Eckregal aus Buche

Teil 3 – Fasen anbringen, erster Zusammenbau

Eckregal - Falz an die Seiten fräsen

Falz fräsen

Die Rückwände des Regals werden später einfach stumpf aufgeschraubt. Damit man aber an den Außenseiten die Kante der Rückwand nicht sieht, wird sie an diesen beiden Teilen eingefälzt. Der Falz ist 10mm breit und 14mm tief. Ich fräse ihn mit einem Nutfräser in zwei Schritten. Zwar würde die Oberfräse diesen Falz auch in einem Durchgang fräsen können, aber dann würde ständig der Absaugschlauch verstopfen. Auf Dauer wäre ein dickerer Absaugschlauch zum Fräsen eine Überlegung wert. Zur besseren Führung habe ich den Führungsschienenadapter angebaut. Er dient ebenso gut als Tischverbreiterung und zusätzlicher Handgriff.

Für die Türkonstruktion im Eckteil des Regals ist es erforderlich eine Fase mit einem Winkel von 45 ° an je eine Längskante der Innenseiten zu fräsen. Die Größe der Fase muss der Materialstärke der Tür entsprechen, also 19mm.

Eckregal - Fase fräsen

Fase Fräsen

Einen so großen Fräser habe ich nicht und ich wollte für zwei Fräsungen auch keinen anschaffen. Daher habe ich die Fase nicht nur gefräst, sondern auch gehobelt. Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:

Im ersten Schritt habe ich mir die gerade Kante, die noch stehen bleiben soll mit dem Streichmaß angerissen. Im zweiten Schritt habe ich dann mit der Kantenfräse eine möglichst große 45° Fase angefräst. Dann musste die Fase mit dem Handhobel auf die endgültige Größe gebracht werden. Die bereits angefräste Fase dient hierbei als erste Führung für den Hobel.

Ich habe immer wieder während des Hobelns den Winkel überprüft und auch gelegentlich korrigiert.

Eckregal - Fase hobeln

Fase hobeln

Bei dieser Arbeit habe ich eine kurze Rauhbank (Juuma No.6) verwendet. Diesen Hobel verwende ich recht oft, wenn ich viel Material abtragen muss. Der Hobel ist zwar recht schwer, aber mit ein wenig Übung kann man mit ihm sehr präzise hobeln. Die lange Rauhbank (Veritas Bevel Up Jointer) wäre mir hierfür zu unhandlich gewesen.  Allerdings hätte ich dort den Fügeanschlag mit einer 45° abgeschrägten Holzleiste als Anschlag verwenden können. Für die beiden Fasen war mir der Aufwand jedoch zu hoch einen Anschlag anzufertigen. Gelegentliche Winkelkontrollen und die Beachtung der Risslinie waren vollkommen ausreichend um die Fase sauber und genau auf die benötigte Größe zu bringen. Der Zeitaufwand für eine solche Fase betrug ca. 15 Minuten.

Eckregal - Zwischenböden im Rohzustand

Vorab montierte Zwischenböden

Der Mittelteil des Regals bekommt später zwei Türen. daher benötigt dieser Teil auch vier feste Böden. Diese habe ich wie bereits alle anderen festen Teile mittels Dominos mit den Seiten verbunden. Dabei musste ich sehr darauf achten, diese Dominos nicht an die gleiche Position zu setzen, wie die Dominos auf der Gegenseite. Denn sonst hätte diese Verbindung mit 15mm überstehenden Dominos nicht funktioniert. Auch diese Dominos habe ich bereits in die Böden eingeleimt, damit ich die Teile probeweise zusammensetzen konnte.

Bisher bestand immer noch die Gefahr ein Teil zu verdrehen und versehentlich falsch zu fräsen. Nun, da alle Verbindungen, Fälze und Fasen angebracht sind, ist diese Gefahr gebannt.

Eckregal - Ecken an Böden abschneiden

Ecken an Böden abschneiden

Bevor ich diese Teile nun wieder auseinander nehme, markiere ich mir noch die Punkte, an denen später die Schrägschnitte der Böden enden bzw. beginnen sollen. Die Schräge soll genau an der Innenkante der Fase auf die Seiten treffen. So entsteht dann der Anschlag für die Türen. Die Vorderkante der Böden und die Fasen bilden einen rechten Winkel, wodurch sich eine einschlagende Tür mit rechtwinkligen Kanten ergibt. Damit beim Anzeichnen nichts verrutschen kann, habe ich die Teile noch mit einer Zwinge gesichert. Geschnitten werden die Böden dann auf dem MFT,  mit der Handkreissäge.

Theoretisch sollten alle Böden gleich sein. Darauf wollte ich mich jedoch nicht verlassen, da sich durchaus Toleranzen einschleichen können. Daher wurde jeder Boden einzeln angezeichnet und nach Anriss geschnitten.  Auch zur Rückwand hin wurde eine Ecke abgeschnitten, damit im Schrankinneren kein tief liegender, spitzer Winkel entsteht, an den man nur schwer gelangt und der nicht gut nutzbar ist.  Für die Nutzbarkeit ist ein um 45° abgeschrägtes Schankinneres meiner Meinung nach besser.

Und so sieht der Korpus dann komplett zusammengesteckt aus:

 

Eckregal -  Erstmontage Korpus

Korpus komplett

So komplett zusammengebaut wird der Schrank nur noch einmal in der Werkstatt stehen, nämlich dann, wenn die Seitenteile verleimt sind und der Sockel, sowie die obere Abschlussblende geschnitten werden. Ansonsten ist es nicht mehr notwendig das ganze Regal komplett zusammen zu bauen.

 

Eckregal - Türanschlag Veranschaulicht

Türanschlag mit Fasen

Das nebenstehende Bild verdeutlicht den Sinn und Zweck der beiden Fasen, die ich an die Seiten angebracht habe. Zwischen diesen Fasen werden später die Türen liegen. Es ergibt sich daraus eine durchlaufende Vorderkante des Regales. Aufschlagende Türen hätten breite Fugen benötigt, was nicht gut ausgesehen hätte. Diese Lösung ist dezent und ohne große Fugen und Absätze.

Mit normalen Topfbändern funktioniert das Anschlagen der Türen natürlich nicht. Es werden Topfscharniere für 45° einschlagende Türen benötigt.

 

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12 Antworten zu Eckregal aus Buche

  1. Lars sagt:

    Der Schrank gefällt mir. Darf man Fragen, was solch ein Schrank letztendlich kostet? Es steckt ja extrem viel Arbeit darin!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Lars,

      fragen darfst du. Aber die NAtwort bleibe ich schuldig. Die Preise von Kundenaufträgen werde ich nicht verraten.

      Gruß

      Heiko

  2. Chris sagt:

    Hallo Heiko,
    Vorab möchte ich sagen super Video und absolut lehrreich. Mich würde einmal interresieren was du für einen Leim verwendest ? Im Video Sieht man den Ponal auf dem einmer aber ürgendwie sieht der nicht so dickflüssig aus ?

    Wie machst du es eig. das du die Leim Pinsel wiederverwenden kannst ?
    Danke schonmal im Vorraus.
    LG Chris

  3. Sebastian sagt:

    Also es handelt sich um Buche Leimholz. Da tendiere ich jetzt zu Lamellos

    • Sebastian sagt:

      Die ideale Möglichkeit Pocket Holes und Dominos zu verwenden habe ich auch schon bei einem Möbel probiert

  4. Sebastian sagt:

    Hallo,

    wie ich sehe machst du die Korpusvrrbindungen bei Massivholz wie ich mit Dominos. Nun bin ich aufgrund der Arbeitsgeschwindigkeit und Kosten am überlegen mir zusätzlich die Dewalt Flachdūbelfräse zu kaufen.
    Wie siehst du die Kombination Lamello und Massivholz. Manch einer sieht es ja als problematisch an wenn der Lamello quer zum Massivholz ist.

    Danke und Gruß
    Sebastian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sebastian,

      ich sehe im Einsatz von Lamellos bei Massivholzverbindungen kein wirkliches Problem. Ich habe mir auch eine Flachdübelfräse als Ergänzung zur Domino gekauft, weil ich der Meinung bin, dass beide Systeme sich durchaus ergänzen.

      Gruß

      Heiko

      • Sebastian sagt:

        Danke für die Antwort,

        Ich bin zwar begeistert von meiner Domino, sehe aber die Vorteile bei schmalen Werkstücken, wo Lamellos zu breit sind. Würdest du bei diesem Projekt jetzt auch Lamellos verwenden? Ich sehe den Vorteil darin, dass die Korpen mit Lamellos beim verleimen schneller zusammengesteckt werden können, die Dominos sitzen ja doch schon straffer.
        Ich bin jetzt am überlegen wie ich meine Küchenkorpen und Massivholzschubladen verbinde, ich denke die Lamello wird günstiger und schneller sein. Die Dominos weisen vlt eine etwas bessere Festigkeit auf, allerdings werden die Lasten ja über die Unterflurauszugführungen auf die Seiten abgeleitet und der Boden muss keine große Last aufnehmen.

        Danke und Gruß
        Sebastian

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Sebastian,

          bei den Schubladen kannst du beruhigt Flachdübel nehmen. Bei den Korpussen würde ich, sofern es sich um Plattenmaterial handelt auch Flachdübel nehmen. Ich nehme die Dominos bei Korpusverbindungen sehr gerne, weil ich im Wechsel immer einen Domino und eine Schraube (Pocket Hole) setze. Da kann ich vor allem Randnah beides unterbringen.

          Inzwischen sehe ich es aber wie du, für schmale Werkstücke Dominos, für breitere und Plattenbau Flachdübel.

          Gruß

          Heiko

  5. Hallo Heiko!

    Ich habe keinen Kommentar, sondern eine Frage!
    Du schleifst Deine Werkstücke mit einem festool Rotationsschleifer. Mich würde interessieren, wie gut die Absaugung funktioniert! Bisher schleife ich immer draußen, da sonst meine ganze Werkstatt eingestaubt wird. Meine Werkstatt ist noch viel kleiner als Deine und da ist der Staub ein „starker“ Feind :-))

    VG
    Gregor

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      wie gut die Absaugung ist, hängt auch mit dem verwendeten Sauger zusammen, daher kann ich nur die Kombination Rotex im Zusammenspiel mit dem CTM36 beurteilen. Da ist die Absaugung sehr gut. Lediglich beim Schleifen im Grobschliffmodus, mit grobem Schleifpapier geht ein bisschen was daneben.

      Gruß

      Heiko

  6. Michael Hild sagt:

    Hallo Heiko,

    das Regal ist gut geworden. Vorallem die Konstruktion der Türen. Irgendwann muß ich auch mal was mit Hirnleisten bauen.

    Grüße

    Michael

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