Schreibtisch und Rollcontainer aus Buche

Inhalt:

Teil 1 – Planung und erste Arbeitsschritte
Teil 2 – Gehrungsschnitte an den Tischfüßen
Teil 3 – Verleimen der Tischfüße
Teil 4 – Hintere Quertraverse und Verbindung Füße – Tischplatte
Teil 5 – Der Tastaturauszug
Teil 6 – Der fertige Schreibtisch
Teil 7 – Der Rollcontainer

Schreibtisch aus Buche - Gesamtansicht

Entwurf des Schreibtisches

Bei diesem Schreibtisch aus Buche handelt es sich um einen Kundenauftrag. Die Gestaltung ist hierbei dem Zweck untergeordnet, schnörkellos und einfach gehalten. Da der Schreibtisch komplett aus Massivholz hergestellt wird, ist natürlich das Schwinden und Quellen des Holzes zu berücksichtigen. Vor allem bei der Verbindung zwischen Untergestell und Platte. Zum Schreibtisch wird es auch noch einen Rollcontainer geben, ebenfalls aus massiver Buche. Den Bau des Containers werde ich gesondert dokumentieren.  Das Holz für den Schreibtisch ist nicht von mir ausgehobelt-, sondern ist in Form von Leimholzplatten gekauft worden. Natürlich mit durchgehenden Lamellen.

Zur Konstruktion:

Schreibtisch aus Buche-Tischbein

Die Tischbeine sind innen hohl

Die Tischbeine sind innen hohl, werden also aus vier Teilen auf Gehrung verleimt. Bei dickeren Tischbeinen erspart das sehr viel Material. In diesem Fall ist die Materialersparnis nur gering, da der Querschnitt lediglich 55 x 55mm beträgt. Der Hohlraum ist also bei einer Materialstärke von 20mm gerade einmal 15 x 15mm. Eigentlich geht es bei dieser Bauweise darum, dass die Tischbeine gerade bleiben, keine Risse bekommen und die Verbindung der Beine mit den Querstreben nicht nur verleimt, sondern auch verschraubt werden kann. Ich habe diese Bauweise auch bei einem Esstisch angewendet und die Vorteile der Konstruktion zu schätzen gelernt. Ich beziehe die hohlen Tischbeine auch bei der Verbindung zwischen Tischplatte und Tischgestell mit ein, das wird später noch genauer beschrieben.

Schreibtisch aus Buche -  Ansicht Schreibtisch

Ansicht mit Beistelltisch und Tastaturauszug

Der Schreibtisch selbst besteht eigentlich aus zwei Tischen. Dem eigentlichen Schreibtisch mit einer Länge von 1550mm und einem „Beistelltisch“ mit 650mm Länge. Dieser kleine Tisch bekommt nur einen Tischfuss, nicht zwei. Er wird mit dem eigentlichen Schreibtisch verbunden. So kann er bei Bedarf weggenommen werden, der Schreibtisch kann auch in L-Form gestellt werden und bleibt so recht flexibel. Unter der Tischplatte wird es einen Tastaturauszug geben, der in diesem Entwurf nur Skizziert ist. In der Realität wird dieser noch Seitenteile haben und mittels Vollauszügen geführt werden.

Damit der eigentliche Schreibtisch stabil steht, bekommt er hinten eine ca. 300mm hohe Quertraverse, ähnlich einer Rückwand. Hinter dieser verschwinden auch die Kabel. Die Verbindung zwischen Traverse und Tischbeinen wird mittels Gratnut und Gratfeder realisiert werden. Weitere Details zur Konstruktion werden im Verlauf der Dokumentation erläutert.

Die ersten Arbeitsschritte:

 

Schreibtisch aus Buche - Gehrungen verleimen

Gehrungen mit Klebeband verleimen

 

Begonnen hat der Bau des Schreibtisches mit dem Zuschnitt der Einzelteile für die Tischfüsse. Diese wurden aus einer Leimholzplatte herausgeschnitten. Die Einzelteile sind 800mm lang und 60mm breit. An jeweils eine der Längskanten wurde eine Gehrung geschnitten. Im Anschluss wurden jeweils zwei dieser Teile miteinander verleimt. Ohne Schraubzwingen, nur mit Klebeband. Insgesamt waren es 33 Einzelteile, die für die drei Tischfüsse verleimt wurden. Leider ging mit beim Verleimen das PE-Schutzband aus (Mehr z diesem Band erfahren Sie hier: Das richtige Klebeband) So musste ich einige der Teile mit normalen Packband verleimen. Der beim Verleimen verwendete PU-Leim drückte sich bis zum Klebeband durch, haftete auf diesem und musste inklusive Klebeband mühsam entfernt werden. Beim PE-Schutzband passierte dies nicht. Dort hat sich der Lein nicht hinter das Klebeband gedrückt und es musste kein Leim entfernt werden.Ich muss mir dringen deinen größeren Vorrat PE-Schutzband anlegen.

Schreibtisch aus Buch - Packband mit PU-Leim

Packband mit PU-Leim verklebt

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19 Antworten zu Schreibtisch und Rollcontainer aus Buche

  1. Frank sagt:

    Hallo Heiko,

    danke erst mal für deine vielen Videos. Konnte durch deine Hilfe schon viel lernen. Was ich nicht finden konnte, wäre auch meine Frage. Meinst du ich kann die Gehrungen der Tischbeine auch mit einer Tauchsäge mit Schiene herstellen oder wird das nichts genaues? Ich hab eine TS 55 und einen MFT 3. Ich würde die Schiene auf mehrere Leisten legen. Habe aber so meine bedenken ob das alles hält und die Gehrung brauchbar wird.

    Allerbesten Dank noch einmal. 🙂 Weiter so 🙂

    VG Frank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Frank,

      mit viel Mühe und einigen Probeschnitten wird das mit Sicherheit gehen. Lass die Teile länger, schneid zuerst die Gehrungen bis sie genau passen und erst dann schneidest du die Teile auf die fertige Länge.

      Gruß

      Heiko

      • Frank sagt:

        Hallo Heiko,

        danke für den Tipp. 🙂 Hatte schon überlegt mit das CMS Set für die TS 55 zu kaufen. Nur leider läuft das wohl nicht mit meinem Midi Sauger. Es gibt wohl nur für die großen Modelle Schlauchweichen für die Absaugung.

        VG

  2. Uli sagt:

    Hallo,

    mit welchem Radius hast Du die Tischplatte und die Beine abgerundet?

    Danke und beste Grüße,
    Uli

  3. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für die schnelle Antwort.
    Würth ist Ok nur leider kann man da nur als Gewerbetreibender einkaufen.
    Hast du evtl. noch ne alternative Bezugsquelle.

    Danke und Gruß

    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      es gibt jede Menge Beschlaghändler. einfach mal das Internet befragen. Gut zu bekommen sind Beschläge von Blum und Hettich.

      Gruß

      Heiko

  4. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    woher hast du die Vollauszüge. Würde diese für Schubladen brauchen.
    Im Internet find ich nicht so das richtige aber die sind gut.

    Danke für die Antwort und das Video.

    Gruß Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      bei diesem Möbel waren die Beschläge von Würth.

      Gruß

      Heiko

  5. Thomas Götz sagt:

    Hallo Heiko,
    erstmal super Projekt, und gut erklärt bis auf „Einhängeklötze auf Zug gefertigt“, mit den „auf Zug gefertigt“ kann ich leider nichts anfangen. Und welche vorteile hat es die Füße nicht massiv zu machen, ist doch ein gewaltiger Mehraufwand.

    Vielleicht sieht man sie am Samstag in Nürnberg

    Gruß Thomas Götz

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      der Vorteil der nicht massiven Füsse ist der, dass man die Konstruktion mit den Einhängeklötzen realiseiren kann. Wäre das Gestell massiv, würde das nicht funktionieren. Außerdem bleiben die Füsse so formstabil, bekommen keine Risse und können au Plattenmaterial gefertigt werden.

      Mit „auf Zug gefertigt“ ist gemeint, dass die Klötze so gefertigt sind, dass sie beim Aufschieben der Fussgestelle, diese an die Platte ziehen, also eine Art Keilwirkung haben.

      Gruß

      Heiko

  6. roger sagt:

    Hallo Heiko
    Wie hoch sind deine niederen Werkstattböcke.
    Danke für deine Antwort.
    Gruss Roger

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roger,

      die Böcke haben eine Höhe von 90cm.

      Gruß

      Heiko

      • roger sagt:

        Hallo Heiko
        Da haben wir uns leider missverstanden. Ich meinte die wirklich niederen wo du deine Holzresten darauf gelagert hattest. Entschuldige meine unpräzise Frage.
        Gruss Roger

  7. Gast sagt:

    Von welch er Firma ist der rote Winkel, den du in dem Video benutzt?

  8. franz sagt:

    hallo heiko weißt du ob es zum handbandschleifer makita 9404 auch so eine stationäreinrichtung gibt? danke im vorraus ! ps. du hast super videos bin selbst tischler und habe mir schon so manche anregungen aus deinen videos geholt! viele grüsse aus österreich franz und weiter so

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      das kann ich dir so auch nicht sagen. Am besten fragst du mal deinen Händler, der sollte das wissen und kann dir dann auch glich den Preis nennen.

      Gruß

      Heiko

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