Bauanleitung Aufsatzzange – Nicht ganz nach Moxon

Die neue Aufsatzzange bietet vielzählige Einsatzmöglichkeiten

Die neue Aufsatzzange bietet vielzählige Einsatzmöglichkeiten

Es ist nun schon eine Weile her, dass ich eine Aufsatzzange mit der sogenannten Moxon-Vise gebaut habe (siehe Zeitschrift HolzWerken, Ausgabe Nr. 50). Die Aufsatzzange ist toll. Sie macht die Arbeit mit Handwerkzeugen angenehmer und Rückenschonender. Allerdings ist die verwendete Mechanik von Benchcrafted nicht gerade ein Schnäppchen. Da ich jedoch noch mindestens zwei dieser Aufsatzzangen benötige, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie man das günstiger Lösen kann. Im Internet gibt es einige sehr gute Vorschläge, zum Beispiel unter Verwendung von Hantelscheiben, statt Gussrädern. Aber so richtig sagte mir das nicht zu, Ich kann kein Metall bearbeiten und wollte nicht lange basteln. Die Lösung, die nun entstanden ist, kann mit einfachen Mitteln in wenigen Stunden realisiert werden und verursacht lediglich Materialkosten von unter 50 Euro (ohne Zwingen und Niederhalter). Und ganz nebenbei bietet die Lösung, die ich Ihnen hier vorstelle noch mehr Funktionen, als meine erste Variante mit der teuren Mechanik. Also eigentlich das ideale  Wochenend-Projekt. Und damit auch Ihnen dieses Wochenend-Projekt gelingt stelle ich Ihnen detaillierte Zeichnungen, Die SketchUp-Datei und diese Anleitung hier zur Verfügung.

Damit Sie einen Eindruck davon bekommen, was die neue Aufsatzzange so alles bietet, gibt es erst einmal ein paar Bilder, die den Funktionsumfang schon einmal erahnen lassen.

Die Basis besteht aus Birke Multiplex, einigen T-Nut-Schienen und Kleinteilen. Sehr wichtig sind Schraubzwingen für Führungsschienen.  Sie benötigen mindestens zwei davon. Sie werden leicht bearbeitet, funktionieren danach aber immer noch (fast) wie gewohnt.

Als sehr praktisch hat sich euch eine Klemmsia-Zwinge erwiesen. Mit passenden Schrauben mit Stern- oder Flügelmuttern hat man eine einfache aber effektive Spannmöglichkeit.

 Vorteile einer Aufsatzzange auf einen Blick:

  • Vielfältige Spannmöglichkeiten
  • Entspanntes, rückenschonendes Arbeiten
  • Auf jeder Werk- und Hobelbank einsetzbar
  • Die Maße können nahezu beliebig gewählt werden.
  • Jederzeit mit weiteren Spannmitteln erweiterbar.

Download der Zeichnungen

Wenn Sie die Aufsatzzange nachbauen möchten, laden Sie sich einfach die Zeichnung herunter. Auf mehreren DIN A4 Seiten ist jedes wichtige Detail, alle Maße und die komplette Stückliste enthalten. Der Download ist etwa 1,2 MB groß. Die Zeichnung liegt im PDF-Format vor.

Die SketchUp-Datei steht ebenfalls zum Herunterladen bereit. Sie ist 6,9MB groß und wurde mit SketchUp 2016 erstellt.

Die Zeichnungen enthalten alle wichtigen Informationen

Die Zeichnungen enthalten alle wichtigen Informationen

Die Bauanleitung

Der Bau der Aufsatzzange ist recht simpel. Es wird nur gesägt, gebohrt und geschraubt. Alle Teile bestehen aus 18 Millimeter starkem Birke Multiplex. Der erste Arbeitsgang besteht darin, die beiden 18 Millimeter dicken Teile der Spannbacke zu einem 36 Millimeter dicken Teil zu verleimen. Damit die beiden Teile weniger aufeinander rutschen gibt es einen ganz einfachen Trick: Man streut ein wenig Kochsalz auf den Leim. Der sorgt für Grip zwischen den beiden Teilen. Das Wasser im Leim löst das Salz auf während der Leim abbindet. Das Salz selbst hat keinen negativen Einfluss auf die Verleimung.

Die beiden Teile werden mit kleinen Schraubzwingen und Klemmen verpresst. Wenn sich an den Kanten kleinere Spalten zeigen ist das nicht weiter schlimm. Die Verleimung muss nicht komplett dicht sein um zu halten.

Die Platten werden mit Klemmen und Zwingen aufeinander geleimt.

Die Platten werden mit Klemmen und Zwingen aufeinander geleimt.

Während der Leim trocknet geht es an den anderen Teilen weiter. Die Nuten und der Falz für die T-Nut-Schienen werden gesägt. Fräsen kann man diese natürlich auch.  Die Nuten müssen nicht auf den zehntel Millimeter genau sein. Die Nuttiefe, also die Höhe des Sägeblattes kann anhand einer T-Nut-Schiene eingestellt werden. Steht das Sägeblatt etwas über die Schiene, passt das schon. Die Nut wird dann etwas tiefer, als die Schiene dick ist. So liegen die Werkstücke später niemals auf der Schiene auf, sondern immer auf dem umgebenden Holz. So werden Druckstellen im Werkstück vermieden.

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Das Einstellen der Nut geschieht mit der T-Nut-Schiene als Muster

Die Maße und die Position der Nuten sind in der Zeichnung angegeben. Sie beziehen sich auf T-Nut-Schienen von INCRA. Wenn sie andere Schienen verwenden möchten, müssen Sie die Maße entsprechend anpassen. Beim Sägen von Nuten mit einem Wechselzahn-Sägeblatt wird der Nutgrund nicht perfekt glatt. Das macht in diesem Fall aber  nichts. Hauptsache die Schiene sitzt ordentlich im Nutgrund auf. Den Rest machen die Befestigungsschrauben.

Die gesamte Konstruktion wird verschraubt. Leim kommt natürlich auch noch dazu, damit auch alles gut hält. Später sind nur noch wenige der Schrauben zu sehen. Damit während des Verschraubens alles an seinem Platz bleibt, sollten Sie die Einzelteile mit Zwingen fixieren, bis die Schrauben richtig eingedreht sind. Schrauben 4 x 40mm sind hierfür vollkommen ausreichend.

Vor alle, das Vorderteil mit den Nuten muss passend zur oberen Platte montiert werden. Die Kante des Vorderteiles muss eben zur Fläche der oberen Platte liegen. Dazu legen sie einfach zwei Gerade Leisten auf die lose aufgelegte obere Platte auf. Ich nahm der Einfachheit halber die T-Nut Schienen. Daran kann das Vorderteil dann ausgerichtet werden. Auch das Vorderteil wird verschraubt. Hier dürfen aber nur Schrauben mit einer Länge von 35 Millimetern verwendet werden.

Beim Anbringen des Vorderteils muss dieses ausgerichtet werden.

Beim Anbringen des Vorderteils muss dieses ausgerichtet werden.

Die Reihenfolge des Zusammenbaus verdeutlichen die nachfolgenden Bilder. Beginnen Sie mit der langen Strebe. Dann folgen die beiden kurzen Streben. Achten sie auf den richtigen Abstand zur Seitenkante (siehe Zeichnung), damit die Strebe nicht mit den Bohrungen für die Niederhalter kollidiert.

Die erste Lage der oberen Platte wird verschraubt, dann folgt wie beschrieben das Vorderteil. Erst dann wird die zweite Lage der oberen Platte ohne zu verschrauben aufgeleimt. Das Aufleimen geschieht wie das Verleimen der Spannbacke, also mit ausreichend Zwingen. In der Mitte entsteht kein Pressdruck. Machen Sie sich darüber keine Gedanken, das hält trotzdem.

Zusammenbau Schritt 5

Zusammenbau Schritt 5

 

Die Führungsschienen-Zwingen, welche die Spannbacke halten und für Druck sorgen werden durch Bohrungen gesteckt. Diese müssen zur Position der T-Nut-Schienen passen. Die Maße sind zwar in der Zeichnung angegeben, Sie sollten Sie dennoch prüfen.

Die Bohrungen haben einen Durchmesser von 15 Millimetern. Dann passend die Zwingen gerade so hindurch.  Wenn Sie die Bohrungen größer machen hat die Spannbacke mehr Spiel. Das wäre auch nicht wirklich schlimm. Wenn Sie also keinen passenden Bohrer haben, nehmen sie einfach was Sie haben. Es werden auf jeder Seite der Spannbacke vier Bohrungen gemacht. Dadurch hat man die freie Wahl zwischen unterschiedlichen Positionen der Spannbacke und kann den Druck optimal auf das Werkstück verteilen.

Damit die Spannbacke auf die Zwingen aufgeschoben werden kann, muss der Arm der Zwinge abgenommen werden. Das geht nur, wenn man die kleine Delle am Ende der Zwingen wegschleift oder mit einer Feile entfernt. Die Zwingen können dennoch weiterhin als solche verwendet werden.

Die Position der Bohrungen in der Spannbacke muss geprüft werden.

Die Position der Bohrungen in der Spannbacke muss geprüft werden.

Eher optischen Zweck erfüllt die große umlaufende Fase an der Spannbacke. Lediglich bei Sägearbeiten an der Aufsatzzange hat sie an der Oberkante der Backe einen funktionellen Zweck. Man kann dadurch die Säge etwas besser schräg zum Werkstück halten. Wenn Ihnen eine eckige Form besser gefällt, lassen sie die Fase einfach weg.

Ich erstelle solch große Fasen sehr gerne mit der Tischkreissäge. Ein einfacher Zusatzanschlag (siehe auch „Zusatzanschlag für die Tischkreissäge„) ermöglicht das Schneiden beliebiger Fasen am Parallelanschlag. Auch die Fasen an den kurzen Kanten können damit gefahrlos mit der gleichen Einstellung geschnitten werden.

Einer der letzten Arbeitsgänge ist das Bohren der Löcher für die Niederhalter. Sie haben einen Durchmesser von 19 Millimetern. Ich hatte für die selbstgebaute Hobelbank und für die erste Aufsatzzange einen Bohrer des Herstellers Star-M vom Typ „Clean Exit“ gekauft. Dieser Bohrer ist genial. Er frisst sich regelrecht durch dickes Holz, auch wenn er nur von einem Akkuschrauber angetrieben wird.  In Deutschland ist der Bohrer derzeit nicht zu bekommen, aber er kann in England bestellt werden. Die Bezugsquelle finden Sie am Ende des Artikels in der Linkliste. Sie können die Bohrungen aber auch mit jedem anderen Bohrer machen. Hauptsache es kommen dabei Löcher mit 19 Millimeter Durchmesser raus. Die Löcher sollten annähernd gerade durch die Platte gebohrt werden. Machen Sie aber keine Wissenschaft daraus. Es werden lediglich Niederhalter hindurch gesteckt.

Auch beim Anzeichnen der Bohrungen (Maße sind in der Zeichnung angegeben) spielt es keine Rolle, ob Sie das auf den Millimeter genau machen. Ich nutze Niederhalter von Bessey, die ich auch an der Hobelbank einsetze. Die sehr nützlichen sogenannten „Holzfast“ funktionieren hier leider nicht. Die brauchen mehr Platz unter der Platte. Eine günstige Alternative zu den Niederhaltern von Bessey gibt es von Dieter Schmid (Feine-Werkzeuge.de) unter seiner Eigenmarke „Juuma“. Diese Niederhalter müssen jedoch etwas kürzt werden. Den Links zu diesen Niederhaltern finden Sie in der Linkliste am Ende des Artikels.

Regelmäßig kommt die Frage auf, warum es denn unbedingt Bohrungen mit einem Durchmesser von 19 Millimetern sein sollen und nicht 20 Millimeter. Dieses Thema habe ich einmal in einem Blogbeitrag auf Holzwerken.net behandelt:

20 oder 19 Millimeter – Blogbeitrag auf Holzwerken.net

Gebohrt wird freihand. Das ist genau genug.

Gebohrt wird freihand. Das ist genau genug.

Zum Schluss werden dann noch alle T-Nut Schienen angeschraubt. Ich habe für die Incra- schienen nicht die mitgelieferten Schrauben genommen, deren Kopf ist zu dick. BEsser sind Rückwandschrauben oder Schraben mit einem dünnen, flachen Kopf. Eine Schraubenlänge von 25 Millimetern passt für alle Schienen an der Aufsatzzange.

Funktionell ist die Zange damit schon fertig. Ich habe sie aber noch geschliffen und alle scharfen Kanten gebrochen. Anschließend habe ich sie noch lackiert (Wasserlack Clou Nr. 9200) Das schützt sie ein wenig vor Verschmutzung und Leimflecken. Man kann natürlich auch ein Öl verwenden, oder sie auch komplett unbehandelt lassen. Wichtig ist, das die beiden Flächen (Vorderteil und Innenseite Spannbacke), zwischen denen das Werkstück eingespannt wird, nicht lackiert oder geölt werden. Diese Flächen habe ich auch nur ganz leicht geschliffen. Schließlich braucht man dort Grip.

Die Befestigung auf der Werkbank

Damit man mit der Aufsatzzange auch ordentlich arbeiten kann, sollte sie auf der Werkbank befestigt werden. In meinem Fall ist das recht einfach, da ich in meinen Werkbänken T-Nut Schienen habe. Darin kann ich Klemmen einschieben mit denen dann die Aufsatzzange fixiert wird. Es ist aber auch problemlos möglich die Aufsatzzange etwas über die Kante der Werkbank überstehen zu lassen. Dann kann sie mit Schraub- oder Klemmzwingen befestigt werden. Oder Sie denken sich ein eigenes Befestigungssystem, passend zu Ihrer Werkbank aus.

Befestigung der Zange an der Werkbank

Befestigung der Zange an der Werkbank

Anwendungsbeispiele

Das kurze Video zeigt einige Beispiele, wie die unterschiedlichen Spannmittel und Spannmöglichkeiten der Aufsatzzange benutzt werden können. Ob Sie die Werkstücke dann mit Handwerkzeugen, der Oberfräse oder gar der Stichsäge bearbeiten spielt dabei dann keine Rolle. Mit Sicherheit findet jeder Anwender mit der Zeit noch weitere Möglichkeiten. Es spricht auch nichts dagegen, die Vorrichtung noch weiter nach den eigenen Bedürfnissen zu modifizieren oder durch kleinere Vorrichtungen zu ergänzen. Der Bankwinkel im Video ist zum Beispiel eine solche Ergänzung.

Sollten Sie Lust haben, diese Aufsatzzange nachzubauen, würde ich mich freuen, wenn Sie davon ein Foto in den Kommentaren einstellen würden. Und wenn Sie noch Fragen zum Bau oder der Anwendung haben, können Sie diese ebenfalls in den Kommentaren stellen.

Eines steht jedoch fest: Wenn sie sich erst einmal an die Arbeit mit einer solchen Aufsatzzange gewöhnt haben, wollen Sie diese nicht mehr missen.

Links

Werkzeug und Zubehör

Die Vorlage: Aufsatzzange in der HolzWerken

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Hinweis: Dieser Blogartikel wurde nicht gesponsert und es wurde mir dafür auch  nichts kostenlos zur Verfügung gestellt.

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43 Kommentare zu Bauanleitung Aufsatzzange – Nicht ganz nach Moxon

  1. Henning Gohlke sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich habe eine Frage zu der Moxon Vice deren Bau Du in der Holzwerken 50 beschrieben hast. In der Bildunterschrift 4 schreibst Du „Zum querlaufenden Zangen-Hinterteil haben die Streben keinen Kontakt.“ Allerdings is in Bild 11 Leim auf die Streben aufgetragen. Verstehe ich etwas grundlegendes nicht richtig?

    Viele Grüße

    Henning

  2. Welsch Bernhard sagt:

    Guten Tag Heiko,
    Du schreibst in der Bauanleitung:
    „Damit die beiden Teile weniger aufeinander rutschen gibt es einen ganz einfachen Trick: Man streut ein wenig Kochsalz auf den Leim. “
    Den Trick kennte ich bislang auch noch nicht. Aber warum bringt man nicht ein paar Spax-Schrauben ein, vielleicht in vorgebohrte Löcher in einer der beiden zu verbindenden Platten. Die Platte mit den Bohrlöchern kann man ja als Unterseite verwenden, da stören die Bohrlöcher ja nicht.
    Gruß
    Bernhard

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Bernhard,
      im Prinzip kann man die Teile auch verschrauben. Damit man aber beim späteren Durchbohren nicht auf Schrauben trifft, sollte man sie nach dem Abbinden des Leimes wieder entfernen.

      Gruß

      Heiko

  3. Stefan sagt:

    Hallo Heiko,
    vielen Dank für diese tolle Anleitung und deinen Blog im Allgemeinen!
    Für den anstehenden Bau meiner Aufsatzzange habe ich hier viele gute Ideen mitnehmen können.

    Ich hätte jedoch eine Anregung zur Konstruktion:
    Die Nutprofile an der Vorderseite finde ich sehr praktisch, um Werkstücke direkt dort festzuspannen.
    Für den Einsatz zum Spannen mit der Spannbacke finde ich die T-Nut Schienen allerdings nur dann geeignet, wenn man die Zwingen dabei nicht besonders fest anzieht.
    Der Grund hierfür liegt darin, dass die Flansche des Nutprofil nicht direkt gegen das zu spannende Objekt gezogen werden, sondern sich frei verformen können. (Siehe angehängte Skizze)
    Mein Verbesserungsvorschlag für „schwere“ Arbeiten mit der Spannbacke wäre, auf beiden Seiten der Aufsetzzange und der Spannbacke mittig eine kurze Nut anzubringen, die genau die Breite der Zwingenschiene hat. Dann zieht die Zwinge nicht am Aluprofil, sondern an 36mm Multiplex.

    Ich muss dazu anmerken, dass ich noch nicht persönlich mit den Incra Schienen gearbeitet habe, vielleicht ist deren Stabilität auch ausreichend.
    Mein Selbsttest mit einem Stück Aluprofil, in das ich einen Schlitz gesägt habe, hat nur mit dem direkten Gegenspannen von Werkstücken vertrauenserweckend gewirkt 🙂

    VG, Stefan

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      ich habe viele Meter dieser Schienen in unterschiedlichen Einsatzgebieten seit mehreren Haren im Einsatz. Bisher habe ich das von dir befürchtete Problem nicht gehabt. Und es wird auch schon mal etwas herzhafter gespannt. Deine Bedenken sind also unbegründet.

      Gruß

      Heiko

  4. Holzwurm sagt:

    Hallo Heiko,

    da ich selber noch nie mit den 19mm bzw 20mm Löchern und deren Niederhalter gearbeitet habe, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Der Bau einer Werkbank steht auch an, aber erstmal im kleinen probieren. Da ich auch schon lange eine transportable Möglichkeit suche, um unterwegs gut Arbeiten zu können, sprach mich diese Idee an.

    Heute habe ich es geschafft und meine Variante ist zusammengebaut. Ich habe mich zum ausprobieren erstmal für das günstigere MDF entschieden. Ein Nachteil: die Niederhalter von Juuma sind sehr groß und die Riffelung am „Stiel“ sind sehr grob. Dadurch nutzt das MDF schnell ab.

    Oberflächenbehandlung, wie schleifen und versiegeln muss ich noch bei Gelegenheit machen. (Öl oder Lack für MDF – was ist besser?)
    Die Schienen habe ich durch selbstgefräßte T-Nuten ersetzt. Da der Fräßer kleiner ist, als die Zwingenköpfe von Juuma (– Festoolzwingen (die blauen „alten“) passen genau) und ich sie dann in mehreren Schritten fräsen musste, sitzen sie recht lose. Gerade die Zange vorne ist daher im losen zustand instabil.

    Beim Probieren mit div. Stücken habe ich die Möglichkeiten der Aufsatzzange erkannt und bin gespannt, wie oft ich sie nutzen werde.

    Eine Frage habe ich zur Zeichung: Seite 5: Die kurzen Streben sind dort mit 330mm angegeben. Oben auf S. 1 in der Zuschnitt-Liste mit 350mm. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    Vielen Dank für die tolle Idee. Ich denke ich werde einiges auch für meine Werkbank davon umsetzten können.

    Grüße
    Hendrik

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Hendrick,

      das sieht erst einmal alles recht sauber aus, ich befürchte aber, dass du nicht lange Freude damit haben wirst. MDF ist für so eine Vorrichtung definitiv das falsche Material. Daher würde ich auch nicht noch mehr Arbeit und Geld investieren und die Oberfläche unbehandelt lassen. Wenn du es doch tun möchtest, kannst du beides nehmen, Öl oder Lack. Was du eben gerade da hast. Ob man die Streben 350mm oder etwas kürzer macht ist eigentlich egal.

      Gruß

      Heiko

  5. Bernhard Welsch sagt:

    Guten Abend Heiko, das Multiplex für die Aufsatzzange ist zugeschnitten und bis K180 geschliffen. Wahrscheinlich wäre es sinnvoll gewesen, die Seiten der Spannbacken, die mit dem eizuspannenden Werkstück in Berührung kommen, dieses also letztlich halten sollen, nicht zu schleifen. Durch das Schleifen wird das Holz glatter und verliert dadurch einen Teil seiner Haltekraft per Reibung.
    Ich habe noch nie Werkzeug im Ausland bestellt und möchte auch in diesem Fall auf Deutsche Anbieter zurückgreifen. Bei Feine Werkzeuge gibt es Bohrer mit D 19 mm als Schlangenbohrer für knapp 20 Euro und andere Bohrer mit dem gleichen D für bis zu über 60 Euro. Gerne höre ich wie immer Deinen Rat.
    Gruss
    Bernhard

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Bernhard,
      die Innenseiten der Spannbacken sollten in der Tat nicht so glatt sein. Für mehr Grip könnte mans ie sogar mit einem 180er Schleifbapier belegen. Einfach mit doppelseitigem Klebeband aufkleben.

      Was den Bohrer angeht, so ist dieser spezielle und sehr gute Bohrer nun einmal leider nicht mehr bei uns zu bekommen. ein Schlangenbohrer bohrt nicht so sauber und zieht sich zu schnell ins Holz. Da muss man erst mit 3 oder vier Millimeter vorbohren. Da würde ich dann lieber zu einem Forstnerbohrer greifen.

      Gruß

      Heiko

  6. Henning Gohlke sagt:

    Hallo Heiko,
    ich schwanke für den Bau Bucheleimholz oder Multiplex zu verwenden. Welche Vor bzw. Nachteile hätte die jeweilige Variante. Ginge übrigens auch Eiche?

    Vielen Dank

    Henning

  7. Tom sagt:

    Hallo Heiko,

    Zunächst einmal vielen Dank für deinen großartigen Blog.
    Ich beginne gerade mit der Holzwerkerei und deine Ideen und Präsentationen sind eine tolle zusätzliche Motivation.

    Ich habe eine Frage zu alternativem Plattenmaterial zur Konstruktion der Aufsatzzange.
    Bei dir bot sich Birke-Multiplex als Material an, weil noch ausreichend als Reststücke vorhanden.
    Spricht etwas gegen die Verwendung von Nadelholz-Sperrhölzern als Material?
    Im Wesentlichen Frage ich mich ob die Härte des Holzes ausreicht und ob aufgrund der geringeren Schichtanzahl die Verwindungssteifigkeit ausreichend gegeben wäre.

    Viele Grüße,
    Tom

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tom,

      ich würde dafür kein zu weiches Holz nehmen. Du wirst dich sonst bereits nach wenigen Monaten darüber Ärgern. Die Oberflächen werden schon sehr stark beansprucht. Ebenso auch die Bankhakelöcher für die Niederhalten. Nimm Multiplex oder ein harten Massivholz. Das wird dir dann auch lange Zeit gute Dienste tun.

      Gruß

      Heiko

  8. Manuel sagt:

    Hallo Heiko,

    auch von mir ein großes Dankeschön für die Idee und die Anleitung.

    Hierzu eine nebensächliche Frage: Im Absatz
    „Die erste Lage der oberen Platte wird nicht verschraubt, dann folgt wie beschrieben das Vorderteil. Erst dann wird die zweite Lage der oberen Platte ohne zu verschrauben aufgeleimt.“
    schreibst Du, dass die obere Platte (ohne Falz, also die untere der beiden oberen) nicht verschraubt wird. Ich vermute, dass das ein Tippfehler ist – mir viele kein Grund ein, hier nicht zu schrauben. Die Platte mit Falz (also ganz oben) dann natürlich nur aufleimen.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?
    Besten Dank und viele Grüße, Manuel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Manuel,

      vielen Dank für den Hinweis. Da ist in der Tat ein „nicht“ zuviel gewesen. Das habe ich geändert- So solle es nun klarer sein.

      Gruß

      Heiko

  9. Charlie Franke sagt:

    Die Incra-T-Nutschienen kommen in 610mm-Stücken. Um mir das Sägen der Alu-Schienen zu ersparen, habe ich die Breite der Aufsatzzange auf 610mm verlängert.
    Gruß
    Charlie

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Charlie,

      die Maße richteten sich bei mir nach den Resten von Schienen, die ich noch da hatte und nach den vorhandenen Multiplexplatten. Aber man ist ja zum Glück nicht an die Maße gebunden und kann das alles nach seinen eigenen Vorstellungen bauen.

      Gruß

      Heiko

  10. Johannes sagt:

    Hallo Heiko,
    klasse Aufssatzzange, hat mir auch sehr zum denken gegeben.
    Danke für deine Arbeit.
    Da ich noch keine Schienen verbaut habe, stellt sich mir die Frage, welche Vor-/Nachteil die Incra vs. metrischen Schienen hat, oder ob es eigentlich egal ist.
    Ein paar Gedanken hierzu wären sehr hilfreich.

    In der Hobelbank habe ich in der Spannzange auch 19mm-Löcher. Würde es Sinn machen, deinen Entwurf mit einer dritten Platte nochmal aufzudicken und auch Löcher einzubringen?

    Gruß
    Johannes

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Johannes,

      im Prinzip ist es egal. Ich habe damals mit den IMCRA- Schienen angefangen und verwende sie seither an mehreren Stellen in der Werkstatt. Ich kann dann auch mal schnell was umbauen oder miteinander kombinieren. Für mich haben die INCR-Schienen den Vorteil, dass beispielsweise Sternschrauben und Nutensteine bei Dieter Schmid leicht und günstig zu bekommen sind. Ich bin da halt etwas bequem.

      Bohrungen in der Spannbacke machen bei dieser Zange keinen Sinn. Die Zwingenlösung ist in dieser Richtung nicht verwindungssteif genug (Mmss sie auch nicht sein). Bei der Benchcrafted Mechanik ist das anders. Aber auch da darf man von Bankhaken in der Spannbacke nicht zu viel erwarten. Das ist nicht vergleichbar mit einer Hobelbank.

      Gruß

      Heiko

  11. SiggiC sagt:

    Hallo Heiko,

    wieder ein toller Artikel, ausführlich beschrieben, toll bebildert und ein klasse Video! DANKE!
    Auch mich haben die Kosten der Moxon-Vise bisher davon abgehalten – weil irgendwie geht es ja doch auch immer anders ………..aber das hier gibt sicher auch eines meiner nächsten Projekte.

    Gruß, Siggi

  12. Thomas Götz sagt:

    Heiko,
    super Idee und vor allem Preisgünstig, da werde ich mal schauen ob ich bei meiner noch die Nutschienen auf der Stirnseite nachrüsten kann.

    Gruß Thomas

  13. Henning Gohlke sagt:

    Hallo Heiko,
    ich bin auf der Suche nach Spannmöglichkeiten für meine MFT Lochplatte, die ich in einem massiven Stahltisch montiert habe. Zunächst hatte ich gedacht die Werkstücke mit Hilfe von „FESTOOL Spannelemente MFT-SP“ einzuspannen. Dann habe ich allerdings gelesen das diese von nicht so ganz überzeugender Qualität seien. Was meinst Du dazu? Alternativ habe ich dann die „Bench Blades“ von Veritas gesehen. Wären die eine Alternative?

    Vielen Dank

    Henning Gohlke

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Henning,

      die Festool-Spanner funktionieren schon ordentlich. Meine musste ich aber ein wenig nacharbeiten, da die Spannfläche nicht rechtwinklig zum Tisch stand. Sie drückten das Werkstück immer nach oben. Das war aber in ein paar Minuten erledigt.

      Die Veritas Bench Blades sind für den MFT nicht geeignet, da sie ja nur einen Spannweg von sechs Millimetern haben. Dann schon eher die neuen Veritas „Wonder Dogs“ mit Schnellverstellung. Die wird es bei uns auch bald geben. Sie sind aber nicht billig und du musst den 19mm Schaft ein wenig mit Klebeband umwickeln, damit er besser in den 20 Millimeter Bohrungen sitzt.

      Ich würde dir dazu raten den Festool- Spannern eine Chance zu geben.

      Gruß

      Heiko

  14. Anonymous sagt:

    Sehr schön! Vielen Dank.

    Wird nachgebaut und wird ein Weihnachtsgeschenk.

    Chris aus Berlin

  15. Philipp sagt:

    Hallo Heiko,

    hat es einen speziellen Grund warum man sich das Video nicht im Vollbildmodus anzeigen lassen kann?

    MfG
    Philipp

  16. Achim sagt:

    Hallo Heiko,

    tolle Idee und sehr schön beschrieben!

    So eine Moxon-Vise hat mich schon länger mal gereizt, aber – wie Du beschrieben hast – waren mir die notwendigen Teile dafür einfach zu teuer. Aber mit Deinem Ansatz rückt die Aufsatzzange wieder ganz weit nach vorne auf meiner To-Do Liste 😉

    Vielen Dank und viele Grüße
    Achim

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