Drei Jahre ohne Abrichthobelmaschine

Makita 2012NB Dickenhobelmaschine - Die Maschine

Makita 2012NB

Vor etwa drei Jahren habe ich für mich mit einem Experiment begonnen: Massivholzbearbeitung ohne Abrichthobelmaschine. Die Hintergründe hierzu finden Sie hier:

Ein Experiment beginnt.

Nach nun etwas über drei Jahren wird es denke ich Zeit mal ein Fazit zu ziehen.

Ich arbeite immer noch ohne Abrichthobelmaschine, nur mit einer reinen Dickenhobelmaschine. Für mich funktioniert das immer noch sehr gut. Ich arbeite meist mit einer Kombination aus fertig gekauftem, hochwertigem Leimholz und selbst ausgehobeltem Schnittholz. Immer noch habe ich einen sehr guten Holzhändler, der mir sehr gerades Holz liefert, das ich zum Teil ohne abzurichten verwenden kann. Natürlich nicht für Teile, die absolut gerade sein sollen, wie zum Beispiel Rahmen von Schranktüren. Bei solchen Teilen richte ich mit Handhobeln ab. Es ist erstaunlich, wie schnell man damit Übung bekommt.

Nussbaum Schatulle - Kanten abrichten

Kanten abrichten

Der lange Tisch einer solchen Dickenhobelmaschine ist nicht mit dem kurzen Auflagetisch zu vergleichen, wie er bei den meisten kleinen Abricht- Dicken- Kombimaschinen verbaut ist. Die Klapptische schaffen eine lange Auflage, sodass das zu hobelnde Holz gar nicht so perfekt abgerichtet werden muss. Wenn das zu hobelnde Holz einfach nur krumm ist, kann man bei einem Dickenhobel auch durch Verstellen der Spanabnahme während das Holz durchläuft ganz gezielt Material abtragen. Mit ein wenig Übung kann man auf diese Weise sehr gut krummes Holz gerade bekommen.

Kritiker dieser Maschinen bemängeln die in den Dickenhobeln verwendeten Motoren. In dieser Beziehung kann ich mich nicht beklagen. Die Metabo Maschine, die ich vorher hatte (ADH 1626D) hatte einen Drehstrommotor. Dieser wurde recht warm und hatte daher auch Kühlrippen. Der 220V Motor meiner Makita Hobelmaschine (2012NB) wird auch im Dauerbetrieb nicht merklich warm und schafft den gleichen Materialabtrag wie die Metabo Maschine. Allerdings ist das Hobelbind der Makita um einiges besser, als es bei meiner Metabo der Fall war.

Alles in Allem bin ich also immer noch mit dieser Lösung sehr zufrieden. Solange sich die Anforderungen nicht ändern wird es also bei der Kombination aus Leimholz, gutem Schnittholz, Handhobel und Dickenhobelmaschine bleiben.

Wie bereits mehrfach im Bezug auf dieses Thema geschehen, möchte ich ich auch an dieser Stelle wieder betonen, dass diese Art zu arbeiten zu meinen eigenen, derzeitigen Anforderungen passt. Anforderungen können sich ändern und nicht jeder Holzwerker hat die gleichen Anforderungen und Rahmenbedingungen wie ich. Ich möchte keine bestimmte Arbeitsweise propagieren (das wurde mir auch schon vorgeworfen) sondern lediglich meine Art mit Massivholz umzugehen zeigen.

Und hier finden sie alle bisherigen Beiträge zu diesem Thema:
Experiment „Arbeiten ohne Abrichthobelmaschine“

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30 Kommentare zu Drei Jahre ohne Abrichthobelmaschine

  1. Peter sagt:

    Hallo ich bin der Peter,
    bin mir nicht sicher ob ich hier noch Antworten nach meinen Fragen bekomme, ich schreibe ja auch ein Jahr später. Aberversuchen kann ich es ja.
    Bei meiner hc 260 mit 230 V ist die Wicklung durchgebrannt.
    Ich überlege jetzt ob ich mir einen Motor mit Starkstrom besorge, passt der ?
    Wo bekomme ich einen guten gebrauchten oder neuen her, die im e-bay wollen ihre Motoren vergolden.
    Welche Bezeichnung hat dieser Kraftstrommotor ?
    MFG Peter

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Peter,

      mit diesem Anliegen solltest du dich an Metabo wenden, die sind für die ehemaligen Elektra Beckum Maschinen zuständig.

      Gruß

      Heiko

  2. Henning sagt:

    Hallo Dieter, Hallo Heiko,
    Super, vielen Dank!!!

    Henning

  3. Dieter sagt:

    Hallo Heiko,
    hallo Henning,
    die Messer für alle HC 260 Modelle egal ob
    C/M/K/E oder ES bekommst du bei Metabo.

    Die Antriebsriemen der aktuellen HC 260 C passen auch auf die älteren Modelle M und K.

    Andere Ersatzteile wirst du kaum brauchen.

    Gruß
    Dieter, Möbelschreiner

  4. Henning sagt:

    Hallo Dieter und Heiko,
    Kann man Verschleißteile wie Messer etc von den neuen Maschinen verwenden? Ich kann möglicherweise an eine gut erhaltene Maschine günstig kommen:)

    Viele Grüße und vielen Dank für die ausführlichen und hilfreichen Antworten

    Henning

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Henning,

      ich kann dir diese Frage nicht beantworten, aber vielleicht findet sich ein Leser mit einer solchen Maschine und den nötigen Erfahrungen. WEnn du auf Nummer sicher gehen willst, ruf doch einfach bei Metabo an, die geben dir sicherlich eine schnelle und kompetente Auskunft.

      Gruß

      Heiko

  5. Dieter sagt:

    Hallo Henning, hallo Heiko,

    die Elektra Beckum HC 260 und die Metabo HC 260 sind im Grunde die gleichen Maschinen.
    Die meisten Teile sind gleich.

    Da die HC 260 schon seit den 1980er Jahren gebaut wird, gab es natürlich auch immer wieder kleinere Änderungen.

    Es gab über die Jahre auch verschiedene Ausführungen:
    Die EB HC 260 M, EB HC 260 K (komfort), in frühen Jahren auch die EB HC 260 E und EB HC 260 ES (Wechselmotor).

    Ende der 90er Jahre wurde die Elektra Beckum AG von Metabo übernommen.

    Die Bezeichnung war dann:
    Metabo HC 260 M und Metabo HC 260 K.

    Das aktuelle Modell ist die Metabo HC 260 C.
    Sie entspricht in etwa der früheren “M“.
    Änderungen zu frühren Modellen sind u.a.:
    Geschlitzte Tischlippen, dadurch weniger Lärm, Kurbel zur Dickentischverstellung jetzt griffgünstig seitlich montiert, nicht mehr oben,
    der Dickentisch selbst besteht jetzt, so wie auch bei großen Hobelmaschinen üblich, aus pollierten Grauguß.
    Bei der “M“ und der “K“ konnte seitlich eine als Zubehör erhältliche Langlochbohreinrichtung angebracht werden. Das ist bei der “C“ nicht mehr möglich. Dieses Zubehörteil würde aus dem Programm genommen.
    Kann man auf die Langloch verzichten, ist die aktuelle “C“ nicht schlechter als die frühere “M“. Eher im Gegenteil.

    Gruß
    Dieter, Möbelschreiner

  6. Kai T sagt:

    Hallo Herr Rech,

    bedingt durch die Größe meiner Werkstatt hab ich leider nicht die Möglichkeit einen großen Abricht/Dickenhobel zu stellen. Ebenfalls fehlt die 400V Stromquelle. Jetzt bin ich quasi dabei mir auch einen reinen Dickenhobel anzuschaffen allerdings bereitet mir die Absauggeschichte Kopfzerbrechen. Haben Sie da evtl. schon neue Erkenntnisse zu Ihrem 2012 nb errungen? Würde eine Scheppach Woova 3 ausreichen oder haben Sie da eine gute Alternative?

    Vielen Dank im Voraus,

    Freundliche Grüße

    Kai

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Kai,

      für mich selbst habe ich noch keine Alternative gefunden und momentan auch einfach keinen Bedarf. Die Woova3 habe ich mir auch mal angesehen und sie macht einen guten Eindruck. Sollte ich die Absauganlage tauschen, dann auf jeden Fall gegen eine mit Filterpatrone.

      Gruß

      Heiko

  7. Henning Gohlke sagt:

    Welche Ausführung würdet Ihr empfehlen, die 230 V Version oder die 400 V Variante

    Danke!

    Henning

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Henning,

      wenn du die freie Wahl hast, nimm die 400V Variante. Die Motoren haben einfach mehr Kraft und Drehmoment. Vielleicht kann jemand mit besserem elektrischem Wissen als ich es habe, den Unterschied besser erklären.

      Gruß

      Heiko

    • Dieter sagt:

      Hallo Henning,
      hallo Heiko.

      Die 400V Drehstrommotoren haben allgemein schon mehr Durchzugskraft.
      Die Metabo HC 260C hat aber auch in der 230V Variante bereits 2,2 KW Leistung.
      Auch damit kann man ganz gut arbeiten.

      Gruß

      Dieter, Möbelschreiner

      • Henning sagt:

        Hallo Heiko und Dieter,
        Vielen Dank für eure hilfreichen Kommentare und Hilfestellungen! Bekommt man eigentlich noch Ersatzteile für die HC 260 oder kann man die Metabo Ersatzteile verwenden? Ist eine Elektra Beckum viel besser als die Metabo Nachfolger?

        Vielen Dank und viele Grüße

        Henning

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Henning,

          was die Ersatzteilversorgung angeht, sollte ein Anruf bei Metabo Klarheit bringen. Ob nun die EB besser ist, als die Metabo, wird dir nur jemand sagen können, der beide Maschinen gut kennt.

          Gruß

          Heiko

  8. Dieter sagt:

    Hallo Martin,
    hallo Jürgen,

    Martin, das ist nicht ganz richtig.

    Die Maschine wird als
    Metabo HC 260 C auch weiterhin hergestellt.
    Sowohl in 230V, als auch in 400V Ausführung.

    Ich kann dir aber zustimmen,die HC 260 ist meiner Erfahrung nach die beste Kombihobelmaschine in dieser Klasse.

    Gruß

    Dieter,Möbelschreiner

  9. Jürgen sagt:

    …und vielleicht tut es ja auch eine Scheppach hms 2000. Das ist zwar ein enormer Unterschied zu der Plana 3.0c, aber ich benötige es ja nur für kleinere/mittlere Größen von Möbelstücken. Wie allerdings die Qualität dieser kleinen Maschine (oder auch vergleichbare Maschinen anderer Hersteller) ist und die Qualität der Bearbeitung von Hölzern, weiß ich leider nicht.

  10. Jürgen sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mir nun schon sehr lange die Makita-Dickenhobel-Maschine angesehen. Sie würde mir gut gefallen, dennoch wäre mir eine Maschine mit einer Abrichtfunktion sehr lieb. Umso mehr ich jedoch damit beschäftige, desto unsicherer werde ich. Z.B. habe ich mir eine Maschine von Schepper und von Zipper ZI-HB 305 angesehen. Doch ob diese Maschinen tatsächlich etwas taugen, kann ich absolut nicht einschätzen. Vielleicht kann mir da ja jemand bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen!?

    Gruß und Danke
    Jürgen

    • Felix sagt:

      Hallo Jürgen,
      wenn du eine Kombihobelmaschine mit Abrichtfunktion suchst, wirds du mit einem reinen Dickenhobel wahrscheinlich nicht glücklich. Die von dir genannten Maschinen kenne ich auch nicht. In der Holzwerken Heft 49 (Dez 2014) ist jedoch ein ausführlicher Testbericht zu der Scheppach Plana 3.0c. Wenn du diese Maschine meintest hilft dir das ja vielleicht weiter.

      Gruß Felix

      • Anonymous sagt:

        Hallo Felix,
        zunächst vielen Danke für den Hinweis, dass es Testberichte im Holzwerken Heft 49 gab! Ich habe diese Ausgabe selbst nicht, werde sie mir aber noch nachträglich besorgen. U. a. habe ich mir die Plana 3.0c bereits angesehen, aber eben auch andere Preisklassen. Ich bin noch etwas unentschlossen – es wird wohl noch etwas reifen müssen.

        Gruß Jürgen

        • Martin sagt:

          falls du immernoch suchst kann ich dir nur ans herz legen dich in der bucht oder ihrem kleinanzeigenportal nach einer gebrauchten elektra beckum hc 260 umzusehen (da nicht mehr hergestellt wird). bin von dem teil echt begeistert. wird oft für um die 400 angeboten, die wechselstromversion auch mal weniger

  11. Patrick Wieland sagt:

    Hallo Heiko,
    da geb ich dir recht. Bis jetzt scheint es ja bei dem ein oder anderen Ami Holzwerker zu halten. Zumindest sieht und ließt man es auf deren Blogs oder YouTube Kanal. Denke da muss schon ein ordendliches Stahlrohr und Multiplex verbaut werden um auf nummer Sicher zu gehen.

    Danke für deine Antwort.

    Gruss Patrick.

  12. Danke Heiko für die Antwort. Was hälst du von dieser Variante, zwei Maschinen in einem Schrank unterzubringen. Die drehbare Platte ist schon eine gute Idee aber ich frag mich immer ob das den Maschinen schaden kann. Was meinst du zu dieser Art Maschinen unterbringen.

    Danke und Gruß
    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      den Maschinen sollte das recht egal sein. Allerdings kommt da einige an gewicht zusammen, dass die Mechanik der drehbaren Platte halten muss. Da würde ich mir mehr Sorgen darüber machen.

      Gruß

      Heiko

  13. Patrick Wieland sagt:

    Hallo Heiko,
    hab die ganze Zeit dein „Experiment“ verfolgt. Find die Makita auch Super. Was mich noch interessieren würde, ist ob du bei dem Unterschrank wieder diese Höhe nehmen würdest. Seh auf vielen deiner Bilder, dich oder die Kursteilnehmer leicht bis stärker gebückt. Wollte mir diese Maschine später auch mal zulegen und überlege den Schrank dann höher zu bauen. Habe auch schon darüber nachgedacht eine Schrank Kombination zu bauen und über ein drehbar Platte eine Kappsäge und die Hobbel Maschine unterzubringen. Sieht man oft bei den Amis.

    Mich würde deine Meinung und Erfahrung zur Höhe Interessieren.

    Danke und Gruß
    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      der Schrank könnte in der Tat ein weing höher sein. Ich konnte mich bisher aber noch nicht wirklich durchringen ihn zu ändern. Ich habe da noch ein paar Ideen im Kopf, aber damit will ich warten, bis ich mir eine neue Absagung anschaffe. Das wird aber noch ein Weilchen dauern.4

      Gruß

      Heiko

  14. Florian sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mir damals eine Magnum 1626 geholt , einfach weil du einen guten Bericht darüber hattest und ich keine Ahnung 😉 Bisher habe ich die Entscheidung eigentlich auch nicht bereut, jedoch habe ich ziemlichen Problem mit Hobelschlag am Ende der Stücke. Selbst wenn ich die Tische mit einer langen Platte verlängere und die Werkstücke gut runterdrücke kann ich es nicht verhindern. Auch die Einstellerei beim Messerwechsel geht mir gehörig auf den Wecker und ewig wird das Gerät wohl nicht mehr halten… Ich hatte noch nie so ein mobiles Gerät wie dein jetziges, wie sieht es denn hier mit dem Hobelschlag (Snipe) aus ? Messerwechsel ist dank Streifenmesser ja kein Problem.
    Ich möchte mein Leben lang eigentlich noch viel mit Massivholz arbeiten , teilweise auch mit dem fragwürdigerer Qualität wo eben Streifenhobelmesser mit Sicherheit günstiger sind 😉

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Florian,

      der Absatz am Ende beim hobeln ist bei der Makita sehr gering. Das kommt auch daher, dass die Rollen des Vorschubes sehr eng zueinander stehen. Wenn man beim Einführen und beim herausholen des Holzes aufpasst, entsteht so gut wie kein Schlag. sollte ich mal wieder eine andere Maschine anschaffen, so würde das auf jeden Fall eine mit schnellem Messerwechsel und preisgünstigen Einwegmessern. Der Komfortgewinn ist enorm und man wartet nicht zu lange mit dem Messerwechsel.

      Gruß

      Heiko

  15. Philippe Wüst sagt:

    Hallo Heiko, ich finde es einerseits mutig und anderseits wirklich neu, wie Du versuchst, als ausgebilderter Schreinermeister, dem Hobby-Schreiner Wege aufzuzeichnen mit denen er mit einfachen und bezahlbaren Mitteln zu guten Resultaten kommen kann.
    Wenn ich in einem Forum eine günstige Lösung für das maschinelle Hobeln suchen wird mir letzten Endes garantiert ein 1500 kg schwere Gusseisenmaschine empfohlen. Und wenn ich argumentiere, dass sie in der Werkstatt meines Hauses keinen Platz findet, so ist der nächste Rat mit Sicherheit ein anderes Haus zu kaufen.
    So erhoffe ich mir von Dir noch viele Gute Tipps. Bitte mach weiter so.
    Herzliche Grüsse Philippe

    • Anonymous sagt:

      Wie wärs mit einem Hammer-Combihobel der Firma Felder?
      Ist mit Fahrwerk und gibt es in 3 Größen.
      Wenn Ihr die Silent-power Welle nehmt kann man ohne Gehörschutz
      arbeiten.Von Nachbarn und sonstiegen Hausbewohnern garn zu reden.
      gruß Wilhelm

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