Schreibtisch und Rollcontainer aus Buche

Schreibtisch aus Buche -Hobeln der Traverse

Hobeln der Traverse

Nachdem nun die drei Tischfüße komplett fertig sind, besteht der nächste Schritt darin, die hintere Quertraverse mit zweien der Tischfüße zu verbinden. Da die Quertraverse 250mm hoch ist, muss hier das Arbeiten des Holzes berücksichtigt werden. Daher wird die Verbindung zwischen Tischfüßen und Traverse mittels Gratnut/ Gratfeder realisiert.  Da mein Holzhändler leider gerade keine Leimolzplatte in passender Länge hatte, fertigte ich die 250mm breite Platte aus vorgehobelter Buche (Pollmeiner Buche) schnell selbst. Die beiden zu verleimenden Bretter wurden vorgehobelt, gefügt und nach dem Verleimen noch von jeder Seite einmal mit der Dickenhobelmaschine plan und glatt gehobelt.

Schreibtisch aus Buche- Gratnut fräsen

Gratnut fräsen

Die Gratnut in den beiden Tischfüßen, sowie die Gratfeder an der Traverse habe ich am Frästisch (Festool CMS mit OF 1400) erstellt. Beide Arbeitsgänge konnte ich mit dem gleichen Fräser erledigen. Das Vorfräsen der Gratnut mit einem geraden Nutfräser war nicht notwendig. Ich habe die Gratnut in einem Fräsgang in die Tischfüße gefräst. Ein Stoppklotz am Anschlag stellt sicher, dass die Nut nicht zu weit gefräst wird.  Das Fräsen der Gratfeder war nicht ganz so einfach, da die Traverse, an welche die Feder angefräst werden musste aufrecht stehend  auf dem Frästisch bearbeitet werden musste. Bei einem ca. 1,5m langen Bauteil nicht ganz ohne, aber machbar.

Schreibtisch aus Buche - Gratfeder an der Traverse

Gratverbindung an der Traverse

Die Enden der Gratfeder wurden mit Japansäge und Stemmeisen abgesetzt, so dass die eingesetzte Traverse mit der Oberkante der Tischfüße bündig abschließt und von der eigentlichen Verbindung später nichts mehr zu sehen sein wird. Bei der endgültigen Montage wird die Traverse am oberen Ende auf einer Länge von ca. 30-40mm fest mit den Tischfüssen verleimt. Dadurch kann die Traverse nicht verrutschen, aber dennoch frei arbeiten.

 

Ein Konstruktionsdetail, über dessen genaue Umsetzung ich lange nachgedacht habe, war die Verbindung der Arbeitsplatte mit dem Tischgestell. Sie sollte unsichtbar sein, nicht verschraubt und der Schreibtischplatte das Arbeiten erlauben. Die Lösung für dieses Problem sieht wie folgt aus:

Schreibtisch aus Buche -Einhängeleisten

Einhänge "beschlag"

Auf der Platte sind Haken aus Holz befestigt. In die oben offenen Tischfüße werden Leisten geleimt, in welche die Haken greifen. Das alles mit ausreichend Luft. So halten die Tischfüße die Platte gerade. Da die Einhängeklötze auf Zug gefertigt sind, kann die Platte nicht einfach so verrutschen. Wenn man hierbei genau arbeitet, entsteht eine stabile und vor allem unsichtbare Verbindung zwischen Platte und Gestell. Ich bin mit dieser Lösung sehr zufrieden.

Die Verbindung zwischen der Platte des Beistelltisches und dessen Tischfuß ist genauso realisiert. Bei diesem kleinen Tisch ist jedoch keine Traverse notwendig. Die beiden Tische werden später durch eine Leiste unter dem Stoß der beiden Platten miteinander verbunden.

Und so sieht der Tisch nach dem Schleifen und Ölen aus:

Schreibtisch aus Buche- zusammengesteckter Tisch

Zusammengesteckter Tisch nach dem Ölen

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19 Antworten zu Schreibtisch und Rollcontainer aus Buche

  1. Frank sagt:

    Hallo Heiko,

    danke erst mal für deine vielen Videos. Konnte durch deine Hilfe schon viel lernen. Was ich nicht finden konnte, wäre auch meine Frage. Meinst du ich kann die Gehrungen der Tischbeine auch mit einer Tauchsäge mit Schiene herstellen oder wird das nichts genaues? Ich hab eine TS 55 und einen MFT 3. Ich würde die Schiene auf mehrere Leisten legen. Habe aber so meine bedenken ob das alles hält und die Gehrung brauchbar wird.

    Allerbesten Dank noch einmal. 🙂 Weiter so 🙂

    VG Frank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Frank,

      mit viel Mühe und einigen Probeschnitten wird das mit Sicherheit gehen. Lass die Teile länger, schneid zuerst die Gehrungen bis sie genau passen und erst dann schneidest du die Teile auf die fertige Länge.

      Gruß

      Heiko

      • Frank sagt:

        Hallo Heiko,

        danke für den Tipp. 🙂 Hatte schon überlegt mit das CMS Set für die TS 55 zu kaufen. Nur leider läuft das wohl nicht mit meinem Midi Sauger. Es gibt wohl nur für die großen Modelle Schlauchweichen für die Absaugung.

        VG

  2. Uli sagt:

    Hallo,

    mit welchem Radius hast Du die Tischplatte und die Beine abgerundet?

    Danke und beste Grüße,
    Uli

  3. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für die schnelle Antwort.
    Würth ist Ok nur leider kann man da nur als Gewerbetreibender einkaufen.
    Hast du evtl. noch ne alternative Bezugsquelle.

    Danke und Gruß

    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      es gibt jede Menge Beschlaghändler. einfach mal das Internet befragen. Gut zu bekommen sind Beschläge von Blum und Hettich.

      Gruß

      Heiko

  4. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,

    woher hast du die Vollauszüge. Würde diese für Schubladen brauchen.
    Im Internet find ich nicht so das richtige aber die sind gut.

    Danke für die Antwort und das Video.

    Gruß Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      bei diesem Möbel waren die Beschläge von Würth.

      Gruß

      Heiko

  5. Thomas Götz sagt:

    Hallo Heiko,
    erstmal super Projekt, und gut erklärt bis auf „Einhängeklötze auf Zug gefertigt“, mit den „auf Zug gefertigt“ kann ich leider nichts anfangen. Und welche vorteile hat es die Füße nicht massiv zu machen, ist doch ein gewaltiger Mehraufwand.

    Vielleicht sieht man sie am Samstag in Nürnberg

    Gruß Thomas Götz

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      der Vorteil der nicht massiven Füsse ist der, dass man die Konstruktion mit den Einhängeklötzen realiseiren kann. Wäre das Gestell massiv, würde das nicht funktionieren. Außerdem bleiben die Füsse so formstabil, bekommen keine Risse und können au Plattenmaterial gefertigt werden.

      Mit „auf Zug gefertigt“ ist gemeint, dass die Klötze so gefertigt sind, dass sie beim Aufschieben der Fussgestelle, diese an die Platte ziehen, also eine Art Keilwirkung haben.

      Gruß

      Heiko

  6. roger sagt:

    Hallo Heiko
    Wie hoch sind deine niederen Werkstattböcke.
    Danke für deine Antwort.
    Gruss Roger

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roger,

      die Böcke haben eine Höhe von 90cm.

      Gruß

      Heiko

      • roger sagt:

        Hallo Heiko
        Da haben wir uns leider missverstanden. Ich meinte die wirklich niederen wo du deine Holzresten darauf gelagert hattest. Entschuldige meine unpräzise Frage.
        Gruss Roger

  7. Gast sagt:

    Von welch er Firma ist der rote Winkel, den du in dem Video benutzt?

  8. franz sagt:

    hallo heiko weißt du ob es zum handbandschleifer makita 9404 auch so eine stationäreinrichtung gibt? danke im vorraus ! ps. du hast super videos bin selbst tischler und habe mir schon so manche anregungen aus deinen videos geholt! viele grüsse aus österreich franz und weiter so

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      das kann ich dir so auch nicht sagen. Am besten fragst du mal deinen Händler, der sollte das wissen und kann dir dann auch glich den Preis nennen.

      Gruß

      Heiko

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