Asia Tischlein -Teil 1

Entwurf des kleinen Tisches

Im Artikel „Holz gekauft – und jetzt?“ habe ich den Zuschnitt und das Vorhobeln einer großen Bubinga- Bohle gezeigt. dieses Holz ist unter anderem für einen kleinen Tisch bestimmt. In Klein ist hier wirklich wörtlich zu nehmen. Der Tisch hat eine Länge von 800mm, eine Tiefe von 300mm und auch die Höhe wird lediglich ca. 300mm betragen. Der Entwurf sieht eine Konstruktion aus einzelnen Streifen mit Versatz vor. Das sieht einfach aus, hat aber durchaus seine Tücken, wie sich noch zeigen wird.

Aushobeln mit der Rauhbank

Das Holz hatte nach dem Vorhobeln über eine Woche Zeit sich zu akklimatisieren. Große Formveränderungen konnte ich nicht feststellen. Kein übermäßiger Verzug, oder starke Verdrehungen. Das Abrichten mit dem Handhobel dauerte daher nicht sehr lange. Ich habe zum Abrichten einen Hobel No.7, eine Rauhbank, benutzt. Es handelt sich um einen Hobel mit untenliegender Fase. Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich mit diesem Hobeln besser zurecht komme, als mit den Flachwinkelhobeln mit obenliegender Fase. Warum das so ist kann ich nicht sagen, ich bekomme aber immer mehr den Eindruck, dass die Flachwinkelhobel stark überschätzt werden. zumindest was die Bankhobel angeht.

Abrichten der Kanten

Die Tischplatte wird aus drei Lamellen mit jeweils 100mm Breite bestehen. die Kanten müssen also sauber gefügt werden damit die Leimfugen später auch dicht werden. Auch das habe ich mit dem Juuma No.7 gemacht, den ich auch zum Abrichten benutzt habe. Um solche Arbeiten zu kontrollieren habe ich inzwischen eine präzise geschliffenes Alu-Lineal von Veritas. Das bleibt von alleine stehen und ist auch in der einfachen Ausführung genauer als man es in der Holzbearbeitung jemals benötigen wird. Die Rechtwinkligkeit muss natürlich auch geprüft werden.

Das Aushobeln auf Dicke und Stärke erledigt nach dem Abrichten die Hobelmaschine.  So gerne ich von Hand hobele, das ist mir dann doch zu mühsam um es ohne maschinelle Unterstützung zu machen.

Aushobeln mit der Maschine

Aushobeln mit der Maschine

Erst wird das Holz auf eine gleichmäßige Breite gebracht, also hochkant gehobelt. Erst dann wird die Dicke ausgehobelt. Die endgültige Materialstärke beträgt nach dem Aushobeln 30mm. Kein schlechtes Ergebnis bei einer Rohdicke von 35mm.

Bubinga hobelt sich recht gut, sowohl von Hand, als auch mit der Maschine. Es neigt nicht zu Ausrissen. Das ist sehr von Vorteil, vor allem vor dem Hintergrund, dass es recht wechselwüchsig ist und die Teile für die Tischplatte auch recht wild gemasert sind. Allerdings wird die Oberfläche nicht sehr glatt. Es verhält sich ähnlich wie Meranti, bei dem durch hobeln auch keine wirklich glatte Oberfläche zu erreichen ist. Auch Bubinga scheint viele mineralische Einschlüsse zu haben, was die Werkzeugschneiden schneller abstumpfen lässt. Dennoch macht die Bearbeitung richtig Spaß. Vor allem wenn man ständig die tolle Maserung vor Augen hat.

Tischplatte aus drei Streifen zusammengesetzt.

Tischplatte aus drei Streifen zusammengesetzt.

Die Tischplatte wird wie oben erwähnt nur 800mm lang. Das ausgehobelte Holz ist aber noch ein Stück länger (1000mm – 1100mm) So ist es möglich die Hölzer so gegeneinander zu verschieben dass ein möglichst natürliches Maserbild entsteht. Den höheren Verschnitt nehme ich dafür gerne in Kauf.

Schneiden der Gehrungen auf der Tischkreissäge

Nach dem Aushobeln kommt der knifflige Teil. Die Gehrungen werden Geschnitten. Das alleine ist noch nicht knifflig, dazu muss ja nur die Tischkreissäge genau eingestellt werden. Schwierig ist es die genaue Position der Schnitte festzulegen. Schließlich soll das Maserbild ja erhalten bleiben. Wenn man aber logisch vorgeht ist auch das kein wirkliches Problem.

Ich habe mit einer Lamelle begonnen und am Ende eine Gehrung angeschnitten. Dann die Länge am Queranschlag eingestellt und die erste Lamelle auch am zweiten Ende auf Gerhung geschnitten. die Lamelle wurde nun wieder an die anderen beiden Teile der Tischplatte so angelegt, dass die Maserung passt. Mit einem Winkel wurde die Position des Gehrungsschnittes an die zweite Lamelle übertragen, die auf Gehrung geschnitten werden musste. Die erste Gehrung an dieser Lamelle wurde anhand dieses Anrisses geschnitten und das Bauteil wurde abgelängt.

Detail Tischplatte

Zum Schluss erst habe ich die mittlere Lamelle geschnitten. Sie ist an jedem Ende genau 50mm kürzer als die Außenlamellen. Das konnte ich problemlos an der zusammengelegten Tischplatte anzeichnen und auch diese Schnitte nach Anriss machen. Geringe Toleranzen sind an dieser Stelle kein Problem. Mit einem feinen Sägeblatt sind die Schnittflächen sehr glatt geworden. Die Detailaufnahme zeigt auch sehr gut den Versatz zwischen den einzelnen Lamellen der Tischplatte.

Und so sieht dann die Tischplatte aus drei Einzelteilen aus. Noch nicht verleimt, sondern nur mit Schraubzwingen zusammengespannt.

Tischplatte aus drei Einzelteilen

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5 Antworten zu Asia Tischlein -Teil 1

  1. Florian sagt:

    Hallo Heiko,
    ich bin auf der Suche nach dem Veritas Alu-Lineal auf diese Seite gestoßen und habe eine Frage zur Länge des Lineals. Ich überlege, ob ich die 38″ oder doch 50″ nehmen soll. Anwendung wäre z.B. Ausrichten von Hobelmaschinen-Tische (1,4m gesamt). Bin mir nicht sicher ob die 30cm mehr den doppelten Preis rechtfertigen.
    Gruß
    P.S.: Tolle Seite mit vielen nützlichen Tipps

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      für das ausrichten solch langer Tische würde ich her das 50″ Linieal nehmen.

      Gruß

      Heiko

  2. FabianB sagt:

    Hallo zusammen,

    ich fand den Kommentar zu den Flachwinklern sehr interessant. Ich habe selber zwei Juuma-Flachwinkler (FW-Einhand-hobel und Flachwinkel-Bankhobel) und mir war seit einiger Zeit aufgefallen, dass es mir deutlich leichter fällt, mit den Flachwinklern feinere Späne abzunehmen und ein saubereres Hobelbild zu erzeugen, als mit den normalen Fase-Unten-Hobeln (45 Grad Bett). Gleichzeitig empfinde ich es deutlich schwieriger, mit den FW eine grobe Spanabnahme vorzunehmen. Es ist nicht so, dass es nicht ginge. Ich würde sagen, mit beiden Varianten geht beides. Aber ich kann Heikos Eindruck bestätigen, dass sie unterschiedliche Stärken haben. Natürlich muss man hier meine Subjektivität betonen: MIR erscheint das so.

    Gruß, Fabian

  3. Matthias Kleinschmidt sagt:

    „… Es handelt sich um einen Hobel mit untenliegender Fase. Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich mit diesen Hobeln besser zurecht komme, als mit den Flachwinkelhobeln mit obenliegender Fase.“

    Und das schreibst du jetzt, wo ich vorgestern meinen ersten Flachwinkelhobel, einen Veritas Small Bevel-Up Smooth Plane bekommen habe. Kannst Du das besser zurecht kommen evtl. näher erläutern?
    Ich erhoffe mir von dem Flachwinkler vor allem Vorteile beim Bestoßen (mit 25° Eisen) und bei Holz mit wechselnder Faserrichtung (mit 50° Eisen), von dem ich zur Zeit einiges da habe.

    Gruß
    Matthias

    • Heiko Rech sagt:

      HAllo Matthias,

      keine Angst, mit dem SBUS hast du einen sehr feinen Hobel. Ich finde nur inzwischen die Flachwinkler nicht mehr so optimal, wenn es um hohen Materialabtrag geht. Bei dem gezeigten Bubinga habe ich erst die Flachwinkelrauhbank genommen und kam überhaupt nicht zurecht. Es war ein Eisen mit 35° eingesetzt, Also in etwa der gleiche Schnittwinkel wie beim Juuma. Daran lag es also nicht. Während die Flachwikelrauhbank kaum was runter bekam, egal wie das Eisen eingestellt war, nahm der Juuma ordentlich was weg. Ich habe keine Ahung woran es lag. Da ich beide habe, nahm ich also den Hobel, der die Aufgabe am besten erfüllt. Ich denke inzwischen, dass die Flachwinkler mit groben Aufgaben einfach überfordert sind und sich mehr fürs feine Arbeiten eignen.

      Gruß

      Heiko

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