Bau einer neuen Werkbank – Teil 3

Fräsungen für T-Nut-Schienen

Fräsungen für T-nut- Schienen

Nachdem der Grundaufbau fertig war ging es an das Spannsystem. Denn irgendeine Möglichkeit muss es ja geben Werkstücke zu fixieren. Ich habe mich für T-Nut- Schienen entschieden. Das ist für den angedachten Fall die beste Lösung. So zumindest meine derzeitige Meinung. Ich muss aber auch dazu sagen, dass sich in meiner Werkstatt auch noch ein Festool MFT/3 befindet, der 20mm Bohrungen hat. Eine Hobelbank mit 19mm Bohrungen ist inzwischen ebenfalls in der Werkstatt. Es sind also ganz unterschiedliche Systeme vorhanden, was mir auch wichtig ist. Ich habe mich für Schienen von Incra entschieden. Diese haben eine Stärke von ca.13mm. die Decklage wird aus 12mm starkem Multiplex bestehen, also müssen die Schienen einen Millimeter tief eingefräst werden. Das geschieht mit einem 20mm Nutfräser.  Die Schienen haben eine Breite von 19mm, somit habe ich ein wenig Toleranz.

Ich habe mich für die Schienen von Incra entschieden, da es dafür auch Zubehör gibt.  Die Festool Führungsschienenzwingen passen hinein, aber recht straff. Ich denke aber, dass ich diese auf Dauer durch Incra Niederhalter und selbstgebaute Vorrichtungen ersetzen werde.

Winkelleisten verleimen

Verleimen der Winkelleisten

Die Schienen habe ich sehr dicht (30mm) von der Kante aus angebracht. Eine Winkelleiste aus Multiplex bildet den Abschluss der Werkbank. Die Schienen sind an der Vorder und Rückseite der Werkbank montiert. So kann ich die Bank bei Bedarf von zwei Seiten nutzen.

Ursprünglich wollte ich die Decklage aus MDF machen, das habe ich dann aber doch verworfen. MDF schluckt sehr viel Licht. Eine hellere Oberfläche empfinde ich als viel angenehmer um darauf zu arbeiten.  Der Nachteil ist, dass man die Multiplex- Decklage nicht so oft abschleifen kann wie MDF. Die Decklage kann aber gedreht werden und einmal abschleifen sollte auch drin sein. Das wird als Lebensdauer der Decklage ausreichen müssen. Sind beide Seiten der Decklage verschlissen wird sie eben ausgetauscht.

Schienen und Decklage verschrauben

Schienen und Decklage verschrauben

Die Decklage und die T-Nut-Schienen sind nur angeschraubt. Sollte sich zeigen, dass mehr T-Nut-Schienen sinnvoll sind, können diese Problemlos nachgerüstet werden.

Die Schienen sind nur 1219mm lang. Das Schienenprofil soll aber über die ganze Banklänge gehen, also muss angestückelt werden. Das funktioniert sehr gut und auch genau. Das Ablängen der Schienen geschieht auf der Tischkreissäge. Kleine Alu- Querschnitte kann man problemlos mit einem Sägeblatt für Holz sägen.

Nach dem Verschrauben aller Teile werden die T-nut-Schienen wieder demontiert. die Oberfläche wird geschliffen und mit Parkettöl von Naturalfarben behandelt. Die Ölbehandlung dient dazu, dass sich die Oberfläche besser sauber halten lässt. Ich habe nur bis Korn 150 geschliffen und nur leicht geölt. die Oberfläche einer Werkbank sollte nicht zu glatt sein.

Stabilitätstest

Belastungstest

Wie man sieht ist die Werkbank sehr stabil. Das Füllen der Hohlräume hat genau den Effekt, den ich haben wollte. Schwingungen werden gedämpft, Schall wird geschluckt. Nun kann es an das Anbringen der Steckdosen gehen und an die weitere Ausstattung. Dazu aber mehr im nächsten Teil.

Fertige Bank

Die eigentliche Bank ist fertig

 

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31 Kommentare zu Bau einer neuen Werkbank – Teil 3

  1. Thomas sagt:

    Hallo Heiko,

    wie du in deinem Artikel schreibst, hast du dich für das Schienensystem entschieden, schreibst aber auch, dass das deine derzeitige (also damalige) Meinung wiedergibt und du noch über weitere Werkbänke verfügst.
    Nun möchte ich mir ebenfalls eine Werkbank bauen, habe aber nicht die Möglichkeit, in meiner Werkstatt mehrere Tische mit unterschiedlichen Spannsystemen zu stellen. Daher meine Frage: Kannst du aus deiner inzwischen gewonnenen Erfahrung sagen, ob sich dieses System bei dir bewährt hat? Würdest du bei einer einzigen Werkbank das Schienensystem verbauen oder immer nur als Ergänzung an einer Zweitbank? Kommt es vor, dass Werkstücke bei härteren Arbeiten entlang der Schienen zu rutschen beginnen? Siehst du generelle Vorteile bei dem Schienen- oder dem klassischen Lochrastersystem?

    Danke im voraus für deine Antwort.

    Grüße
    Thomas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      ich setze die Werkbänke ja in Kursen ein und bisher konnten wir alle Werkstücke darauf spannen. Von daher kann ich sagen, dass es funktioniert. Das eine oder andere Hilfsmittel muss man sich allerdings schon mal bauen. Es kommt aber auch darauf an, was auf einer Werkbank gemacht werden soll. Für Handarbeiten sollte sie schwer sein, für maschinenlastige Tätigkeiten reicht auch eine 19mm MDF Platte mit Löchern und Schienen. Vielleicht wäre eine Abwandlung hiervon ja auch was für dich:
      http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/MFRC-Der-Multifunktions-Rollcontainer-Teil-1

      Gruß

      Heiko

  2. Holgi sagt:

    Hallo Heiko,
    ich habe eine (doofe) Frage:
    Die Schienen auf der Oberseite sind plan in die Arbeitsplatte eingelassen.
    Wenn ich jetzt direkt auf der Platte Säge und das Werkstück ist
    größer als die Platte, säge ich doch in die Schiene oder nicht ?
    Die Säge ist ja dazu noch 4-5mm tiefer als die Werkstückdicke eingestellt.

    viele Grüße
    Holgi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Holgi,

      zunächst einmal sind das Werkbänke und keine Zuschnittische. Bei mir stellt sich das von dir beschriebene Problem also nicht. Sollte man eine T-Nut-Schiene in einen Zuschnitttisch montieren, muss man entweder immer etwas unterlegen, oder aber hier und da mal in eine Schiene sägen. Das wäre dann lediglich ein Schönheitsfehler und täte der Funktion keinen Abbruch. Dann sollte man aber auch nur 2mm tiefer sägen und keine 5mm.

      Gruß

      Heiko

  3. Markus sagt:

    Hallo Heiko,

    ich bin auf der Suche nach T-Nut Schienen, die nicht in Zoll-Maßen sind!
    Kannst du mir da weiterhelfen?

    Schonmal herzlichen Dank für deine Hilfe!

    Grüße
    Markus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Markus,

      es gibt Schienen von Aweso (fein-Werkzeuge.de) und von Sauter (sautershop.de) für metrische Schraubenköpfe und die Zwingen von Führungsschienen. Auch bei Alu-spezi.de soll es passende Schienen in metrischer Ausführung geben, da habe ich aber bisher noch nichts bestellt.

      Gruß

      Heiko

  4. Matthias sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich will mir die T-Nut Schiene von Incra für meinen Frästisch kaufen, und wollte Fragen ob auch M6er Schrauben in die T-Nut Schiene passen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Matthias,

      die Incra Schienen sind komplett in Zoll – Maßen. M6er Schrauben passen nicht. Es gibt aber Nutensteine mit M6 Innengewinde.

      Gruß

      Heiko

  5. Stefan sagt:

    Vielen Dank,

    für die ausführlichen Antworten, ich werde mir da mal noch ein paar gedanken drüber machen und Projekt Werkbank mal zwischen den Jahren angehen und dann auch noch mal meine Lösung des Ganzen hier teilen.

  6. Jörg sagt:

    Hallo Heiko in welchen Heftausgaben von Holzwerken wird die Bauanleitung von deiner neue Hobelbank zu sehen sein.Mfg Jörg

  7. Neal sagt:

    Guten Tag allerseits!

    ich habe sowohl Schwenkeinheit als auch Auflageeinheit komplett selbst gefertigt aus 10mm Pappelsperrholz. Ist unter Strich günstiger aber auch aufwwändiger, dafür kann man die beiden Einheiten mit M8 Schrauben an den T-Nutschienen befestigen!
    Bilder kann ich irgendwie nicht einfügen!

    Grüße

  8. Stefan sagt:

    Hallo Heiko,

    ich hätte da eine kurze Frage zu den T.Nut schienen. Du Hast in einem deiner Videos mal den MFT von Festool vorgestellt und da einen Klappfunktion der Führungsschiene des Tisches verwendet.

    Weißt du ob dieses Zubehör auch in dies T-Nut schiene von Incra passt???

    Vielen Dank schon einmal für deine Antwort.

    P.S. Großes Lob an deinen Block und dien Videos. Schade das du den Bau deiner neuen Werkbank nicht auf Video gebannt hast.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      das passt leider nicht.

      Gruß

      Heiko

    • Felix Hahne sagt:

      Hallo Stefan!

      Das Problem hatte ich bei meinem Eigenbau-MFT auch und habe es wie folgt gelöst:
      Die zwei Plastikplatten auf der Klapp- und auf der Auflageseite habe ich durch Multiplex-Holzteile ersetzt. Die Führung in der Incra-Schiene erfolgt durch eine Passfeder (Festool-Ersatzteil 450592, kostet ca. 5€).
      Die Bilder illustrieren das Ganze.

      Tischkante mit eingelassener Incra-Schiene; Lochplatte mit Opferleiste

      Multiplexteil an der Auflageseite – Vorderseite –

      Multiplexteil an der Auflageseite – Rückseite mit ergänzter Passfeder –

      Komplettansicht

      Ich hatte zuerst Bedenken, dass die Führung in der Schiene im Vergleich zum Original zu viel Spiel hat. Das ist auch so, macht aber nichts, da man die Führungsschiene ja in der Regel zuerst auf das zu sägende Stück ablegt (wodurch sie sich und meine damit über das Gelenk verbundene Multiplexplatte automatisch in die korrekte Position bringt) und dann erst arretiert.

      Eine Eigenlösung ist auch die trapezförmige Opferleiste: Ich konnte mich mit der Vorstellung, in meine teure, von einem Tischler CNC-gefräste Lochplatte zu sägen, nicht anfreunden. Andererseits hatte ich auch keine Lust, immer Opfermaterial o.ä. unterzulegen. Daher habe ich in die Tischplatte eine Schwalbenschwanznut eingelassen, in der ziemlich stramm eine 6mm starke Sperrholzleiste sitzt. Da sich diese dünnen Leisten von ganz alleine immer etwas werfen und drehen, braucht es keine zusätzliche Arretierung.

      Wäre das auch ein gangbarer Weg für Dich?

      Viele Grüße, Felix.

  9. Patrick sagt:

    Nachtrag „So kann ich die Bank bei Bedarf von zwei Seiten nutzen.“ gerade gelesen. Zweite Frage geklärt.

    Gruß
    Patrick

  10. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,
    seh ich das richtig. Hast im Hintergrund eine Werkfeuerwehr. Praktisch für jede Schreinerei. 🙂 Die Werkbank ist Klasse. Ist die so gedacht, das man von beiden Frontseiten daran arbeiten kann.

    Gruß
    Patrick

  11. Roland sagt:

    Hallo Heike,
    ich habe schon oft Deine Hilfe in Anspruch genommen, vielleicht kann ich jetzt eine Kleinigkeit zurückgeben.
    Nach meinen Erfahrungen gleiten die Festool Schraubzwingen sehr gut in den Incraschienen; was sie ab und zu zum Stolpern bringt sind die originalen Befestigungsschrauben, die leider sehr dickköpfig sind.
    Mein Schreiner hat mir passende Schrauben mit einem Torxantrieb gegeben. Damit flutscht es.
    Ich habe mir viele Vorrichtungen gebaut und dazu M 8 Gewindestangen und M 8 Vierkantmuttern benutzt.
    Diese müssen zwar ein wenig abgeschliffen werden, aber dann laufen sie sehr gut in den Schienen.
    Den Gewindestab habe ich dann mit Loctide in die Mutter verklebt, hält bombenfest.
    Auf der anderen Seite hast Du dann mit Kreuzgriff, Sterngriff, Klemmhebel und Rändelschraube die große Auswahl, Spannung zu erzeugen. Und wenn es ganz eng wird, verwende ich auch Gewindehülsen.

    Ein Gruß zu später Nacht
    Roland

  12. Neal sagt:

    Nochmals Hallo,
    meine Werkbank ist auch um die 1,50m lang und wahrscheinlich ähnlich breit, von daher ist der Satz falsch wo ich denke das meine Werkbank größer ist! Verzeiung

    Trotzdem schöne Grüße

  13. Neal sagt:

    Guten Tag Heiko,
    Deine Werkbank ist wirklich sehr interessant und clever gebaut, dennoch wär sie nichts für mich! Das liegt aber daran das ich im Gegensatz zu Dir keine weitere Hobelbank bzw. einen Mft besitze oder anschaffen möchte daher brauche ich zusätzlich zu den T-Nut Schienen auch 20mm Löcher für die Festoolzwingen. Außerdem wäre Deine Werkbank zu klein für mich, denn ich muss alles darauf machen, vom Platten Zuschnitt bis zum Platten Schliff!
    Damit möchte ich einfach mal Deine Meinung ein wenig untermauern, denn wie Du gesagt hast hat jeder unterschiedliche Anforderungen an eine Werkbank. Allerdings verstehe ich den Aspekt des Licht schluckens von MDF nicht! Ich habe auch MDF als Werkbankplatte und kann bisher nicht über ein Dunkelheitsgefühl beim Arbeiten klagen! Außerdem hast Du direkt vor der Werkbank ein sehr großes Fenster was doch genügend Licht mit sich bringen würde! Da würde es doch keinen Unterschied machen wenn das MDF ein wenig MDF schluckt! Aber das ist ja meine Meinung und ich würde geren Deine auch dazu hören, schließlich bist Du ja der „Holzguru“! 🙂 Mir fällt ein wenn das Multiplex sich verziehen würde dann kannst Du die Platte nur noch schlecht als Referenzfläche benutzen, oder würdest Du diese Werkbank gar nicht für Verleimungen etc. einsetzen?

    P.S. Die Idee mit den Steckdosen habe ich sehr ähnlich umgesetzt allerdings habe ich einfache dreier Steckleisten verwendet! Eine Dreier Leiste ist immer an einer Steckdose angeschlossen und kann schnell Geräte die keine Absaugung benötigen mit Strom versorgen. Die andere Leiste steckt in meinem Sauger, möchte ich ein Gerät am Sauger betreiben stecke ich es dann in diese Dreierleiste. Das ist sehr praktisch und Rücken schonen 🙂 wie ich finde, kann cih wärmstens empfehlen!
    Naja das war viel Text aber ich schreibe in zwischen lieber einen Kommentar als mehrere, das ist wahrscheinlcih für Dich auch besser!

    Viele Grüße und nochmals vielen lieben danke, denn viel Wissen und die vielen Ideen für meine Werkbank und andere Projekte habe ich schließlich von Dir!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Neal,

      danke für deinen sehr ausführlichen Kommentar.
      So wie du es mit den Steckerleisten gemacht hast möchte ich es auch umsetzen.

      Was deine Bedenken bezüglich des Verwerfens der obersten Multiplexplatte angeht, kann ich entwarbung geben. Der Unterbau ist ja vollkommen verwindungssteif und plan. die Deckschicht ist darauf verschraubt, also auch plan. Mir ist das helle Multiplex trotz großem Fenster lieber als MDF. Ich finde es beim Arbeiten angenehmer für die Augen. Aber das sit meine ganz persönliche Meinung. Mal sehen was meine Kursteilnehmer dazu sagen werden.

      Gruß

      Heiko

      • Neal sagt:

        Guten Abend Heiko,
        danke für die Rückmeldung und bitte! Achso ok bei Deinem Unterbau der ja wirklich massiv wie ein Bunker ist 🙂 kann da wirklich nichts passieren! Tja und mit dem MDF da scheiden sich unsere Geister… 🙂 Übrigens freuts mich das ich auch Dich „inspieriern“ kann mit meinen Ideen. Aber ich möchte mich nicht selbst beweihräuchern auch wenn das ein wenig so klingt 🙂
        Freundliche Grüße Neal

  14. Jochen Biermann sagt:

    Etwas enttäuscht bin ich schon, Heiko. Ich hätte doch erwartet, dass Du die Nut für die Schienen von Hand ausstemmst. 😉

  15. Maik sagt:

    Hallo Heiko,
    finde deine Konstrultion sehr interrssant und bin gespannt auf das Zubehör welches du bauen willst.
    Wenn du längere Nutschienen brauchst, kann ich Aweso (bis 1600 mm) empfehlen. Gibt es auch bei feinewerkzeuge.de. Diese sind nur 10mm tief, so dass bei einer 18er Platte noch genug Material für die Befestigung mit Senkkopfschrauben bleibt. Mit diesen kann man auch M8 Sechskantschrauben (z.B. kombiniert mit M8 Sterngriffen) verwenden. Auch passen die Festool-Klemmen perfekt und die Incra Bauteile sind alle verwendbar.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Maik,

      ich habe auch Aweso Schienen hier und habe die vorher ausprobiert. Nun ist es aber so, dass ich schon einiges mit den Incra Schienen gemacht habe und dahingehend kompatibel sein will. Denn in die Aweso Schienen passen die Niederhalter und die Schrauben, bzw. Nutklötzchen für die Schienen nicht. die haben zu viel Luft seitlich und drehen sich dann.

      Gruß

      Heiko

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