Stationärmaschinen – Ein Zwischenbericht

aufmacher_stationärmaschinen

Dass ich für meine (Kurs)Werkstatt Stationäre Maschinen angeschafft habe und noch eine weitere anschaffen werde hat so manchen Leser doch stutzig gemacht. Nicht jeder HolzWerker kann sich damit anfreunden mit solchen Maschinen zu arbeiten. Es gibt aber auch viele Leser und auch Kursteilnehmer, die sich sehr für dieses Thema Interessieren. Es wird also Zeit für einen Zwischenbericht zu den Maschinen.

Sägen am laufenden Band.

Beginnen möchte ich mit der Bandsäge. Sie ist ja nun schon einige Monate in Betrieb und wir haben uns inzwischen aneinander gewöhnt. Der Bandwechsel und vor allem das richtige Einstellen der Führung und des Bandlaufes gelingen mir inzwischen sehr gut. Gerade und geschweifte Schnitte machen damit jetzt richtig viel Spaß. Der Härtetest war dann in dieser Woche, als ich aus 50 Millimeter starker Eiche abgeschrägte Bettpfosten vorgesägt habe. Mit einem breiten Band waren genaue Schnitte auch in diesem Material kein Problem. Ich denke aber, dass die Holzprofi SBW3501 damit schon an ihrer Leistungsgrenze war. Die Bandsäge setze ich inzwischen immer öfter ein, da es viele Arbeiten gibt, die damit schneller und einfacher erledigt werden können, als mit der Tischkreissäge.

Die Bandsäge schafft mit einem passenden Band auch 50mm Weißeiche.

Die Bandsäge schafft mit einem passenden Band auch 50mm Weißeiche.

Ich ertappe mich jedoch immer noch dabei, dass ich Arbeiten mit der Tischreissäge mache, obwohl sie mit der Bandsäge einfacher und sicherer wären. Das wird sich aber sicherlich noch ändern. Ich denke einfach noch nicht immer daran, dass die Bandsäge da ist.

Die Säge ist übrigens in diesem Video bei HolzWerken – TV gut zu sehen: Basics für die Bandsäge

Starke Saugleistung

Die zweite stationäre Maschine, die ich angeschafft habe war die Absauganlage Hans Schreiner FM300B. Die vorher benutzte Hammer SO1 war zu klein und der Stoffsack setzte sich sehr schnell zu. Die neue Absaugung ist deutlich größer und stärker. Die Filterpatrone mit integrierter Abreinigung sorgt dafür, dass die Saugleistung konstant hoch gehalten werden kann. Das Volumen der Säcke ist doppelt so groß, wie bei der Hammer. Das bedeutet nur noch halb so oft den Sack tauschen. Das Tauschen des Fangsacks geht schneller und einfacher als bei der Hammer-Maschine. Es dauert etwa eine Minute. Die Saugleistung ist auch für die neue Hobelmaschine vollkommen ausreichend.

Diese absaugung ist für die Hobelmaschine und die Bandsäge

Diese Absaugung ist für die Hobelmaschine und die Bandsäge

Besser hobeln

Damit wäre ich bereits bei der dritten Stationärmaschine um die es in diesem Beitrag gehen soll: Meine neue Hobelmaschine. Ich habe Sie ja bereits auf der Seite der Kurswerkstatt vorgestellt, als sie gerade in Betrieb ging. (Vorstellung der neuen Hobelmaschine)  Das ist nun einige Wochen her. Das falsch gelieferte Fahrwerk wurde übrigens binnen zwei Tagen neu geliefert. Es gab noch eine kleine Abweichung von 0,3 Millimetern  bei der Anzeige der Hobeldicke zu meinem Messschieber. Auf Nachfrage wurde mir von einem Mitarbeiter der Firma Pichlmann per E-Mail und Foto erklärt, wie man das nachjustiert. Das war dann innerhalb von einer Minute erledigt. Nun passt die Anzeige bis auf das letzte Zehntel zu meinem digitalen Messschieber. Die Präzision der Maschine ist auch bei schweren und langen Teilen sehr gut.

Ein Rollenbock hilft beim Hobeln langer und schwerer Teile

Ein Rollenbock hilft beim Hobeln langer und schwerer Teile

In der kurzen Zeit habe ich mit der Holzprofi FS32N etwa 15 Säcke an Hobelspänen produziert. Bisher bin ich mit der Maschine vollauf zufrieden. Was mich aber nervt ist der Schutz der Hobelwelle. Dies ist wie bei den meisten Herstellern mittels einstellbarer Abdeckung gelöst. Diese muss man ständig neu einstellen. Ich werde wohl versuchen einen Schwingschutz anzubauen. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, findet einen solchen Schutz beispielsweise bei Panhans: Panhans Schwingschutz für Hobelmaschinen.

Lagerschaden!

Vor einigen Tagen hörte ich ein seltsames Geräusch beim Hobeln und ich fand einige kleine Stahlkügelchen. Ein schlechtes Zeichen! Nach kurzem Suchen stellte sich heraus, dass ein Kugellager der Auszugswalze defekt war. Ob das nun an einem fehlerhaften Lager gelegen hat, oder ob beim Hobeln ein Span die Abdichtung des Lagers beschädigt hat, lässt sich nicht konkret sagen. Ein Techniker wollte mir umgehend ein neues Lager zusenden. Ich habe es dann aber im örtlichen Autoteilehandel bestellt, das ging schneller. Der Ein-und Ausbau war recht einfach. Nun läuft die Maschine wieder. Zwei Lager habe ich als Reserve gekauft und zur Seite gelegt.

Die Freigelegte Hobelwelle und die Vorschubwalzen

Die Freigelegte Hobelwelle und die Vorschubwalzen

So mancher wird sich nun fragen, warum ich an einer neuen Maschine als Kunde einen Defekt selbst behoben habe und ich mich nicht auf die Garantieleistung berief. Das ist sicherlich ein guter Einwand. Mir ging es aber um eine schnelle und unkomplizierte Lösung. Bei Pichlmann (Holzprofi) war man auch sehr bemüht mir schnellstmöglich zu helfen. Der Techniker konnte mir gute Tipps zum Tauch des Lagers geben. Dennoch hätte es recht lange gedauert, wenn sich Pichlmann um alles gekümmert hätte. Sie sind ja nun einmal nicht um die Ecke. Wenn man eine Maschine kauft, sollte man also auch überlegen, ob man einen schnellen Service am Ort benötigt, oder ob man sich in der Lage sieht kleinere Reparaturen selbst durchzuführen.

Das Ganze hatte am Ende sogar noch einen nützlichen Nebeneffekt: Ich weiß jetzt besser, wie die Maschine aufgebaut ist, wo ich hier und da mal nach dem Rechten sehen muss und wo was eingestellt werden kann.  Es ist also nichts so schlecht, dass es nicht noch für irgendetwas gut ist.

Stationär macht Spaß

Die neuen Maschinen machen mir inzwischen richtig viel Spaß. Bei meinem aktuellen Projekt habe ich es mit Massivholzteilen mit Dimensionen von zwei Metern Länge, 25 Zentimeter Breite und einer Ausgangsstärke von 52 Millimetern zu tun. Alles aus amerikanischer Weißeiche. Damit wäre meine Makita 2012NB einfach überfordert gewesen.

Inzwischen weiß ich auch, wie die einzelnen Maschinen genau in der Werkstatt stehen bleiben und ich kann mich mit der Planung der Verrohrung beschäftigen. Die langen flexiblen Schläuche nerven schon ein wenig und sind nicht als Dauerlösung gedacht.

 

Dieser Beitrag wurde unter Maschinen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Kommentare zu Stationärmaschinen – Ein Zwischenbericht

  1. Ludwig Friedrich sagt:

    Hallo Heiko,

    da ich einer sehr kleine Werkstattt habe, überlege ich mir eine Kombimaschine zu zulegen. Also eine wie von Hammer C3 31. Hast du mit solchen Maschinen Erfahrung?
    Oder würdest du mir eher einen Kombihobel empfehlen und eine Kreissäge extra und auf die Tischfräse verzichten?
    Oder hast du noch ander Ideen?

    MfG Ludwig

  2. Frank Wiedemann sagt:

    Hallo Heiko,
    verwendest du HSS-Messer oder Standard (Chromstahl)?
    Wie lange ist inetwa die Standzeit der Messer, gemessen an Spänesäcken?

    Gruß Frank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Frank,

      ich verwende HSS-Messer. Die Standzeit ist sehr gut, aber natürlich abhängig von dem was gehobelt wird. Ich schätze mal, dass ein Satz Messer etwa 30-40 Sack Späne aushält.

      Gruß

      Heiko

  3. Leo Fischbacher sagt:

    Gehört die „Digitalanzeige“ zur Standardausstattung?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Leo,

      nein, die kostet extra. Ich glaube es sind um die 50 Euro. Das lohnt sich aber wirklich.

      Gruß

      Heiko

      • Leo Fischbacher sagt:

        Hallo Heiko,
        Vielen Dank für deine immer sehr schnellen und guten Antworten.
        Was kannst du denn schon über die Hobelmaschine in Bezug auf Verarbeitung, Präzision das Hobelbild etc. sagen ?
        Wie zufrieden bist du mit der Absaugung und kannst du einen Kauf beider Maschinen empfehlen?

        Gruß Leo

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Leo,

          bisher bin ich mit der Hobelmaschine und der Absaugung sehr zufrieden. Auch der erste Messerwechsel war absolut unproblematisch und ging sehr schnell. Sicherlich kann man das eine oder andere Detail etwas liebevoller verarbeiten, aber insgesamt bin ich mit der Qualität zufrieden. Auch die Ergebnisse sind sehr gut und präzise.

          Ob ich den Kauf der Maschinen empfehlen kann? Schwer zu sagen. Dazu muss man denke ich die genauen Anforderungen des zukünftigen Anwenders (also deine) berücksichtigen. Ich tue mich immer schwer mit pauschalen Empfehlungen. Die Entscheidung liegt ja am Ende bei dir. Ich kann nicht mehr tun, als meine Eindrücke und Erfahrungen schildern.

          Gruß Heiko

  4. Henning Gohlke sagt:

    Hallo Heiko,
    Bist Du noch immer mit der Absaugung zufrieden?
    Ich überlege die 230V Variante ohne Filter zukaufen und die Anlage später mit nem Filter nachzurüsten. Ich möchte mit dieser Anlage die ADH von Elektrabeckum HC 260-M absaugen.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Henning Gohlke

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Hennig,

      bisher bin ich sehr zufrieden damit. Deine Hobelmaschine ist ja doch kleiner als meine, daher wäre die Absaugung, die ich habe eigentlich zu groß. Überleg dir doch daher mal das nächst kleinere Modell zu nehmen, dann aber gleich mit Filterpatrone. Der Unterschied zwischen Patrone und Stoffsack ist nämlich wirklich enorm. Ich würde darauf nicht verzichten wollen. Wenn du die Patrone nachrüstest wird es ja im Gesamten teurer.

      Gruß

      Heiko

  5. Felix sagt:

    Hallo Heiko,
    ich würde gerne wissen ob du auch so schnell Flugrost auf den Bandsägeblättern hast.
    Bei mir geht das innerhalb von wenigen Tagen. Hast du einen Tipp?

    Danke und Gruß Felix

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Felix,

      ich habe in meiner Werkstatt keine Probleme mit Rost. Wenn deine Bänder so schnell rosten, solltest du sie außerhalb der Werkstatt, an einem trockenen Ort lagern. Oder du lagerst sie in einem geschlossenen Behältnis und gibst ein paar Silica- Gel- Tütchen dazu.

      Gruß

      Heiko

  6. euro sagt:

    Hallo
    meine frage, was machst Sie den mit den 15 Sack Hobelspäne?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      die kommen auf die Grünschnittdeponie.

      Gruß

      Heiko

      • Christoph Meyer sagt:

        Bei uns gehen die Säcke mit Hobelspänen in den Sperrmüll, auch wenn ich versichere, dass dort nur Massivholz drin ist.

        Ein Kofferraum voll kostet 8 Euro, also noch überschaubar.

        Grüße
        Christoph

  7. Samuel sagt:

    Hallo Heiko,

    du hattest geschrieben:

    „Die langen flexiblen Schläuche nerven schon ein wenig und sind nicht als Dauerlösung gedacht.“

    Vielleicht hilft dir das weiter: wir haben das in der Zimmerei so gelöst. Von den stationären Maschinen haben wir flexible Schläuche zu den stationären Rohren (in einem Absaugsystem für das Heizsystem) installiert. Die Absaugung läuft auch mit 9 stationären Maschinen wunderbar und die Spanabsaugung klappt 1A. Das alles war so installiert, dass die Metallrohre Überkopf installiert wurden. Die flexiblen Schläuche waren mit den Rohren verbunden.

    Danke für deinen Artikel.

  8. Hallo Heiko,

    die Anschaffung von stationären Maschinen für eine Kurswerkstatt war zu erwarten. Ich hatte mich schon früher gefragt, wie du bisher ohne ausgekommen bist. Wenn man professionell Schnittholz bearbeiten will, braucht man auf jeden Fall eine ADH. Ich hatte in meiner Kurswerkstatt in München zwei ADH, eine Format-TKS mit 2,5 m Schnittlänge und eine kombinierte Kreissäge/Fräse, sowie zwei größere Absauganlagen. Das Ganze mit fester Verrohrung.

    Jetzt habe ich in meiner Mini-Holzwerkstatt auch eine kleine ADH und kann damit zumindest kleinere Hobelarbeiten erledigen, darauf möchte ich nicht verzichten.

    Ich halte es auch für notwendig Kurse mit stationären Maschinen anzubieten. Aus Erfahrung weiß ich, dass diese Maschinen sehr häufig in privaten Werkstätten vorhanden sind. Ich kann nur jedem Holzwerker (der solche Maschinen hat) dringend raten sich von einem Profi mit diesen Maschinen schulen zu lassen. Die Kursgebühr ist im Vergleich zum Kauf von dem einen oder anderen Werkzeug doch relativ gering und deutlich „preiswertiger“ als so mancher Unfall und seine Folgen.

    Viele Grüße aus München

    Roland Heilmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)