Schrankbau auf die einfache Art

Ich werde oft gefragt, wie man denn auf eine einfache Art und Weise und mit wenigen Werkzeugen Möbel bauen kann, die haltbar sind und gut aussehen. Geht das überhaupt? Die Antwort ist ein klaren „Jein“. Es kommt auf die eigene Definition dessen an, was man unter „gut aussehen“ und „einfach“ versteht.
Ich stelle hier nun eine Art der Möbelkonstruktion vor, die beide Kriterien erfüllen kann. Die Betonung liegt ganz klar auf dem Wort „kann„, denn nicht jedem wird diese Art des Möbelbaus gefallen. Es hat auch nichts mit wirklich hochwertigen Möbeln zu tun, wie man sie von einem Schreinermeister erwartet. Aber ich bin der Meinung, dass die gezeigte Bauweise einen guten Einstieg in den Möbelbau darstellt. Mit wachsender Erfahrung, besser ausgestatteter Werkstatt und wachsenden Ansprüchen werden die Möbel die man baut natürlich immer besser, schöner und ausgefeilter. Aber irgendwie muss man ja mal anfangen.


Ich zeige hier einen Schrank aus Plattenmaterial. Das kann jedes beliebige Plattenmaterial sein, egal ob Span- Tischler oder Leimholzplatte. Alle Eckverbindungen sind einfach verschraubt. Der Erste Schritt ist die Anfertigung eines einfachen Korpus, bestehend aus zwei Seitenteilen, Boden, Deckel und einer Rückwand.  Die Seitenteile werden von außen sichtbar mit Boden und Deckel verschraubt. Die Rückwand wird auf die Rückseite des Korpus ebenfalls sichtbar und stumpf verschraubt. Es ist keine Nut und kein Falz notwendig.


Bei größeren Möbeln oder ganzen Schrankwänden baut man diese als einzelne Korpusse. Das macht das Hantieren in der Werkstatt sowie den Aufbau einfacher. Leider sieht es nicht sonderlich schön aus, wenn man zwei Schrankseiten einfach so zusammenschraubt. Es ist eine unschöne und oft auch ungleichmäßige Fuge zu sehen. Da ist eine betonte Fuge doch schöner. Diese kann man ganz einfach durch eine Distanzleiste erzeugen. Es reichen Streifen von wenigen Millimetern Stärke aus. Die Streifen sind entweder aus dem gleichen-, oder aus einem kontrastierenden Material. Da kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Das Gleiche gilt für die Breite der Fuge.

Die Streifen werden auf einen der Korpusse aufgeschraubt oder geleimt, dann wird der nächste Schrank von der Innenseite her angeschraubt. Die Schrauben im Schrankinneren fallen nur wenig auf. Hat der Korpus eine Lochreihe, setzt man die Schrauben genau in einer Linie mit der Lochreihe. Dann fallen sie noch weniger auf.


Ein Schrank steht in der Regel nicht mit dem Schrankboden auf, sondern bekommt einen Sockel oder Möbelfüße. Der Sockel sorgt für Abstand zwischen Fußsboden und Schrankboden, erlaubt das bessere Öffnen von Türen, die leichtere Bodenreinigung, das genaue Ausrichten des Schrankes und er trennt das Möbel optisch vom Fußboden. Ein Sockel erfüllt also gleich mehrere Aufgaben.

Der Sockel wird bei dieser Konstruktion so gebaut, dass er das Möbel trägt, aber später nicht zu sehen ist. Sockel sind daher ideal zur Resteverwertung. Der Sockel wird einfach nur verschraubt, denn er ist ja später nicht sichtbar. Er hat einen Rücksprung von der Vorderkante des Bodens aus für eine Blende und gegebenenfalls auch einen Rücksprung hinten. Der hintere Rücksprung schafft Platz für eventuell vorhandene Abschlussleisten des Bodenbelages. Seitlich kann der Sockel wenige Millimeter schmaler sein, als das Möbel. Die Schrankseiten sollen aber noch auf dem Sockel aufstehen. Somit wird das Gewicht des Schrankes samt Inhalt auf den Sockel und somit den Fußboden übertragen und belastet die Schrankseite nur noch sehr wenig.


Noch sind die Schrauben, mit denen die Korpusse zusammengehalten werden sichtbar. Diese werden durch eine sogenannte Sichtseite verdeckt. Diese Sichtseite wird außen aufgesetzt und von innen verschraubt. Sie deckt auch die Kante der Rückwand ab. Die Sichtseite geht bis zum Boden und verdeckt seitlich den Sockel. Bekommt der Schrank Türen oder Schubladen, so steht die Sichtseite um die Materialstärke der Tür (oder Schubladenblende) über. Besser noch, man lässt sie zwei Millimeter über die Front überstehen, das sieht in der Regel besser aus und es wird damit auch berücksichtigt, dass die Tür, je nach Scharnier, nicht dicht am Korpus anliegt. die Sichtseite kann wandseitig sogar genau angepasst werden, sollte die Wand, an der das Möbel steht sehr krumm sein.

Bekommt der Schrank keine Türen, greift man die Optik mit den Distanzleisten wieder auf. Das sieht meist besser aus, als eine überstehende Sichtseite bei einem offenen Regal. Auch hierbei wird die Distanzleiste auf den Korpus geschraubt und die Sichtseite von innen her.

Der Sockel bekommt noch eine Blende, die genau zwischen die Sichtseiten passt. Diese Blende wird von hinten, durch den Sockel, mit Schrauben befestigt. Bei Schränken oder Regalen, deren Oberseite sichtbar ist, befestigt man eine Abschlussplatte. Das ergibt einen schönen Abschluss des Möbels. Die Abschlussplatte wird natürlich von innen her geschraubt.

Wenn die Sichtseiten überstehen, kann man ganz bequem aufschlagende Türen mittels Topfscharieren befestigen. Das ist die einfachste Art Türen an einen Schrank zu bekommen. Die Optik allerdings entspricht einschlagenden Türen, da Sichtseiten und Abdeckplatte überstehen. Bekommt der Schrank eine komplett durchgehende Front aus Türen und/ oder Schubladen, sind keine Schrauben von außen sichtbar. Bleibt der Korpus offen, sind Schrauben von innen zu sehen. Die Schrauben, welche die Abdeckplatte halten, sieht man in der Regel nur, wenn man sich danach bückt. Die Schrauben in den Seiten fallen bei einem eingeräumten Möbel kaum noch auf.

Diese Grundkonstruktion kann natürlich variiert werden. Wenn die Maserung bei allen Korpusteilen gleich verläuft, ist diese Konstruktion auch problemlos mit Leimholzplatten machbar. Angefräste Profile können ein solches Möbel ganz anders erscheinen lassen, ebenso wie Rahmentüren mit Holz- oder Glasfüllung. Auch Möbelfüsse, statt eines Sockels sind möglich.

Diese Bauweise ist ideal für Einsteiger, oder auch einfach nur für Möbel, die keine so hohen Ansprüche erfüllen müssen. Ich habe Regale und Schränke für einen Abstellraum in dieser Bauweise ausgeführt. In meinem Berufsleben habe ich viele Schränke in dieser Art gebaut, teilweise auch aus sehr hochwertigen Plattenmaterialien. Sehr gut eignet sich diese Bauweise auch für Küchenmöbel.

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Hinweis:

Die Bilder auf dieser Seite sind nur als Skizzen anzusehen. Sie sind nicht Maßstabsgetreu und eignen sich nicht als Vorlage für einen echten Schrank. Die unterschiedlichen Farben dienen der besseren Sichtbarkeit der einzelnen Schrankteile.

 

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33 Kommentare zu Schrankbau auf die einfache Art

  1. Sehr geehrter Herr Reich,
    auch ich plane einen Schrank, mit innenliegenden Türen. Die lichte Weite und Höhe beträgt 50,8cm x 85,8cm. Wie berechne ich die Größe der 21mm dicken Türe, so dass sie sich gut öffnen lässt? Wieviel Platz soll oben und unten bleiben? Haben Sie eine Empfehlung für ein Scharnier?
    Im Voraus vielen Dank.
    Michael Krammer

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      bei 21mm funktioniert ein herkönnliches Topfband mit 4mm Fuge seitlich in der Regel gut. Ich würde Ihnen dennoch raten sich vorher noch die Angeben des Herstellers Ihrer Scharniere anzusehen. In den Beschreibungen ist immer die Max. Türdicke und Fugenbreite angegeben. Danach müssen Sie sich orientieren. Ich selbst verwende Scharniere von Blum, die ich hier einkaufe:
      http://lignoshop.de
      Dort finden Sie auch bei allen Scharnieren die entsprechenden Maße.

      Gruß

      Heiko Rech

  2. Sven sagt:

    Moin!
    Auch ich möchte mich mal wieder an etwas Holz-Arbeit versuchen.
    Ich habe einen Entwurf mit Sketup gemacht (Danke für die Einführung) und habe nun eine gute Vorstellung über Aussehen und Masse, die Fragen kamen dann bei der Detail-Planung der Durchführung:
    Ich habe nur begrenzte Möglichkeit was Werkzeug und vor allem Arbeitsplatz im Keller angeht, so dass ich plane, die Werkstoffe weitestgehend im Baumarkt zuschneiden zu lassen.
    Es ist kein Riesenprojekt, ein kleiner Schrank, der auf der linken Seite unter einer Dachschräge steht, zwei Hälften, rechts hoch für Kleider, links Schubladen unterhalb der Schräge und darüber (wg. der Dreiecksform) ein Fach oder etwas zum Ausziehen, mal sehen.

    Die Frage ist nun, was dagegen spricht, die Bauteile direkt an den Wänden zu befestigen, das stelle ich mir mit meinen Mitteln einfacher vor.
    Nur die linke Seite mit der Dachschräge ist eine Aussenwand. Mit nicht mal 60 cm Tiefe ist da also nicht viel Platz für mögliche ‚Schimmelbildung‘.

    Was empfiehlt der Profi? Zwei Korpusse mit Rückwand und Sockel etc. oder doch ‚einfach‘ fest mit der Wand verschrauben? Ist letzteres am Ende vielleicht doch mehr Aufwand und komplizierter oder fehlerträchtiger? Höhe der rechten Seite sind ca. 150, evtl. kommt dann auch noch eine ‚Dachschrägen-Dreieck‘ dazu (Höhen-Differenz 60cm).

    Danke und guten Rutsch,
    Sven

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sven,

      was meinst du mt „direkt mit der Wand verschrauben?“

      Hast du mal über ein Regalsystem mit Wandschienen gedacht?

      Gruß

      Heiko

      • Sven sagt:

        Moin!
        Naja, ich meinte Dübel in die Wand und daran dann Winkeln oder tragende Holzblöcke, an denen die eigentlichen Elemente dann befestigt werden.
        Inzwischen habe ich aber auch den Weg als Ziel auserkoren und mit Setup 2 Korpus(se?) entworfen. Das entstehende Dreieck zur Schräge kommt dann später, wenn ich die genauen Masse habe.
        Regale helfen nicht so wirklich, weil ein paar Kleider aufgehängt werden sollen und ich den Platz auch nutzen möchte.
        Die Arbeit mit Holz macht Spass und entspannt, also darf’s ruhig eine kleine, fordernde Aufgabe sein (hoffentlich liest meine Frau das nicht :-)).

        Ich bin inzwischen bei Fragen der Holzstärke angekommen (habe mit 1,4 cm gerechnet, aber das ist wohl eher unüblich).
        Dann so etwas wie Rückwand Nut oder Falz (kleine Möbel, die geleimt werden sollen, also habe ich mich für Falz entschieden).

        Ausserdem stellt sich die Frage, ob ich mir nun Fräse und/oder Kreissäge kaufe, welche ich wirklich brauche und ob Bosch-grün als Einstieg nicht auch ausreicht….

        Falls Du die beiden Punkte einfach beantworten kannst, dann gern, ansonsten danke für den Beistand und die vielen Infos, die Du Bastlern wie mir zur Verfügung stellst, das alles ermutigt dazu, es zu versuchen.

        Gruß,
        Sven

        btw:
        Im Kopf entsteht das nächste Projekt: Einbauschrank über eine größere Wandfläche. Ab wann (Größe?) schraubt man Schränke eigentlich lieber (statt zu verleimen) und welche schraubenden Verbindungen sind zu bevorzugen?
        Dazu habe ich noch nicht so viel gefunden. Vielleicht ist das ja eine Anregung für einen Beitrag von Dir :-))

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Sven,

          Bosch grün ist was fürs Basteln, aber nicht für den Baue einer Schrankwand. Damit tust du dir keinen Gefallen. FÜr den Möbelbau wirst du wohl beides brauchen, eine Säge und eine Fräse. Was Schrauben oder Leimen angeht, da gibt es keine festen Regeln. Die Art der Verbindung kommt immer auf die Konstruktion, das Material und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten an.

          Gruß

          Heiko

      • Sven sagt:

        Inzwischen habe ich ein Update:
        Ich habe die Hölzer auf 1,8 cm Dicke umgerechnet und zum Glück die Maße im Baumarkt nicht dabei gehabt, weil ich hinterher noch einen Design-Fehler gefunden habe – man sollte dann doch beide Designs in einer Datei speichern…
        Davon abgesehen bin ich auch von allein darauf gekommen, dass 1,4 cm aus Aussenteil doch knapp bemessen ist, wenn Dübel, Scharniere etc angebracht werden sollen, auch das wurde mir dann doch schon im Baumarkt bewusst.

        Morgen bekomme ich vermutlich Kreissäge und Fräse von einem befreundeten Handwerker geliehen und evtl. auch günstiger überlassen 😉

        Es wird…

        Die Schubladen werden dann noch mal eine Aufgabe,

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Sven,

          da du dir bestimmt schon ein Material ausgesucht hast, musst du dich an die verfügbaren Maße halten. Also erst die verfügbaren Materialstärken nachsehen und dann planen. Alles andere funktioniert nicht.

          Gruß

          Heiko

  3. Bernhard sagt:

    Hallo Heiko,

    der Schrank hat ja eine plane Rückseite und damit erstmal keine Hinterlüftung, wenn man ihn an die Wand schiebt. Ich könnte ja die Seitenblenden etwas tiefer machen und den Deckel noch etwas anpassen, aber wie wichtig ist die Hinterlüftung, wenn der Schrank an einer an einer Innenwand stehen soll? Muss ich mir da überhaupt Gedanken machen?

  4. Oli sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich muss als Abschlussprüfung im Fach Technik ein Schrankmodell bauen. Kannst du mir sagen welches Holz ich dazu am besten verwende? Außerdem weiß ich noch nicht wie ich die Schranktüren befestige. Der Schrank soll eine Endgröße von ca. 50cm haben. Sind da die üblichen „Schnallen“ für die Türen zu groß? Welche könnte ich verwenden?

    Gruß
    Oli

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Oli,

      deiner Frage entnehme ich, dass du absolut keine Erfahrung im Bau von Möbeln hast. Warum du mit so wenig Ahnung eine solche Arbeit erstelle sollst, verstehe ich nicht. Das kann eigentlich nur schief gehen. Es ist auch unmöglich deine Frage so zu beantworten. Dazu müsste man wissen, welche Werkzeuge zur Verfügung stehen, wie der Schrank aussehen soll, wie er konstruiert, welches Vorwissen du hast etc. Nimm es mir bitte nicht übel, aber so funktioniert das leider nicht. Wenn die Vorgaben wirklich so sind, frage ich mich auch, was im Kopf eines Lehrers vorgeht, der seinen Schülern solche Aufgaben stellt. Wer Schränke (ein Modell davon ist mitunter noch schwieriger) baut, hat entweder das Handwerk erlernt, oder beschäftigt sich schon länger im Hobbybereich mit Holz und Möbelbau. Das macht man nicht einfach mal so.

      Gruß

      Heiko

  5. Philipp sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich habe auch eine Frage zu den Materialien. Für die Innenteile würde ich z.B. Spanplatte 19mm, weiß beschichtet nehmen.
    Aus welchem Material sollte man denn dann die Sichtseiten machen? Wenn ich Leimholz Buche nehme… verzieht sich das nicht, bzw. bekomme ich nicht Probleme mit Spannungen, wenn ich das an die Spanplatte innen Schraube?

    Vielen Dank für die Hilfe!
    Philipp.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Philipp,

      soe eine Kombination geht meist nicht gut. Du solltest also zu Werkstoffen mit änlichen Eigenschaften greifen.

      Gruß

      Heiko

  6. Carsten sagt:

    Hallo Heiko,

    auch von mir ein großen Lob für Deine tollen Beschreibungen! 🙂

    Als begeisterter Heimwerker-Neuling habe ich eine Frage zum Material für einen Einbauschrank.

    Uuuund zwar wollte ich dafür furnierte 18 mm Multiplexplatten verwenden. Auf meinem Info-Streifzug durchs Netz bin ich jedoch über einen Forenbeitrag aus dem Jahr 2006 gestolpert (http://www.tischlerforum.info/showthread.php?t=3215), demzufolge Multiplex für Türen problematisch sein kann. Zitat „Ich würde keine Türen aus Multiplex (auf Grund der mir bekannten Spannungen und des Verzuges) bauen.“.

    Ist es vielleicht kein Zufall, daß Du Multiplex in Deiner Aufzählung oben nicht erwähnt hast, … was ist Deine Meinung zum Thema Multiplex für den Schrankbau?

    Viele Grüße
    Carsten

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Carsten

      mir persönlich gefällt die Optik von Multiplex nicht so sehr, daher verwende ich es nur im Werkstattbereich. BEi Birke hat man meist Querstreifen, feine Risse, die immer sichtbar bleiben. Birke MPX verzieht sich nicht so stark, aber wie gesagt, die Optik…
      Buche Multiplex neigt sehr stark zum Verziehen und ist auch sehr schwer.
      Es ist also kein Zufall, dass ich nirgendwo Multiplex für den Möbelbau empfehle.

      Gruß

      Heiko

  7. Carsten sagt:

    Hallo Heiko (ich benutze das Holzwerkerblog-Du),

    gerade habe ich hier http://holzwerkerblog.de/2014/12/04/schrankbau-auf-die-einfache-art/
    einen Kommentar hinterlassen wollen.

    Beim Drücken des „Kommentar abschicken“-Knopfen kam dann das
    Pop up: Wie möchten Sie folgende Datei öffnenwp-comments-post.php. …

    Habe dann beide angebotenen Optionen (speichern und öffnen)
    erfolglos ausprobiert.

    Hast Du vielleicht eine Idee, wie ich den Kommentar abschicken kann?

    Viele Grüße
    Carsten Beth

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      da ich beide Kommentare sehe, scheint es dennoch geklappt zuhaben.

      Oft hilft schon einfaches Neuladen der Seite. Woher dieser Fehler gelegentlich kommt, kann ich dir aber nicht sagen.

      Gruß

      Heiko

  8. Klaus sagt:

    Danke, guter Tipp! Die Eckenspanner kannte ich noch nicht. Und was benutzt man für Schrauben? Reichen Spax, oder müssen es z.B. Confirmatschrauben sein?

    Gruß, Klaus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Klaus,

      normale Spanplattenschrauben reichen aus. Confirrmatschrauben machen bei Spanplatten Sinn, erfordern aber einen speziellen Bohrer. Man kann sie nehmen, muss aber nicht. In Leimholz, Tischlerplatte oder Multiplex sind Confirmatschrauben total übertrieben.

      Gruß

      Heiko

      • Sascha sagt:

        Ich möchte hinzufügen dass man bei genug Geduld keinen speziellen Bohrer braucht. Man muss halt mit dem Großen 8 mm ein kleines Stück bohren, dann ein längeres Loch für den Schraubensockel und dann nochmal ein dünneres Loch für das Gewinde.

        Zugegeben, das ist mühsam, aber für den Heimwerker durchaus eine Option gegen einen fast 100 Euro teuren Bohrer

  9. Klaus sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich arbeite im Moment an einem ähnlichen Projekt. Ich denke wenn man außen furniertes Holz verwendet kann man mit dem Ansatz sehr ansehnliche Möbel bauen.

    Wegen dem Zuschneiden muss ich sagen, dass der professionelle Zuschnitt beim Holzhänder incl. Umleimer günstiger als gedacht ist. Man sollte die Möglichkeit zumindest mal in Betracht ziehen (besonders wenn man mit teureren Materialien arbeitet).

    Jetzt aber meine Fragen: Wie fixiert man die einzelnen Bretter beim Zusammenschrauben damit nachher auch alles bündig und gerade ist? Ich hätte jetzt eher mit Holzdübeln und einer Dübelleiste gearbeitet.
    Weiter würde mich interessieren wie die Stabilität der Verbindungen ist. Sollte man zusätzlich Leim verwenden?

    Gruß, Klaus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Klaus,

      Zum Fixieren kannst du Zwingen nehmen, oder solche kleinen Helfer:
      http://holzwerkerblog.de/werkstatt-2/kleine-helfer-in-der-werkstatt/eckenspanner-von-wolfcraft/
      Die fixierten Teile werden dann einfach verschraubt. Die geschraubte Verbindung hält auch sehr gut ohne Leim. WEnn man mal bedenkt, dass ganze Kleiderschränke in den ecken nur mit drei oder vier Exzenterverbindern zusammengehalten werden, also vier kleinen Bolzen mit einem 6,3mm Gewinde, dann ist eine Verbindung mit vier oder fünf Holzschrauben schon wesentlich stabiler. Leim oder zusätzliche Dübel sind in der Regel daher nicht mehr notwendig.

      Gruß

      Heiko

  10. Felix Hahne sagt:

    Hallo Heiko!

    Ein schöner Artikel, der genau den notwendigen Detaillierungsgrad aufweist, um zum Nachbauen und Nachdenken anzuregen. Zudem ist er sehr anschaulich illustriert!

    Zwei Fragen hätte ich noch:

    1. Du schreibst „Seitlich kann der Sockel wenige Millimeter schmaler sein, als das Möbel. Die Schrankseiten sollen aber noch auf dem Sockel aufstehen.“.
    Warum sollte man den Sockel seitlich schmaler machen, da dies doch von den Sichtseiten komplett verdeckt wird? Dadurch entsteht lediglich ein Hohlraum, der zudem beim Anschrauben der Sichtseiten stören dürfte.

    2. In einem vorigen Kommentar nennst Du 18-20mm als übliche Plattenstärke im Möbelbau. Unter Anwendung des beschriebenen Konstruktionsprinzips würde sich damit eine Gesamtstärke von 36-40mm ergeben. Das wäre – insbesondere für kleinere Möbel – doch schon ganz schön massig, oder? Oder nimmt man beim Zweischichtaufbau dünneres Material?

    Viele Grüße, Felix.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Felix,

      zu 1)
      Es sit viel einfacher einen Sockel ein wenig schmaler zu machen, als genau passend. Es schadet ja nicht, wenn er schmaler ist. Die Sichtseite wird ja nicht mit dem Sockel verschraubt, also ist es dahingehend auch egal.

      zu 2)
      Die Materialstärken kannst du natürlich frei wählen, wie es dir optisch am besten gefällt. Wenn ein so gebautes Möbel aber Tüen bekommt, sieht man von den beiden Materialstärken nur eine, da würde mir persönlich dünnes Material (12mm) nicht so gefallen.

      Gruß

      Heiko

  11. Fabian sagt:

    Hallo Heiko,
    das ist mal wieder ein toller Beitrag von dir, der die Anfänger des Holzwerkens anspricht. Danke dafür!

    Du hast ja mal verschiedene Systeme zur Herstellung von Pocketholes (Taschenbohrungen) vorgestellt. Ich denke, dass man damit auch sehr ansehnliche Ergebnisse erzeugen kann, ohne Sichtseiten verbauen zu müssen. Was sagst du dazu?

    Viele Grüße
    Fabian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Fabian,

      natürlich kann man dieses System auch verwenden. die Sichtseiten haben aber dennoch Vorteile, wenn man auf einfache Weise innenliegende Türen realisieren will.

      Da ist einfach auch ein wenig Kreativität gefragt um die jeweils passende Konstruktionsart mit dem zur Verfügung stehenden Werkzeug zu finden. Der Beitrag soll ja nicht als Bauanleitung verstanden werden.

      Gruß

      Heiko

      • Ingo Stapp sagt:

        Hallo Heiko,

        ich plane aktuell Bücherregale aus 22 mm Tischlerplatte sowie einen Kleiderschrank aus 19mm Birke Multiplex.

        Die Verbindungen möchte ich mit losen Lamellos (ohne Leim) und Pocket Holes Verschraubungen ausführen.

        Ich sehe hier den Vorteil einer ausreichend stabilen Verbindung, welche ich aber z.B. wegen Umzug problemlos wieder auseinander bauen kann.

        Was hälst du davon?

        Gruß
        Ingo

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Ingo,

          ob das funktioniert hängt von der Gesamtkonstruktion ab. Auf jeden Fall muss be der angedachten Verbindung die Rückwand eine tragende Rolle übernehmen und stabilität in die Konstruktion bringen. ebenso solltest du einige fest verschraubte Zwischenböden einplanen.

          Gruß

          Heiko

  12. Matthias sagt:

    Bei ungeraden Wänden kann man als Abschluss der Seitenteile zur Wand hin Fugendichtband (Zubehör für die Fenstermontage) auf die Kante aufkleben. Das Dichtband basiert auf einer PU-Basis und ist vorkomprimiert. Es dehnt sich unter normalen Bedingungen aus und verschließt so einen eventuell bestehenden Spalt dicht, dauerhaft und ist dazu noch flexibel.

    Damit entsteht jedoch ein unerwünschtes Problem/ Risiko:
    Wenn der Schrank an einer Außenwand steht und keine ausreichende Zirkulation gewährleistet ist, besteht ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung. Feuchte Luft schlägt sich an dieser kühlen Stelle nieder und kondensiert, wird durch fehlende Luftbewegung jedoch nicht wieder abgetragen/verdunstet
    In diesem Fall sollte man darauf achten, dass die Luft hinter dem Schrank her zirkulieren kann, also sowohl seitlich als auch oben und unten ein genügender Abstand zur Wand gegeben ist.
    In diesem Fall sollte man die Funktion über das Aussehen stellen und auf dichte Abschlüsse verzichten.

  13. Christian W. sagt:

    Hallo Heiko,
    vielen Dank für deine tollen Beiträge, die ich immer sehr gerne lese.
    Zu diesem hier möchte ich als Betroffener meine Erfahrungen beitragen:
    1.) Meiner Meinung nach ist es möglich, mit einfachen und wenigen Werkzeugen schöne Möbel zu machen. Es ist immer nur eine Frage, wie viel Zeit man hat um die Effizienz und Funktionalität „teurer“ Werkzeuge zu kompensieren. Wenn man sich viel Mühe gibt, kann man auch mit wenig viel machen.
    2.) Bei dem Beispiel, das du schilderst, muss man schon eine Maschine haben, die gerade und senkrechte Schnitte erzeugt. Klar kann man vielleicht auch au Maß gesägte Bretter kaufen, aber muss man erst mal bekommen und dann kostet es auch wieder etwas mehr. Wer wirklich so gut wie keine Werkzeuge und wenig Geld hat, dem würde ich empfehlen sich einen Fuchsschwanz zuzulegen und mit einer Führung (Kantholz mit zwei Schraubzwingen) die Schnitte auszuführen. Ich weiß, ist etwas mehr Arbeit, aber erstens, die Schnitte werden schön und sauber, zweitens der handwerkliche Übungseffekt ist enorm und drittens der Spaß und die Zufriedenheit mit der eigenen Handarbeit ist groß.
    3.) Rechtwinkeligkeit: auch hier macht Übung den Meister. Mit jedem Schnitt, der nicht ganz passt lernt man das Anreißen des nächsten Schnittes besser. Nach dem ersten 10 Schnitten klappt es schon fast perfekt.
    4.) Anstelle der Schrauben habe ich gute Erfahrungen mit Holzdübeln gemacht, Die kann man sich als Meterware günstig kaufen. Zum Setzen braucht man nur eine Bohrmaschine oder Akkubohrschrauber, etwas Holzleim und einen Hammer. Zugegeben zum Spannen noch Schraubzwingen. Halten m.E. aber besser als Schrauben und sehen so gut aus, dass man sie nicht abzudecken braucht. Das durch die nicht benötigten Abdeckungen gesparte Geld kann man in schöneres Holz investieren.
    Vor dem Verleimen die Bretter noch mit einem Stück Schmirgelpapier an den Sichtflächen glatt schleifen. Nach dem Verleimen mit Holzöl bestreichen.
    So habe ich angefangen.
    Auch heute habe ich noch relativ wenigen Werkzeuge. Wenn ich etwas kaufe, dann habe ich vorher lange drüber nachgedacht, ob ich es wirklich brauche. Falls ja, dann habe ich immer (mich) überzeugende Qualität gekauft, auch wenn es teuer war.

    Gruß
    Christian

  14. kniebi sagt:

    Hallo Heiko,

    das finde ich eine tolle Idee, um Möbel zu bauen! Welche Stärke verwendest Du für die Platten?

    Gruss
    kniebi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Die Plattenstärke ist hierbei theoretisch egal. Im Möbelbau verwendet man aber meist Plattenstärken von 18 – 20mm.

      Gruß

      Heiko

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