Bau einer neuen Werkbank – Teil 4

Montage der Steckdosen

Montage der Steckdosen

An der neuen Werkbank sollen Steckdosen angebracht sein, das vermindert das Kabelgewirr und erhöht den Komfort. Aber es solle eine Lösung sein, bei der keine richtige Elektroinstallation stattfindet. Außerdem solle die Lösung reversibel und flexibel sein. Ich habe also einfach zwei Mehrfachsteckdosen auf ein Stück Multiplex geklebt. Ein normaler Montagekleber ist hierfür sehr gut geeignet.

Das Brettchen kann dann samt Steckdosen überall an der Bank montiert werden. Dazu gibt es noch eine Leiste mit einem Falz, die als Kabelkanal dient. Zwei Steckdosenleisten erlauben zusammen mit einem Werkstattsauger unterschiedliche Betriebsmodi.

Variante 1, die Bank steht an der Wand

Bau einer sandgefüllten Werkbank - Steckdosenleisten Variante 1

Steckdosenleisten Variante 1

Die erste Variante, in der die Steckdosen betrieben werden ist die, wenn die Werkbank an der Wand steht. Direkt neben der Werkbank ist die Steckdose, an der die Werkbank angeschlossen wird. Eine der Steckerleisten hat dann Dauerstrom, die zweite wird an den Werkstattsauger angeschlossen. Geräte die abgesaugt werden kann ich dann bequem an diese Steckerleiste anschließen und muss bei einem Gerätewechsel nur den Schlauch umstecken. Der Werkstattsauger steht auf „RA“, also Rüttelautomatik und schaltet sich bei Bedarf automatisch ein.

Variante 2, Stromversorgung über den Werkstattsauger

Bau einer sandgefüllten Werkbank - Schaltvariante 2

Schaltvariante 2

Durch Umstecken der Mehrfachsteckdosen kann ein zweiter Betriebsmodus erreicht werden. Der Werkstattsauger wird ans Stromnetz direkt angeschlossen. Daran wie eben gezeigt eine der Steckdosenleisten. Die zweite Leiste wird nun in die am Sauger angeschlossene Leiste eingesteckt. der Werkstattsauger versorgt nun die Steckdosenleisten. Ist der Sauger auf Automatik gestellt, sind alle Dosen an die Saugerautomatik gekoppelt. Steht der Sauger auf „0“ haben alle Steckdosen Dauerstrom. Das wäre eine Option, wenn die Bank nicht an der Wand steht, was bei Kursen schon mal vorkommen kann. Diese Variante war nicht explizit geplant, funktioniert aber.

Natürlich kann auch Variante 1 mit Hilfe eines Verlängerungskabels erreicht werden, wenn die Bank im Raum steht.

Update zu den Steckerleisten

Da die Steckerleisten doch zu einer heftigen Diskussion hier geführt haben, noch eine kleine Ergänzung dazu: Dass die Leisten gekoppelt werden wird die absolute Ausnahme bleiben. Dass die Bank umgestellt wird ist sicherlich nur bei Handwerkzeugkursen der Fall und da wird stromlos gearbeitet.

Es wird an diesen Leisten, egal wie sie gekoppelt und angeschlossen  immer nur eine Maschine und der Sauger zeitgleich betrieben. Ich achte in meiner Werkstatt darauf, dass die maximale Leistung, die pro Steckdose zulässig ist nicht überschritten wird . Laufen mehrere Maschinen zeitgleich, wird deren Last auch auf getrennte Stromkreise verteilt.

Steckdosen an der Decke

Steckerleisten von der DeckePatrick hat in den Kommentaren nach den Steckdosen gefragt, die von der Decke kommen. Hier nun ein Foto dieser Lösung.

Durch die Schiene kann ich die Steckdosen von der Wan aus etwa einen Meter in den Raum ziehen. die Schienen stammen von einem alten Schiebetürenschrank, die Steckerleisten verkraften laut Hersteller 3800W. Auch hier wird immer nur eine Maschine zeitgleich betrieben. Meist sind meine Maschinen an die Werkstattsauger angeschlossen. An diese Leisten werden daher vermutlich nur Bohrmaschinen angeschlossen und meine Fotoleuchten. Dennoch finde ich es sehr praktisch, wenn die Steckdosen von oben kommen. So sind weniger Kabel und Ssomit Stolperfallen auf dem Boden.

 

 

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20 Antworten zu Bau einer neuen Werkbank – Teil 4

  1. Michael sagt:

    Ich bin gerade auf der Recherche nach Bauanleitungen für Werkbänke, so will ich mir selbst bald auch eine bauen.

    Ich wollte an der Stelle mal etwas zu der Sache mit den Steckdosen sagen. So bin ich gelernter Energie Elektroniker, und „durfte“ mich mal mit dem Thema elektrische Sicherheit, und dir Druchführung von Messungen im Rahmen der sogennanten BGV A3, heute DGUV V3 Prüfung befassen.

    In der Zeit habe ich unzähle Steckdosen in unserern Büroräumen geprüft, und habe dabei natürlich oft die wildesten Steckdosen Kaskaden gefunden, bei dem einem wirklich nicht mehr wohl war. Ich habe jedoch oft die Erfahrung gemacht, das mit der entsprechenden Messtechnik jedoch heraus kam, das alle von der Norm geforderten Werte eingehalten worden sind, und das korrekte Abschalten der Schutzmaßnahmen somit gewähleistet war.

    Streng die norm auslegend, ist es somit richtig zu sagen, es ist nicht gut Steckdosen zu kaskadieren, da so zwangsläufig das Risiko steigt, das die Widerstände der Verbindungen steigen und somit ein Auslösen der Schutzmaßnahmen verhindert werden kann.

    Meine persönliche Erfahrungen durch Überprüfung mit geeignetem Messwerkzeug hat gezeigt, das eine Kaskadierung über drei Steckdosen, nie zu einer normverletzenden Erhöhung der Widerstände geführt hat.

    Mit Mitteln aus dem Hausgebrauch kann man diese Messungen nicht durchführen, und daher die Sicherheit seiner Installation beurteilen, aber ich teile die Bedenken nicht, dass dein Weg grundsätzlich unsicher sei, eine Messung würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ergeben, das deine Installation alle in der Norm geforderten Werte einhalten.

    Den Übergangswiderstand mittels Multimeter zu messen, ist an der Stelle leider keine qualifzierte Messung. Hier fordert die Norm einen Prüfstrom den ein Multimeter natürlich nicht erzeugen kann.

  2. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für das einsetzen der Bilder zum Steckdose an der Decke. War einkaufen und bin das schon am Umsetzen.
    Nun muß ich doch noch mal nerven und fragen wo die Dose gekauft hast.

    Danke und Gruß
    Patrick

  3. Lucian sagt:

    Hallo Heiko,
    mir fällt auf, dass du mittlerweile auch einnen Starmix iPulse in Mafell-Look im Einsatz hast. Auf dem Hintergrund deiner Erfahrung mit Festool-Sauger wie bewertest du den Starmix?
    gruss
    Lucian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      ich bin mit diesen Saugern sehr zufrieden. Der neue hat den Vorteil, dass er die Filter auch während des Betriebes abrüttelt. Und er ist beim Rütteln auch viel leiser. Was die Saugleistung angeht nehmen sich Starmix/MAfell und Festool nichts. Die Starmix/ Mafell Sauger können aber ohne Beutel betrieben werden. Am Sauger von Hitachi (Starmix) hängt inzwischen ein Zyklonabscheider. diese Kombination nutze ich für das Absaugen der Tischkreissäge.

      Gruß

      Heiko

      • Philipp sagt:

        Hallo Heiko,

        kannst Du uns Bilder von der Zyklonlösung zeigen oder ist das so ein Werkzeugkompass Ding 🙂

        MfG
        Philipp

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Philipp,

          du hast es erraten .-)

          Ich stelle im Werkzeugkompass zwei Lösungen vor. Eine davon hat mich aber so überzeugt, dass ich sie mir auch gekauft habe. Ich denke es wird bald mal ein Werkstattupdate geben, dann zeige ich das Ganze mal.

          Gruß

          Heiko

  4. Uwe W. sagt:

    Hallo Heiko;

    hier vielleicht eine Erklärung warum dass Einstecken von mehreren Mehrfachsteckdosenleisten hintereinander nicht so toll ist.

    „Quelle : Wikipedia
    Es ist funktional möglich, mehrere Mehrfachsteckdosen zu koppeln und so eine nahezu unbegrenzte Anzahl von elektrischen Geräten mit Strom zu versorgen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da Mehrfachsteckdosen nicht unbegrenzt belastbar sind und negative Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage entstehen.

    Die Verwendung ortsveränderlicher Mehrfachsteckdosenleisten und Verlängerungsleitungen als Ersatz für eine unzureichende ortsfeste Elektroinstallation stellt bei unsachgemäßem Gebrauch im Sinne der DIN VDE 0100 Teil 420 Abs. 4.1 eine Brandgefahr in elektrischen Anlagen dar.[1]

    Entscheidendes Kriterium ist die Gesamtschleifenimpedanz für den betreffenden Stromkreis, die sich durch Übergangswiderstände an zusätzlichen Steckverbindungen maßgeblich erhöhen kann. Dadurch ist unter Umständen der Kurzschlussschutz durch die vorgeschaltete Sicherung nicht mehr gewährleistet, oder die in der VDE 0100-410:2007-06 verlangte kurze Abschaltzeit von 0,4 s für das TN-System kann nicht eingehalten werden. Außerdem ist die abgenommene Leistung (gemessen in Watt) an die Belastbarkeit der Mehrfachsteckdosenleisten und des Stromkreises anzupassen.

    Die Normung hat dieser Problematik Rechnung getragen und in der aktuell gültigen DlN VDE 0620-1:2010-02 ist seitens der Hersteller das Aufbringen von Warnhinweisen zwingend gefordert. Gemäß Abschnitt 8.9 dieser Norm müssen für ortsveränderliche Mehrfachsteckdosenleisten auf dem Produkt selber oder zumindest auf einem Beipackzettel mittels Text oder Piktogramm folgende Warnhinweise angegeben werden:
    Nicht hintereinander stecken!
    Nicht abgedeckt betreiben!“

    Allerdings dürften bei dir ja maximal der Sauger und ein bis zwei Maschinen gleichzeitig laufen. Hier sollte man aber die zulässige Belastbarkeit der Steckdose im Staubsauger nicht außer Acht lassen.
    z.B. Festool CTL 26: max. 2400 Watt und die erreicht man schon mit z.B. einer Oberfräse und einer Handkreissäge recht schnell.
    Ist der Sauger dann in einer Mehrfachsteckdose eingesteckt und man rechnet dann noch die 1200 Watt vom Sauger dazu, ist man schon bei der maximalen Belastbarkeit der Steckdosenleiste angekommen.

    Wer mal gesehen hat wie ein Stecker von z.B. einem Trockner aussieht, der einen zu hohen Übergangswiderstand in der Steckverbindung hatte, wird auch verstehen, dass durchaus eine Brandgefahr von solchen Konstruktionen ausgeht.

    Von daher besser möglichst keine oder nur Qualitativ gute Steckerleisten benutzen und diese nicht z.B. mit einem Tuch oder ähnlichen leicht brennbaren Dingen abdecken oder überlasten.

    Gruß Uwe

    • Michael sagt:

      Hierzu möchte ich kurz ausführen das die Maximale Belastbarkeit einer Steckdose / Steckdosenleiste nicht 16 A * 230 V = 3680 W liegt.

      Die hier in Deutschland verwendeten Steckdosen mit Schutzkontaktstecker sind mit 16 Ampere abgesichert. Jedoch Sind die Kontakte der Stecker / Steckdosen auf eine Dauerhafte Belastung von 10 A ausgelegt, ergo 2300 Watt.

      Eine Belastung der Stecker mit 16 A ist möglich, aber eben nicht im Dauerbetrieb. Kurzfristig ist es natürlich möglich. Man muss dazu Wissen das der Leitungsschutzschalter (oder eben auch „Sicherung“) ausschließlich dafür sorgt, das die Leitung nicht überlastet wird, er dient nicht dazu das angeschlossene Gerät vor Überlastung zu schützen.

      In meinen Augen ist das ein das einer von zwei extrem groben Designfehlern des Schukosystems.

  5. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    das mit den Steckdosen von oben mit Führungsschiene finde ich sehr interessant.
    Ist es möglich das du mir davon ein Bild per Mail schicken kannst. Möchte so was auch machen.

    Gruß Patrick.

  6. Hallo Heiko,
    deine Bank gefällt mir immer besser!
    Auch wenn es nicht reversibel ist, kann ich dir meine Variante mit den versenkbaren Dosen ans Herz legen! Das ist eine enorme Arbeitserleichterung!

    http://www.operation-eigenheim.de/werktisch-versenkbare-steckdosenleiste/

    Die verschwinden vollständig in der Tischplatte wenn kein Strom benötigt wird

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      diese Lösung kann ich mir für mich beim besten Willen nicht vorstellen. Ich kenne diese Dinger aus dem Küchenbau und finde sie auch dort total unpraktisch.

      Ich möchte nichts mitten in der Arbeitsfläche oder sonstwo etwas hervorstehen haben. Zu schnell schießt man die Steckerleiste mal beim hantieren mit großen Teilen ab. Dann die Sache mit den Spänen. Mit der Zeit werden sich sicherlich Späne darin absetzen. In deinem video sieht man auch dass die konstruktion schon ein wenig wackelig ist. Was würde passieren, wenn man zum Beisppiel mal an einem Kabel hängen bleibt. Hält die Leiste den Ruck aus und der Stecker löst sich, oder reiße ich dann die Leiste heraus? Und wenn die Steckerleiste oben ist, sind auch die Kabel auf der Werkbank.

      An meinen Maschinen sind die Kabel alle recht lang, von daher ist es in meinen Augen besser die Kabel von unterhalb der Platte kommen zu lassen. Ich habe heute auch noch Steckdosen in meiner werkstatt montiert, die wie sog. Energieampeln von der Decke kommen, inkl. Laufschienen. Das ist schon wesentlich praktischer.

      Aber jeder muss eben die für sich passende Lösung finden. Jeder arbeitet anders. Es mag sein, dass die versenkbare Leiste bei dir funktioniert, für mich ist das eher nichts.

      Gruß

      Heiko

  7. Sascha sagt:

    „Die zweite Leiste wird nun in die am Sauger angeschlossene Leiste eingesteckt.“ solltest du aber keinen Elektriker lesen lassen 😉

    Davon wird meist abgeraten, auch auf den Verpackungen von Mehrfachsteckdosen.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sascha,

      kannst du das begründen? Mir erschließt sich gerade nicht, was daran falsch oder gar gefährlich sein sollte.

      Gruß

      Heiko

      • Oliver sagt:

        Es besteht bei dem hintereinanderstecken von Mehrfachsteckdosen tatsächlich eine Brandgefahr. In wie weit das für Deine Situation tatsächlich ein Problem ist, hängt wesentlich auch von der Qualität der Steckdosen ab.

        Siehe Seite 15, hier: http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A80.pdf?__blob=publicationFile&v=4

        Vg, Oliver

      • Mario sagt:

        Hallo Heiko,

        Das was der Sascha gesagt hat ist vielleicht gar nicht so abwegig. Es geht darum zwei oder mehrere Leisten hintereinander zu schalten. Ich habe mir vor kurzem eine Steckerleiste gekauft und da stand das glaube ich auch drauf. Ich denke mal es geht dabei hauptsächlich um Überlastung und daraus resultierende Wärmeentwicklung an der Leiste.
        Wahrscheinlich wird da nicht viel passieren, wenn der Kabelquerschnitt stimmt und Du nicht mehrere Maschinen, was ziemlich unwahrscheinlich ist, mit großem Stromhunger gleichzeitig zu laufen hast.
        Aber da Du Deine Werkstatt ja gewerblich betreibst und mit anderen Menschen zu tun hast, würde ich mich an Deiner Stelle noch mal schlau machen wie da die Gesetzeslage ist. Nicht das Deine Werkstatt mal abfackelt, wollen wir mal nicht hoffen, und dann wird Dir nen Strick draus gedreht.

        Gruß

        Mario

      • Sascha sagt:

        Hallo Heiko,

        einerseits geht es um die maximale Leistung, für die die einzelnen Mehrfachsteckdosen ausgelegt sind. Die addieren sich dann ja an der „ersten“ in der Kette auf.

        Desweiteren entsteht bei jeder Steckverbindung ein Übergangswiderstand. Wenn man das zu sehr ausreizt, wirds den Steckdosenleisten warm. Die Hersteller sind per VDE-Norm dazu verpflichtet, diese Info auf den Verpackungen oder den Mehrfachsteckdosen anzudrucken.

        Kommt halt immer drauf an, wie sehr man die Leistungsgrenzen ausreizt 🙂

        Gruß,
        Sascha

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Sascha,

          auch wenn mehrere Steckdosen vorhanden sind, wird doch immer nur ein Gerät + der Sauger daran betrieben. Ich habe den Artikel gerade entsprechend ergänzt.

          Gruß

          Heiko

          • Sascha sagt:

            War ja auch nur ein gutgemeinter Hinweis 🙂 Als Nicht-Berufstischler weiß ich auch nicht, in wie weit eine BG auf so etwas achtet. Mag sein, dass es zu vernachlässigen ist.

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