Grundhobel: Lie Nielsen vs. Veritas

grundhobel_titel

Grundhobel führen in den Köpfen vieler Holzwerker ein Schattendasein. Das ist schade, denn der Grundhobel ist ein tolles Werkzeug. Man kann mit ihm Beschläge einlassen, Nuten nacharbeiten, Vertiefungen unterschiedlichster Art ausarbeiten und zur Not auch mal einen Falz oder eine Nut herstellen. Für die hölzernen Grundhobel konnte ich mich nie begeistern, wohl aber für Modelle aus Eisen (Guss). Ich habe mehrere Grundhobel, die in Kursen auch zum Einsatz kommen. Auf den ersten Blick sehen sich die Modelle von Veritas und Lie Nielsen sehr ähnlich. Schaut man genauer hin, zeigen sich aber doch einige Unterschiede. Und genau darum geht es in diesem Artikel. Ich vergleiche die kleinen und großen Grundhobel von Veritas und Lie Nielsen.

Grundhobel und Zubehör von Veritas und Lie Nielsen

Grundhobel und Zubehör von Veritas und Lie Nielsen

Sie wissen nicht, wofür ein Grundhobel da ist und ob Sie nicht doch einen in ihrer Werkstatt gebrauchen können? Dann lesen Sie am besten zuerst diesen Artikel:

Download: http://www.holzwerken.net/Wissen/Top-Thema/Gehen-Sie-den-Dingen-auf-den-Grund/

Ich habe ihn vor einigen Jahren für die Zeitschrift HolzWerken geschrieben und er zeigt sehr gut, wie vielseitig dieses Werkzeug ist. Da dort auch schon so einige Fotos von der Anwendung des Grundhobels enthalten sind, habe ich mir das hier gespart.

Große Grundhobel

Den großen Grundhobel von Lie Nielsen gibt es (fast) nur mit einem 9,5 Millimeter breiten Eisen. Andere Breiten sind nicht erhältlich. Lediglich ein spitz zugeschliffenes Eisen wird noch angeboten, das aber derzeit in Deutschland nicht zu bekommen ist. Es gibt noch einen Adapter, mit dem man das Eisen eines kleinen Lie Nielsen im großen Grundhobel nutzen kann. Leider ist auch dieser beim deutschen Importeur (Dicktum) derzeit nicht im Sortiment. Bei Veritas sieht es da ganz anders aus. Es gibt die Eisen in unterschiedlichen Breiten in metrischen und Zoll- Maßen. Außerdem gibt es Zubehör zum Schneiden von sogenannten „Inlays“, also Einlegearbeiten. Während es den großen Grundhobel von Veritas nur in einer Ausführung gibt, ist der Lie Nielsen in einer offen und einer geschlossen Ausführung zu bekommen. Ich habe mich für die offene Variante entschieden. Er soll einen besseren Blick auf das Werkstück ermöglichen. Der Nachteil ist jedoch, dass er eine etwas schlechtere Auflage im mittleren Bereich hat. Einen offensichtlichen Unterschied gibt es noch in der Anordnung der beiden Griffe. Beim Lie Nielsen stehen die matt und dünn lackierten Griffe gerade, beim Veritas stehen sie leicht schräg und sind dick und glänzend lackiert.

Die Verarbeitung

Bei der Verarbeitung hat der Lie Nielsen die Nase ganz eindeutig vorne. Die Mechanik hat kaum merkliches Spiel. Es gibt weniger bewegliche Teile, da der Mechanismus zum Klemmen des Eisens direkt in den Hobelkörper eingearbeitet ist. Beim großen Grundhobel von Veritas gibt es mehr bewegliche Teile, die auch mehr Spiel haben. Das Spiel ist zwar komplett weg, wenn alle Schrauben festgezogen sind, es macht sich aber beim Verstellen der Tiefe bemerkbar. Die matte Oberfläche des Lie Nielsen macht einen deutlich wertigeren Eindruck, als das eher glänzende Schwarz des Veritas- Hobels. Der Lie Nielsen Hobel ist insgesamt wesentlich besser verarbeitet als das Pendant von Veritas. Das ist aber insgesamt meckern auf hohem Niveau, denn auch der Veritas Grundhobel ist sehr gut verarbeitet – Nur eben nicht so gut wie der Lie Nielsen.

Die Eisen

Beim Veritas-Hobel sind drei Eisen und eine Schärfhilfe im Lieferumfang enthalten. Bei den beiden breiten Eisen kann man den unteren Teil demontieren und mit einer speziellen Schärfhilfe in eine Schleifführung einspannen. Das habe ich einmal versucht, das System konnte mich aber nicht recht überzeugen. Ich bin freihand einfach schneller. Überdies funktioniert diese Vorgehensweise auch nur bei gerade einmal zweien der verfügbaren Eisen. Die Eisen sind aus Kohlenstoffstahl und haben eine gute Standzeit. Im Lieferzustand sind sie zwar recht gut vorbereitet, müssen aber noch nachgeschärft werden. Das Hobeleisen des Lie Nielsen-Grundhobels braucht kaum Zuwendung. Ein paar Züge über einen feinen Abziehstein sind ausreichend und schon kann es losgehen. Das Eisen ist aus A2-Stah und härter als die Veritas-Eisen. Die Standzeit ist demnach besser. Rein optisch macht das Lie Nielsen-Eisen auch einen wesentlich wertigeren Eindruck.

Links: Lie Neilsen, rechts: Veritas

Links: Lie Nielsen, rechts: Veritas

Die Handhabung

Die Handhabung beider Hobel, was das Einstellen und verstellen angeht, ist nahezu gleich. Der Veritas-Grundhobel hat wie schon erwähnt ein klein wenig mehr Spiel beim Wechsel der Verstellrichtung. Das macht sich in der Praxis aber nicht negativ bemerkbar. Der Lie Nielsen wirkt beim Arbeiten, vor allem bei größerer Spanabnahme steifer, weniger elastisch, als der Veritas. Das könnte daran liegen, dass beim Veritas einfach mehr bewegliche Einzelteile das Eisen halten. Die Eisenklemmung per Rändelschraube erfordert bei beiden Hobeln nur wenig Kraft. Der Schlitz in der Schraube des Lie Nielsen für einen Schraubendreher ist zwar gut gemeint, aber nicht wirklich notwendig.

Als klaren Vorteil sehe ich die Position der Klemmschraube beim Lie Nielsen an. Sie ist so positioniert, dass die Verstellung der Schnitttiefe erfolgen kann, ohne beide Hände von den Griffen zu nehmen.

Kaum objektiv zu beurteilen ist die Griffanordnung und Position. Mir persönlich liegt der Lie Nielsen besser in der Hand. Die Meinung der Kursteilnehmer, die mit beiden gearbeitet haben ist jedoch nicht eindeutig. Da schneiden beide Hobel ziemlich gleich ab, was die Ergonomie angeht.

 Parallelanschlag

Der Parallelanschlag für den Veritas Hobel muss extra gekauft werden. Er kann rechts und links am Hobel befestigt werden. So richtig stabil ist er nicht, er erfüllt aber seinen Zweck. Der Parallelanschlag des Lie Nielsen ist im Lieferumfang enthalten. Er ist kleiner als beim Veritas-Hobel, aber wesentlich stabiler. Die Passung zwischen Hobelsohle und Anschlag kann man ruhig als perfekt bezeichnen. Ob man einen solchen Parallelanschlag jemals braucht, ist aber eine ganz andere Sache. Ich habe ihn bisher nur ein oder zweimal eingesetzt. Dafür reicht dann auch die nicht ganz so stabile Veritas-Lösung aus.

Kleine Grundhobel

Kleine Grundhobel-Modelle sind für viele Holzwerker schon ausreichend. Mit ihnen kann man Beschläge einlassen, oder auch mal eine Nut nacharbeiten. Sowohl der kleine Grundhobel von Veritas, als auch das Pendant von Lie Nielsen haben ein Messer, das 6,35mm also 1/4 Zoll breit ist. Das Ausarbeiten von Vertiefungen geht mit diesen kleinen Hobeln daher wesentlich langsamer, als mit den großen Grundhobeln und einem breiten Eisen. Das ist aber nur eine Einschränkung, welche die kleinen Grundhobel haben. Eine Weitere betrifft die Tiefe, auf die man die Messer absenken kann. Die kleinen Hobel kommen da natürlich nicht so tief, wie ihre großen Brüder. Da die Hobel insgesamt kleiner sind, fallen auch die Hobelsohlen kleiner aus. Sie überbrücken daher keine so großen Lücken. Dennoch sind diese kleinen Grundhobel äußerst praktisch. Wie beim großen Grundhobel, gibt es den kleinen Lie Nielsen auch in einer offene und einer geschlossen Ausführung. Da die kleinen Modelle ohnehin schon eine kleine Auflagefläche haben, entschied ich mich für die geschlossene Ausführung.

Die Verarbeitung

Schaut man sich die beiden kleinen Grundhobel von Lie Nielsen und Veritas an, so sind beide im Grunde genommen sehr gut verarbeitet. Die Sohlen sind plan und es gibt keine scharfen Ecken und Kanten. Auch die Lackierung (oder ist es eine Pulverbeschichtung?) ist bei beiden hochwertig. Dennoch gibt es Unterschiede in der Verarbeitungsqualität, auf die ich aber bei der folgenden Gegenüberstellung der Eisen und der Handhabung eingehe.

Die Eisen

Die Unterschiede bei den Hobeleisen sind mehr als eindeutig. Bei Veritas kommt ein Eisen mit einem runden Schaft zum Einsatz, das aus zwei Teilen gefertigt wird. Im Hobelkörper des Lie Nielsen steckt ein Eisen, das aus dem vollen gearbeitet ist und einen eckigen Querschnitt hat. Das macht einen wesentlich wertigeren Eindruck. Während das Lie Nielsen-Eisen sehr gut geschärft zum Kunden kommt, muss man beim Veritas Eisen noch ein wenig Arbeit hineinstecken. Die Standzeit des Lie Nielsen Eisens ist aufgrund des höherwertigen Stahls wesentlich länger.

Links: Lie Neilsen, rechts: Veritas

Links: Lie Nielsen, rechts: Veritas

Die Handhabung

Der Querschnitt des Hobeleisens wirkt sich direkt auf die Handhabung der beiden kleinen Grundhobel aus. Mutet man dem Veritas Hobel etwas dickere Späne zu, dreht es sich aufgrund des runden Schaftes einfach weg. Das eckige Eisen beim Lie Nielsen tut das natürlich nicht. Auch ist der Hobelkörper des Lie Nielsen ein wenig breiter und hat eine ergonomischere Fingerauflage als der kleine Veritas Grundhobel. Beides, die ergonomischere Form und das eckige Eisen machen den kleinen Lie Nielsen daher zum besseren Werkzeug, als es der kleine Veritas ist.

Beide kleinen Grundhobel haben keine Feineinstellung für die Schnitttiefe. Diese erfolgt bei geklemmtem Eisen mit leichten Hammerschlägen. Ein Hammer mit etwa 100g Kopfgewicht ist dazu ideal.

Übrigens: Auch wenn beim Lie Nielsen in der Feststellschraube ein Schlitz ist, braucht man keinen Schraubendreher zum Anziehen.

Bis in die Ecke?

Bei allen vier Grundhobel, die ich Ihnen hier zeige können die Eisen auch umgedreht eingebaut werden. Das sind nur wenige Handgriffe. Damit soll man dann auch in Ecken hinein kommen. So richtig funktioniert das aber nur bei den beiden Veritas Hobeln. Beim großen Lie Nielsen Grundhobel ist da Eisen auch bei gedrehtem Einbau weit von der Kante der Hobelsohle entfernt. Beim Kleinen sieht es zwar etwas besser aus, aber auch da reicht das Eisen nicht ganz bis zur Kante. Anders ist das beim großen und kleinen Grundhobel von Veritas. Baut man dort das Eisen um 180° gedreht ein, steht es sogar ein Stück über die Kante der Hobelsohle vor.

Aber ist das wichtig? Vermutlich nicht wirklich. Zumindest hatte ich bisher keine Anwendung, bei der ich diese Funktionalität wirklich benötigt hätte. Das soll aber nicht bedeuten, dass es nicht doch irgendwann einmal nützlich sein könnte.

Kompatibel?

Lie Nielsen bietet nur ein gerades und ein spitz geschliffenes Eisen für den großen Grundhobel an. Von Veritas gibt es eine große Auswahl an unterschiedlich breiten Eisen. Es wäre doch schön, wenn der Lie Nielsen Anwender auf das Angebot von Veritas zurückgreifen könnte. Der Schaftquerschnitt ist nämlich annähernd gleich und auch die Kerbe am Ende der Eisen ist an der gleichen stelle und gleich tief. Leider funktioniert das aber dennoch nicht. Beim großen Grundhobel von Veritas sitzt das Eisen nämlich mit dem Schaft im 45° Winkel im Hobelkörper. Ich habe auch versucht die beiden geschraubten Eisen zu drehen, und im Lie Nielsen zu nutzen, das funktioniert aber auch nicht.

Der mittlere Veritas

Seit einiger Zeit gibt es auch einen mittelgroßen Grundhobel von Veritas. In ihm können die Eisen des Großen genutzt werden, er hat aber keine Feineinstellung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von diesem Hobel halten soll. Will man hier den Nachteil des runden Eisens beim kleinen Veritas- Grundhobel kompensieren? Ich weiß es nicht. Für mich macht dieses Zwischending nicht wirklich viel Sinn. Mir erschien eine Überarbeitung des kleinen Veritas in Form eines eckigen Eisens sinnvoller. Dafür würde ich dann auch einen etwas höheren Kaufpreis hinnehmen. Wie Sie herauslesen können, habe ich mit dem mittleren Grundhobel von Veritas keine Erfahrungen. Ich kann daher auch kein Urteil darüber abgeben.

Fazit

Beide Hersteller fertigen sehr gute Werkzeuge, dazu muss man nicht mehr viel sagen. Vergleicht man aber die Grundhobel dieser Hersteller, hat Lie Nielsen meiner Meinung nach einfach die besseren Produkte. Bessere Verarbeitung, ergonomischeres Design und vor allem beim kleinen Grundhobel eine wesentlich bessere Handhabung durch das eckige Eisen gegenüber dem runden Eisen beim Veritas. Leider kostet der kleine Lie Nielsen mehr als das doppelte des kleinen Grundhobels von Veritas. Den Veritas habe ich für knapp unter 40 Euro erstanden, während ich für den Lie Nielsen fast neunzig Euro bezahlt habe. Das ist viel Geld für diesen kleinen Hobel. Daher bin ich hier auch sehr zwiegespalten. Lässt man den Kaufpreis außen vor, spricht nämlich nichts mehr für den kleinen Veritas-Hobel. Die Preise der beiden großen Grundhobel sind hingegen auf gleichem Niveau. In den Jahren, in denen ich den Veritas Grundhobel nutze, setzte ich immer nur das 12 Millimeter breite Eisen ein. Die schmaleren Eisen, die ich habe und das spitze Eisen habe ich nie gebraucht. Wenn ein schmales Eisen notwendig war, griff ich um kleinen Grundhobel.

Will man nur einen Grundhobel anschaffen und diesen mit unterschiedlich breiten Eisen nutzen, kommt eigentlich nur der Veritas in Frage. Legt man Wert auf eine perfekte Verarbeitung und eine Handhabung ohne Kompromisse machen zu müssen, wird man mit dem Lie Nielsen glücklicher sein.

Gibt es günstige Alternativen?

Die Grundhobel von Veritas und Lie Nielsen sind zwar teuer, aber wenn man sie wirklich sinnvoll einsetzen kann auch jeden Cent wert. Wenn möglich zeige ich immer gerne preisgünstige Alternativen zu teuren Werkzeugen auf. Das kann ich aber in diesem Fall leider nicht tun, da mir einfach keine günstigere Alternative bekannt ist. Das Einzige, was ich finden konnte, war ein kleiner Grundhobel von Axminster in England. Das Foto im Onlineshop (http://www.axminster.co.uk/hand-tools/planes-spokeshaves-scrapers/router-planes) hielt mich aber davon ab, einen solchen Hobel zu kaufen. Er erscheint mir nicht sonderlich gut verarbeitet und ist auch nicht wirklich günstig. Für hölzerne Grundhobel kann ich mich nicht recht begeistern. Man hat damit einfach keine gute Sicht auf das Geschehen. Und neu und fertig gekauft sind auch hölzerne Grundhobel kein Schnäppchen.

Sollten Sie günstige Alternativen zu den hier gezeigten Hobeln kennen, zögern Sie nicht, schreiben Sie es in die Kommentare.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nicht gesponsert. Die vorgestellten Werkzeuge wurden mir auch nicht kostenlos zur Verfügung gestellt.

Links

Artikel

Bezugsquellen

Videos

Unterstützen Sie doch diesem Blog, damit Sie auch weiterhin tolle und werbefreie Inhalte lesen können. Mehr Infos: Wie funktioniert Patreon?
Dieser Beitrag wurde unter Hobeln abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Kommentare zu Grundhobel: Lie Nielsen vs. Veritas

  1. Gephard sagt:

    Hallo Heiko,

    Danke für den wunderbaren Test. Sehe ich das richtig, dass für 3 mm breite Nuten für Schubladenböden nur der Veritas in Frage kommt? Oder gibt’s gar wie nen Trick, dass man ohne Grundhobel auskommt. Mir ist klar, dass es auch Nuthobel gibt, aber soweit ich Laie das einschätzen kann, wäre ein Grundhobel dann schon vielseitiger.

    Beste Grüße
    Gephard

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Gephard,

      so schmale Nuten gehen mit dem Lie-Nielsen Grundhobel nicht. Davon abgesehen wäre mir eine drei Millimeter schmale Nut auch zu schmal für einen Schubladenboden. Solche Böden mache ich in der Regel 6mm breit.

      Wenn es dich interessiert, in der übernächsten Folge meines Onlinekurses “Werkzeugkiste” erstelle ich verschiedene Nuten mit dem Grundhobel.
      http://lernen.kurswerkstatt-saar.de/onlinekurse/

      Gruß

      Heiko

      • Gephard sagt:

        Hallo Heiko,

        Vielen Dank für deine schnelle Antwort und den Hinweis auf deinen Kurs. Den werde ich mir anschauen.

        Viele Grüße
        Gephard

  2. Horst Entenmann sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich habe mich über den kleinen Veritas Grundhobel auch schon geärgert. Er fällt weit hinter die Erwartungen zurück. Mir unverständlich daß man da ein rundes Eisen eingesetzt hat. Die Aufnahme im Gußteil ist übrigens mehr oder weniger prismenförmig und nicht rund.
    An mein Eisen habe ich daher hinten versuchsweise zwei Flächen angeschliffen, das passt leider (noch) nicht perfekt, gibt aber deutlich mehr Halt.

    Wozu die spitzen Eisen da sind ist mir immer noch nicht klar. Ich habe es in meinem großen Veritas Grundhobel ausprobiert und fand das Ergebnis nicht so toll. Am ehesten noch mit einem Schrupphobel zu vergleichen.

    Gruß Horst

  3. Martin Graf sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für den umfassenden Vergleich!
    Selbst habe ich auch den großen Lie Nielsen und durch Zufall bin ich auch mal sehr günstig an einen hölzernen Grundhobel (Howal?) mit mehreren Eisen von ECE gekommen.
    Der Lie Nielsen besticht natürlich durch seine Verarbeitung und es lässt sich sehr gut mit ihm arbeiten. Bei längerer Nutzung löst sich bei mir aber gelegentlich die Feststellschraube. Würde mich interessieren, ob das bei anderen auch so ist.
    Zum hölzernen Grundhobel muss ich sagen, dass ich inzwischen sehr gerne mit diesem arbeite. Die Eisen (waren im Neuzustand) mussten zwar erst einmal ordentlich geschliffen werden, arbeiten aber hervorragend. Der Schnitt ins Holz ist wegen der gerundeten Schneide wesentlich sanfter und es entstehen weniger Ausrisse, insbesondere beim Arbeiten quer zur Faser. Das ist ein echter Vorteil gegenüber der geraden Schneide des Lie Nielsen. Auch ist die hölzerne Konstruktion sehr solide ausgeführt, so dass man mit etwas größerer Spanabnahme arbeiten kann. An die “fehlende” Feineinstellung gewöhnz man sich sehr schnell und kann trotzdem sehr präzise arbeiten.
    Ich kann nur empfehlen, mal einen hölzernen Grundhobel auszuprobieren. Man erhält sie gebraucht sehr günstig. Und man hat natürlich die Möglichkeit, sich auch mal schnell einen zusätzlichen Grundkörper zu bauen, der für spezielle Anwendungen besser geeignet ist oder eine bessere Sicht bietet.
    Gruß
    Martin

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      bist du sicher, dass die verrundete Schneide des hölzernen Grundhobels Absicht oder besser gesagt ab WErk so war? Ich stelle mir das nur bedingt sinnvoll vor. Beim Nacharbeiten von gestoppten Nuten oder beispielsweise beim beim Einlassen von Scharnieren käme ein solches Eisen ja nicht ganz in die Ecke. Es blieben kleine Späne stehen, die ein gerades Eisen entfernen würde. Eventuell wäre ein höherer Schnittwinkel schon eine Verbesserung. Das Eisen des Lie Nielsen ließe sich aber auch problemlos etwas verrunden.

      Gruß

      Heiko

      • Martin Graf sagt:

        Hallo Heiko,
        jetzt war ich extra noch einmal in der Werkstatt und habe zwei Fotos gemacht: Das Eisen, mit dem ich bisher gearbeitet habe, ist deutlich verrundet und ich bin mir sicher, dass das auch von Anfang an so war. Vielleicht ist das auch das Originaleisen von Howal?
        Die anderen Eisen, die ich habe und noch nicht benutzt habe, besitzen allerdings eine gerade Schneide.
        Mit dem verrundeten Eisen lassen sich Gratnuten oder Überplattungen sehr gut bearbeiten. In enge Ecken kommt man damit natürlich nicht – da müsste man dann ein gerades Eisen oder eben mal ein Stecheisen verwenden. Zwei Eisen, oder zwei Hobel sind natürlich noch komfortabler.
        Ich glaube in diesem Fall hätte ein anderer Fasenwinkel auch keinen so großen Einfluss. Das weiche, saubere Schneiden würde ich der verrundeten Schneide zuordenen.
        Falls Du den direkten Vergleich selbst erfühlen möchtest, dann würde ich Dir den Hobel auch mal zum Testen zur Verfügung stellen.
        Gruß
        Martin

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Martin,

          danke für das Bild und auch für das Angebot mir den Hobel zu senden. Das ist aber nicht notwendig, ich habe noch einige unbenutzte Ersatzeisen von meinem Veritas Grundhobel. Da kann ich bei Gelegenheit mal ausprobieren eines zu verrunden.

          Gruß

          Heiko

  4. Roman Knittl sagt:

    Hallo Heiko,

    Seit Jahren verfolge ich Deine verschiedenen Blogs dennoch schreibe ich Dir heute das erste mal, ich selber habe mir auch den großen Lie Nielsen geleistet in der geschlossenen Variante bin total überzeugt davon Lie Nielsen würde ich immer wieder kaufen, aber nun dazu warum ich dir schreibe es gibt von Lie Nielsen auch einen Adapter um die Messer vom kleinen Grundhobel in den großen einzusetzen in Deutschland nicht erhältlich, aber in Holland schon! Leider etwas teurer als Deutschland!

    Lg aus Österreich
    Roman

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roman,

      der Adapter kann auch Problemlos bei classichandtools.com in England bestellt werden. Ich habe kurz überlegt, ob ich ihn mir bestellen soll. Allerdings bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich für mich nicht lohnt, da ich ja schon den kleinen Grundhobel habe.

      Gruß

      Heiko

  5. Wolfram sagt:

    Ich habe einen schönen hölzernen Grundhobel von ECE. Sieht zugegeben ein wenig Olper aus, ist aber gut zu handhaben, wurde mit 4 Eisen geliefert und war neuwertig erstaunlich preiswert bei eBay zu finden. In meinen Augen immer eine Alternative für den schmalen Geldbeutel.

  6. Manni sagt:

    Hallo Heiko. Schön, mal so einen Vergleich zu haben. Für kompromisslose Qualität also Lie Nielsen, für nicht ganz so dolle Qualität, aber wesentlich vielseitiger also Veritas. Sollte man sich für den Lie Nielsen entscheiden, muss man halt mehrere Eisen kaufen und auf sein benötigtes Maß zuschleifen. Was Du noch vergessen hast, ist die Tatsache, dass die Veritas-Eisen in die alten Stanleys passen, welche man ja nicht mehr nachkaufen kann. Also ein Weg, um auch die wieder flott und vielseitig zu machen.
    Gruß
    Manni

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Manni,

      danke für den Hinweis auf die Kompatibilität zu den Stanley-Hobeln. Allerdings sind die hierzulande nicht oft anzutreffen. Das Umschleifen der Lie Nielsen Eisen auf andere Maße ist bei dem harten A2 Stahl aber nicht ganz einfach. Ich habe das mal bei einem Eisen für einen No62 von Stanley gemacht, das musste ich 2mm schmaler Schleifen. Auch die Maschine tat sich da wirklich schwer damit.Den Aufwand sollte man also nicht unterschätzen. Es gäbe dann noch dei Möglichkeit mittels Adapter das eisen des kleinen Hobels in den großen zu setzen. Das ist aber finanziell vollkommen uninteressant. Der Adapter und ein Eisen kosten so viel wie der kleine Grundhobel von Lie Nielsen.

      Gruß

      Heiko

  7. Pedder sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für die Review. Was mich überrascht, dass Du mit keinem Wort erwähnst, dass der Lie-Nielsen in zwei Varianten erhältlich ist. Warum hast Du Dich für die mit dem offnenen Hals entschieden?

    Liebe Grüße
    Pedder

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Pedder,

      dass es den großen in unterschiedlichen Ausführungen gibt steht im Artikel (Abschnitt “Große Grundhobel”). Ich habe den offenen genommen, weil er eine bessere Sicht auf das Werkstück erlauben soll. Und weil ich den geschlossenen Veritas schon hatte.

      Den kleinen gibt es auch als offene Version, das habe ich gerade noch im Artikel nachgetragen. Da war mir aber die geschlossene Variante lieber, da die Auflage ohnehin schon nicht sehr groß ist.

      Gruß

      Heiko

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)