Asia Tischlein – Teil 4

Oberflächenbehandlung mit Danish Oil

Die Oberflächenbehandlung ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte beim Möbelbau. Eine gelungene Oberfläche wertet jedes Möbel auf, eine misslungene kann die vorangegangene Arbeit ruinieren. Aber das Wissen Sie sicherlich. Was aber viele Holzwerker vernachlässigen ist der Punkt, dass das verwendete Oberflächenmittel einen großen Einfluss auf die Gesamtwirkung eines Möbels hat. Lack sieht anders aus als Öl, das ist sicherlich auch nichts neues für Sie. Aber haben Sie schon einmal die Wirkung verschiedener Öle auf ein und das selbe Holz ausprobiert. Sie werden erstaunt sein wie sich das bemerkbar machen kann.

Ich habe im Vorfeld einige Proben mit unterschiedlichen Ölen gemacht. Am Ende entschied ich mich für Danish Oil von Rustins. Es passte meiner Meinung nach sehr gut zu genau diesem Möbelstück. Das Öl riecht stark nach Terpentinersatz, der Geruch verfliegt aber schnell. Es ist sehr dünnflüssig und kann gut mit einem Schwann aufgetragen werden. Es hat keinen gelbstich wie viele andere Öle die Leinöl enthalten. Die Eigenfarbe des Öls ist eher grau-braun, da es Tungöl enthält.

Zwischenschliff der ersten Ölschicht

Danish Oil wird in zwei bis drei Schichten aufgetragen. Es bildet eine dünne Deckschicht, die einen leicht seidigen Glanz hat.

Der Schichtbildende Auftrag erfordert einen Zwischenschliff nach dem Durchtrocknen des ersten Auftrages. Das Durchtrocknen benötigt ca. 12 -16 Stunden. Dann ist die erste Schicht schleifbar. Geschliffen habe ich mit einem Schleifvlies. Ein feines graues, oder braunes Vlies hinterlässt eine glatte Oberfläche ohne die Gefahr des Durchschleifens. Schleifvlies hat den Vorteil, dass es sich nicht so schnell zusetzt wie Schleifpapier.

Ich lege sehr großes Augenmerk auf das Entstauben der Oberfläche vor und zwischen den Ölaufträgen.

Sorgfältiges Entstauben für ein perfektes Finish

Ich bin der Meinung, dass eine gut entstaubte Oberfläche, bei der auch der Staub aus den Poren entfernt wird eine viel intensivere Tiefenwirkung hat. Das ist aber rein subjektiv und ich habe keine wissenschaftlichen Beweise dafür.

Zum Entstauben nehme ich gerne Staubbindetücher, nachdem ich mit dem Staubsauger vorgereinigt habe. Diese Tücher binden, wie der Name schon sagt, den Staub. Die feine Netzstruktur nimmt den Staub auch gut aus den Holzporen heraus. Wer diese Tücher das erste Mal verwendet sollte nicht erschrecken. Sie fühlen sich klebrig an. Daher kommt auch der manchmal verwendete Name „Honigtücher“. Sie hinterlassen jedoch keine Rückstände auf der Holzoberfläche. Lediglich die Hände fühlen sich klebrig an.  Die Tücher können mehrmals verwendet werden, wenn man sie luft- und staubdicht lagert.

Der Überstand muss gut abgenommen werden

Die Anwendung von Danish Oil hat sich als sehr problemlos herausgestellt. Lediglich die schnelle Trocknung erfordert eine etwas andere Herangehensweise. Der Überstand muss viel früher abgenommen werden als bei anderen Ölen. Tut man das nicht wird die Ölschicht sehr schnell klebrig.

Ich nehme zum Abnehmen des Überstandes ganz normale Küchenrolle. Die funktioniert gut und ist sehr preisgünstig.  Auch die mit Danisch Oil getränkten Tücher können sich selbst entzünden. Lassen Sie sie also gut belüftet trocknen.  Ich nutze dazu inzwischen einen selbstlöschenden Abfallbehälter. Da werfe ich die Tücher hinein, lasse sie trocknen und gebe Sie dann nach einigen Tagen in den Hausmüll.

Und so sieht nun das fertige Tischlein aus:

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13 Antworten zu Asia Tischlein – Teil 4

  1. Adam Oster sagt:

    Hallo Heiko Rech,
    haben Sie nach jedem Auftrag nur den Ueberstand mit Papierküchentuecher abgetragen. Haben Sie den letzten Auftrag auch nur vollständig abgetragen oder haben Sie das Öl eingerieben und anschließend abgetragen. Haben Sie die Oberfläche noch poliert. Können Sie mir die einzelnen Schritte etwas genauer sagen? Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir eine kurze Rückmeldung geben könnten.

    M.f.G Adam Oster

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      das Öl wurde im ersten Arbeitsgang aufgetragen, einwirken gelassen und anschließend wurde der Überstand abgenommen. Am nächsten Tag kam ein leichter Zwischenschliff mit Korn 230 und ein weiterer Auftrag. Beim zweiten Auftrag wurde eine ganz dünne Schicht stehen gelassen. Poliert wurde die Oberfläche nicht.

      Gruß

      Heiko Rech

  2. Ralph sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe vor ein paar Tagen zum ersten Mal Danish Oil an meinen neuen Kellerregalen getestet. Die Oberfläche gefällt mir nach 3 Aufträgen zwar sehr gut (Glanz und geringe Anfeuerung), aber mir riecht das Öl zu stark. Wie sieht es bei den von Dir ebenfalls verwendeten Hartöl PureSolid aus?

    Grüße,
    Ralph

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralph,

      PureSolid habe ich nur von der Forma Kreidezeit gefunden. Mit deren Produkten habe ich alber keinerlei Erfahrungen.

      Gruß

      Heiko

  3. Jochen sagt:

    Hallo Heiko,

    das „Danish Oil“ auf dem dunklen Holz ist echt ein Knaller.

    Hast Du dieses Öl auch schon mal auf helleren Hölzern ausprobiert, z.B. Eiche oder gar Ahorn?

    Schöne Grüße ins Saarland
    Jochen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Jochen,

      ich habe das Öl auf verschiedenen Hölzern ausprobiert. euf Eiche und ähnlich gefärbten Hölzern wirkt es sehr angenehm, es gibt aber keinen riesigen Unterschied zu leinölbasierenden Ölen. Auf sehr hellen Hölzern (Birke, Esche, Ahorn) entsteht ein leichter Braunstich. Das hat mir nicht so gut gefallen.

      Gruß

      Heiko

  4. Christof sagt:

    Vielen Dank für deine Antwort. ‚werde deinem Beispiel sicher folgen und mich mal nach einer Brandschutzfirma in der Gegend umsehen.

    Gruß
    Christof

  5. Christof sagt:

    Hallo Heiko!

    Vielen Dank für deine unermüdlich Veröffentlichungsarbeit !

    Ich hab‘ eine Frage zum „selbstlöschenden Abfallbehälter“, den du hier erwähnst. Ich sorge mich ja regelmäßig wegen der öligen Lappen und Suche nach einer Lösung, die „Dummy-Proof“ ist. Gibt es für diese Abfallbehälter soetwas wie ein DIN Norm, o.ä., sodass man sich darauf verlassen kann, seine öligen Lappen da reinzutun und jede Brandgefahr wirklich zu vermeiden – oder würdest du sagen, dass da noch ein echtes Restrisiko und man sich letztlich doch nicht auf sowas verlassen darf?

    Vielen Dank schomal!
    Christof

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christoph,

      ich habe mich dabei auf die Beratung der Brandschutzfirma verlassen, die bei mir gegenüber ist. Ob es da Normen gibt kann ich nicht sagen. Ich habe den Eimer mal ausprobiert, Papier hinein geworfen und angezündet. Es hat lange gequalmt, der Qualm blieb im Eimer und hat das Feuer erstickt. Es kam zu keinem offenen Brand. Dennoch bin ich vorsichtig und lasse den Eimer an einem Ort stehen, an dem nichts brennbares in unmittelbarer Nähe ist. Lappen die man hinein wirft härten langsam aus,so dass sie nach einigen Tagen im Hausmüll entsorgt werden können.

      Oh es ein Restrisiko gibt kann ich nicht beurteilen und ich möchte es auch nicht herausfinden. Lieber ein wenig zu vorsichtig sein, als einmal zu unvorsichtig.

      Gruß

      Heiko

      • Gisela sagt:

        Hallo,
        ich löse das Problem mit den Öllappen ohne Gefäß, weil es mir zu gefährlich ist. Seit über 30 Jahren hänge ich meine naßen Öllappen ausgebreitet über eine Stange in der Werkstatt. So kann der Lappen schnell trocknen und hart werden und ist keine Gefahr mehr.
        Gefährlich wird so ein Öllappen nur, wenn er im zusammengeknülten Zustand liegen gelassen wird, dann entwickelt sich die Hitze. Egal ob im Gefäß oder freiliegend. Im Gefäß ist nur irgendwann der Sauerstoff alle und es erstickt, wenn der Behälter die Hitze aushält…

        Ich habe früher schon mehrere bis auf die Grundmauern abgebrannte Werkstätten gesehen und wollte was sehr sicheres und habe mit der o.g. Methode sehr gute Erfahrungen gemacht. Dabei wird der Öllappen noch nicht einmal warm.
        Gruß
        Gisela

  6. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    in deinem viertem Teil zum Asia Tischlein hast du geschrieben das eine Oberflächenbehandlung einer der wichtigsten Arbeitsschritte beim Möbelbau ist.
    Das erinnerte mich an meinen kleinen Öltest mit den Ölen von Natural-Farben.
    Bei der Fertigung eines Bilderrahmens aus Eiche, habe ich mit drei verschiedenen Ölen experimentiert und der Farbunterschied ist, finde ich schon bemerkenswert.
    Am Ende ist es oft Geschmacksache und man muss selbst entscheiden.

    Das Tischlein sieht mit dem Öl richtig gut aus.

    Gruss Patrick

  7. Norbert sagt:

    Hallo Heiko, habe deine Bericht zum Tischlein verfolgt, aufwendig gebaut, eigenwilliges Design sieht toll aus. Könnte man auch in einem Esstisch umsetzen. Vor deiner Werkstatt parkt ein Kastenwagen hast du dir einen Lieferwagen gekauft?
    LG aus Salzburg
    Norbert Prey

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Norbert,

      das ist kein Kastenwagen, sondern ein Renault Kangoo, mit langjähriger Erfahrung. Und das praktischste Fahrzeug das ich bisher hatte.

      Gruß

      Heiko

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