der Dübel trotzdem faulen?

    Gibt es keine Flachdübel aus resistenten Hölzern?

    Gruss

    Reto

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Reto,

      Flachdübel aus Resitenten Hölzern sind mir bislang keine untergekommen. Mit dem D3 Leim unterliegst du einem Irrtum. D3 ist nicht Wasserfest, sondern für Räume mit erhöhter Luftfeuchte. viele Hersteller schreiben das nur ins Kleingedruckte. Dort steht dann auch meist etwas wie „InVerbindung mit einem geegneten Ansctrich“. Wasserfest bei geeigneter Oberfläche wäre D4.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Holzleim

      Solange die Oberfläche intakt und geschlossen ist, die Leimfuge Dicht und die Wassereinwirkung nahezu null ist, wird auch ein Buche Flachdübel seinen Dienst tun. Dennoch würde ich hier kein Risiko eingehen und auf Flachdübel aus Kunststoff setzen, oder eben andere Verbindungsmittel einsetzen.

      Gruß

      Heiko

      • Reto sagt:

        Hallo Heiko

        Vielen Dank für die Antwort und den Hinweis zu D3 Leim. Ich dachte, dass D4 nur dann zwingend notwendig ist, wenn das Holz ganz der Witterung ausgesetzt ist oder sogar vom fliessenden Wasser umgeben ist. Mein Balkon, wird nur gelegentlich durch Regen nass, so dass ich dachte, D3 würde auch reichen.

        Kannst du einen guten, leicht zu verarbeitender D4 Kleber empfehlen? Mir wäre ein 1-Komponenten-Kleber am liebsten. Der PU-Leim bekommt man nicht mehr so ohne weiteres. Gut wäre ein D4-Kleber, der auch Dübel aus Kunststoff kleben kann.

        Gruss

        Reto

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          wenn due Dübel aus Kunsstoff verwenden möchtest würde ich schon einen Leim auf PU Basis nehmen, oder auch Epoxydharz. Für normale D4 Verleimungen gibt es zum Beispiel Klebit 314.0 oder Rakoll GXL-4. Die werden aber nur in großen Gebinden verkauft. Einfacher ist es da einen D3 Leim zu kaufen und den passenden Härter. die gibt es von nahezu jedem Leimhersteller.

          Gruß

          Heiko

  13. Marc sagt:

    Hallo Heiko,

    gut, dass Du gerade über dieses Thema geschrieben hast. Ich als unbedarfter Laie habe bisher immer auf Buchen-Leimholz aus dem Baumarkt gegriffen (Mit den Merkmalen schlechter Qualität, die Du erwähntest). Mal als Beispiel mein aktuelles Projekt ( http://www.ich-bin-heimwerker.de/2014/08/06/schuhbank-selber-bauen-2-der-duebelmeister/ ). In der Tat wollte ich diese Schuhbank am Ende mit Leinöl behandeln, um die Maserung etwas anzufeuern.

    Welches Holz hättest Du für diesen Anwendungsfall empfohlen – Es sollte nicht unbedingt das teuerste sein.. Ich habe vor einiger Zeit einen großen Rahmen mit Kiefernholz gemacht, das mir ziemlich gut gefällt, aber würde das der Beanspruchung stand halten?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Marc,

      diese Bank sollte auch aus Kiefer sehr stabil sein. nur leider ist das Kiefer- Leimholz, das es in Baumärkten gibt in der Regel sehr schlecht. Ich habe gerade ein paar Bretter da. Ideal für eine Studie über Holzfehler. Da ait alles drin, Blaufäule, lose Äste, Risse, Harzausblutungen etc. Für den Zweck erst mal egal, aber ich würde es nie für ein Möbel nehmen, das gut aussieht und in das ich vel Arbeit stecke. Für solche Möbel verwende ich auch gutes Holz. Entweder selbst hergestelltes Leimhol, oder welches aus dem Fachhandel, farblich sortiert und mit durchgehenden Lamellen.

      Gruß

      Heiko

      • Marc sagt:

        Hallo Heiko,

        danke für die Antwort. Ich hatte sogar eher an Kiefer Massivholz gedacht – Vielleicht auch zwei oder drei Bretter (Breite 12 cm), die ich aneinander leime um so eine passende Breite zu erhalten.

        Allerdings hätte ich da Angst, das sich das Holz verzieht.

  14. Stefan Mahalsky sagt:

    Hallo Heiko,

    ich möchte auf den „Einsatz im Freien“ zurückkommen. Verstehst Du darunter das Aussetzen des Werkstücks der Witterung oder bereits es in der (unbeheizten) Garage stehen zu haben?

    Ich nehme an, bei den erwähnten und gezeigten Kunststoff-Lamellos handelt es sich um den Typ K20. Der Hersteller empfiehlt das Abwechseln mit normalen Flachdübeln. Im beschriebenen Extremfall zersetzt sich dann jeder zweite Flachdübel und ich muss mich auf die Kunststoff-Rippen und den Leim im Stoß verlassen. Ist diese Vorgehensweise empfehlenswert oder macht es in Deinen Augen mehr Sinn, gleich ausschließlich auf Kunststoff-Lamellos zu setzen? Werden die eigentlich auch eingeklebt – spätestens bei Bewitterung ist der Einsatz von PU-Leim ja sowieso schon wahrscheinlich.

    Viele Grüße
    Stefan

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      ob beheizt oder unbeheizt ist egal, es kommt auf die Feuchtigkeit an. Buche kann sich zum Beispiel in einem feuchten Keller schon verfärben und Schimmel ansetzen.

      Unabhängig von den Herstellerempfehlungen würde ich die Kunststofflamellos für jeden Schlitz verwenden und keine Buche- Verbinder nehmen. Zum Einsetzen eignet sich neben PU Leim auch ein PU Kleber, also Montagekleber.

      Gruß

      Heiko

  15. Theo sagt:

    Hallo,

    Danke für die Aufklärung!

    Wie ist denn das mit Weißbuche, das Holz sieht so hübsch aus. Möchte mir ein kleines Schränkchen mit Handwerkzeugen bauen, werd ich da auch fluchen oder ist die viel besser zu verarbeiten?

    Theo

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Theo,

      ungedämpfte Weißbuche habe ich bisher nicht verarbeitet. Dazu kann ich dir also keine Infos geben.

      Gruß

      Heiko

  16. Volker sagt:

    Hallo Heiko,

    eine weitere Erfahrung die ich zu diesem Vergleich einbringen kann, ist…

    Buche ist wesentlich anfälliger für Schädlinge, wenn man Massivholz lagert.
    Der Holzwurm oder anderes Getier reißt sich das Buchenholz gerne unter den Nagel. Mit Erle habe ich diese Probleme bisher noch nicht gehabt.
    Vor dem Verarbeiten von Buchenschnittholz sollte man peinlichst nach Holzwurmlöchern Ausschau halten!

    Herzliche Grüße
    Volker

  17. Markus Klatt sagt:

    Hallo Heiko,

    was Leimholz im Baumarkt angeht, ist die Lage in der Schweiz etwas besser als in Deutschland.
    Im „Bauhaus“ gibt es auch farblich sortierte Bucheplatten zu vernünftigen Preisen. Sollte es aber auch in D geben.
    Der „Jumbo“ hat sogar Kiefer und Eiche als abgepackte Leimholzplatten sowie Buche und Eiche als Leimholzbalken. Eiche seit neustem sogar in 10x12cm!
    Dazu haben sie einen gut sortierten Holzzuschnitt mit 25% Rabatt bei abnahme einer ganzen Platte. Das ganze zu Preisen(inkl. Rabatt), die nur etwas über den Preisen der Holzhändler liegen, die ich kenne. Die haben aber leider Öffnungszeiten, die sich nicht mit meinen Arbeitszeiten vertragen.
    Lediglich den „Bau und Hobby“ sollte man meiden wie der Teufel das Weihwasser. Die Preise sind jenseits von gut und böse!

    Gruß
    Markus

  18. Biver Serge sagt:

    Hallo
    Ich kenne Die Erle im Möbelbau hauptsächlich für Kindermöbel.
    Du sagst die Erle wäre ein weiches Holz. So wie Kiefer oder doch beansprucher?
    Super Blog immer was dabei wo man lernen kann

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Kiefer ist ein Kernholzbaum, der Kern ist hart und der Splint weicher. Erle ist ein Splintholzbaum, das bedeutet es hat keinen harten Kern. Erle ist in der Härte etwa mit dem Splintholz der Kiefer vergleichbar. Das Kernholz der Kiefer ist deutlich härter als das Holz der Erle.

      Gruß

      Heiko

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