Veritas Nuthobel

Allgemeines

Kleiner Nuthobel von Veritas - Seitenansicht

Kleiner Nuthobel von Veritas

Braucht man in Zeiten von Oberfräsen und Tischkreissägen einen Nuthobel? Wer nur mit Handwerkzeugen arbeitet, wird diese Frage natürlich bejahen. Wer nur mit Maschinen arbeitet, wird sicherlich erst einmal mit einem „Nein“ antworten. Beschäftigt man sich aber einmal näher mit diesem Werkzeug und sieht es einmal in Aktion, so wird man auch als Maschinenanwender nicht umhin kommen bei diesem Handwerkzeug einige Vorteile gegenüber einer Oberfräse zu sehen.

Der erste Vorteil ist schon einmal, dass ein Nuthobel viel leiser arbeitet, als eine Maschine. Natürlich arbeitet ein Hobel auch staubfrei. Er ist ungefährlicher als eine Oberfräse und bei einer falschen Einstellung ist die Gefahr ein Werkstück komplett zu ruinieren geringer, als beim Maschineneinsatz. Der in meinen Augen größte Vorteil ist jedoch, dass ein Nuthobel schneller einsatzbereit ist, als eine Maschine. Im Laufe des Artikels werde ich hierauf noch näher eingehen.

Es geht in diesem Artikel um den Veritas Nuthobel. Offiziell heißt er kleiner Nuthobel. Allerdings gibt es derzeit keinen weiteren- und somit auch keinen großen Nuthobel von Veritas. Daher verwende ich im Folgenden einfach die Bezeichnung „Nuthobel“. diesen Hobel gibt es in einer linken und einer rechten Ausführung. Dies hat  den Vorteil, dass Links- und Rechtshänder den passenden Hobel kaufen können.  Wenn man beide Modelle in der Werkstatt hat, bietet dies darüber hinaus auch den Vorteil, dass man je nach Faserverlauf den am besten geeigneten Hobel verwenden kann. Denn je nach Faserverlauf hobelt man ansonsten gegen die Aufsteigende Faser und es kommt zu Ausrissen. Bei einer Nut ist dies jedoch meist vernachlässigbar. Bei dem hier gezeigten Hobel handelt es sich um ein rechtes Modell.

Ein kleiner Überblick über den Veritas Nuthobel

Kleiner Nuthobel von Veritas - Ansicht von vorne

Ansicht von vorne

Der Veritas Nuthobel wirkt auf den ersten Blick fast schon zierlich. Das liegt in erster Linie am kompakt gehaltenen Hobelkörper, der seiner Funktion entsprechend sehr schmal sein muss. Schließlich muss dessen unterer Teil ja in die schmalst mögliche Nut von 3,175mm (1/8 Inch) passen.

Damit eine Nut, parallel zu einer vorhandenen Brettkante überhaupt angehobelt werden kann, benötigt ein Nuthobel einen Anschlag. Dieser ist beim Veritas Nuthobel doppelt geführt und doppelt geklemmt. Der Anschlag ist durch diese Konstruktion sehr stabil.

Im Lieferumfang ist ein Hobeleisen mit einer Breite von 6,35mm (1/4 Inch) enthalten.

Vor dem ersten Einsatz

Bevor der Hobel das erste mal benutzt wird, muss der Werksseitige Rostschutz entfernt werden. Des geschieht am einfachsten mit Kamelienöl. Es löst den doch etwas klebrigen Rostschutz und man hat gleichzeitig einen neuen Rostschutz, der das Arbeiten nicht beeinträchtigt aufgetragen. Das Hobeleisen ist gewohnt gut verarbeitet und ist bereits relativ scharf. Das Eisen sollte jedoch noch einmal abgezogen werden. Das Anziehen einer kleinen Mikrofase ist hierbei vollkommen ausreichend. Mehr muss man an diesem Werkzeug vor dem ersten Einsatz nicht tun.

Einstellen des Hobels

Die Nutbreite wird durch das verwendete Hobeleisen bestimmt. Daher wird als erstes das richtige Eisen eingesetzt. Hierzu löst man die Klappe, sowie die Sicherungsschraube, entnimmt das eingebaute Eisen und setzt ein neues Eisen ein. Da mit der Zeit die verwendeten Hobeleisen durch unterschiedliches Nachschärfen auch unterschiedlich lang werden, sollte man die Einstellung der Spandicke nach jedem Messerwechsel prüfen und bei Bedarf durch lösen der Klappe und Verstellen der Zustellung per Rändelschraube korrigieren. Die Verstellung der Spandicke, hat für einen Veritas Hobel ungewöhnlich viel Nullhub (Spiel in der Führung), funktioniert aber, wenn sie greift sehr gut und reagiert feinfühlig.

Kleiner Nuthobel von Veritas - Tiefeneinstellung

Die Einstellung für die Nuttiefe

Ist das passende Hobeleisen montiert, wird die Nuttiefe eingestellt. Am einfachsten geht dies mit einem Kombinationswinkel. Die erforderliche Nuttiefe wird am Winkel eingestellt, der Winkel wird an die Hobelsohle angelegt und man schiebt den Tiefenanschlag einfach bis an die Winkelzunge heran. Der Tiefenanschlag wird noch arretiert und die Einstellung ist fertig. Auf dem nebenstehenden Bild sieht man sehr schön die Feine Riffelung des Tiefenanschlages. Diese Riffelung verhindert zuverlässig, dass sich die Tiefeneinstellung während der Arbeit mit dem Nuthobel verstellt.

Für die Einstellung des Anschlages gibt es unterschiedliche Methoden. Eine ist, das Maß einfach mit einem Zollstock oder einem Lineal einzustellen. Eine Andere Möglichkeit ist, sich die Nutposition auf dem Werkstück zu markieren, den Hobel mit dem Eisen auf die Position zu setzen und den Anschlag einfach an die Werkstückkante zu schieben und zu arretieren.

Kleiner Nuthobel von Veritas - Klemmung des Anschlages

Klemmung des Anschlages

Die Klemmung des Anschlages funktioniert ähnlich wie die Spannzange einer Oberfräse. Eine eingeschlitzte Gewindemuffe wird durch das Anziehen einer Überwurfmutter gleichmäßig um den Führungsstab des Anschlages herum zusammengedrückt. die Klemmung erfolgt somit ohne dass die Gefahr besteht, dass sich der Anschlag hierbei verstellt.

Dieses einfache Einstellen ist einer der größten Vorteile des Nuthobels gegenüber einer Oberfräse. Es geht viel schneller und der Einsatz des Nuthobels lohnt sich besonders dann, wenn nur wenige Nuten zu machen sind.

Die Arbeit mit einem Nuthobel

Das Arbeiten mit einem Nuthobel ist sehr einfach. Das Werkstück muss so eingespannt werden, dass es nicht verrutschen- und der Hobel frei geführt werden kann.  Dann beginnt man am Ende des Brettes mit dem Hobeln der Nut und arbeitet sich mit jedem Hobelstrich ca. 20cm weiter nach hinten, bis man schließlich auf der ganzen Länge hobelt. Dies ist im Video gut zu sehen und viel schwieriger zu beschreiben, als auszuführen.

Kleiner Nuthobel von Veritas - Handhaltung

Die richtige Handhaltung

Wenn man das erste mal mit dem Veritas Nuthobel arbeitet ist man versucht, ihn wie einen Bankhobel zu führen. Man drückt mit dem hinteren Griff nicht nur nach vorne, sondern auch nach unten. Diese Vorgehensweise erschwert jedoch das Arbeiten. Der Nuthobel lässt sich besser führen, wenn man am hinteren Griff nur nach vorne schiebt, ohne nach hinten zu drücken. Die andere Hand liegt auf dem Anschlag auf und gibt Druck zur Brettkante und nach unten.

Video:

Dieses Video zeigt wie schnell der Nuthobel eingestellt ist und wie er bei einer einfachen Nut in Maserrichtung angewendet wird.

Ein Nuthobel ist dafür gemacht dicke Späne abzuheben. Das funktioniert in der Regel auch gut. Das Eisen sollte daher nicht zu zaghaft eingestellt werden. Es kann allerdings ratsam sein, besonders bei schwierigem Holz erst einmal mit einer geringen Spanabnahme ca. 1mm tief zu hobeln und erst dann auf eine stärkere Spanabnahme umzustellen. Das verhindert unschöne Ausrisse. Schließlich verfügt der Veritas Nuthobel nicht über Vorschneider, welche Ausrisse komplett verhindern würden. Eine Methode, die sehr sicher vor unerwünschten Ausrissen schützt stelle ich im Abschnitt „Quer zur Faser“ vor.

Wenn man die eingestellte Nuttiefe erreicht hat, nimmt der Nuthobel keinen weiteren Span mehr ab, da die Tiefeneinstellung effektiv verhindert, dass der Hobel sich weiter als gewollt ins Holz arbeiten kann. Die Tiefeneinstellung ist abgerundet, hinterlässt keine Spuren in der Holzoberfläche und verstellt sich nicht.

Auch für Fälze geeignet

Kleiner Nuthobel von Veritas - Falzeinstellung

Einstellung zum Hobeln von Fälzen

Mal schnell einen Falz hobeln, das geht auch mit dem kleinen Nuthobel von Veritas. Der Anschlag hat eine Aussparung, die es erlaubt, diesen über die Messerkante hinaus nach innen zu verschieben. Das ermöglicht das Hobeln von Fälzen mit dem Nuthobel. Das Falzmaß wird hierbei durch die Messerbreite limitiert. Da die Aussparung im Anschlag nur wenige Millimeter Tief ist, muss zum Fälzen ein Messer montiert werden, das zum Falzmaß und der Aussparungstiefe passend ist. So beträgt die kleinste Falzbreite bei einem 8mm breiten Eisen beispielsweise ca. 5mm. Fälze die breiter sein sollen, als das breiteste, zur Verfügung stehende Eisen, müssen in mehreren, versetzten Arbeitsgängen hergestellt werden. Das ist recht mühsam und wer oft Fälze hobeln möchte, sollte zu einem richtigen Falzhobel greifen.

Quer zur Faser

Der Veritas Nuthobel hat keine Vorschneider. Das bedeutet, dass man nicht ohne weiteres Quer zur Faser damit arbeiten kann. Es würden sehr starke Ausrisse entstehen. Dies kann man verhindern, indem man die Nut vorritzt. Sehr einfach geht dies mit einem schneidenden Streichmaß. Am besten sogar mit zwei Streichmaßen, da beide Nutseiten vorgeritzt werden müssen. Natürlich können Sie auch mit Lineal und Messer arbeiten, das dauert dann nur ein wenig länger.  Das Vorritzen muss man einige Male wiederholen, bis eine Nutttiefe von ca. 1-2mm (je nach Holzart) erreicht ist.

Video:

Hier ist leider kein Video mehr zu sehen!

Produktvorstellungen auf Youtube sind inzwischen rechtlich gesehen nicht mehr unproblematisch. Um mich vor Abmahnungen und Bußgeldforderungen zu schützen habe ich dieses Video entfernt. 

Fazit:

Der kleine Nuthobel von Veritas ist bei der Herstellung von Nuten in Massivholz eine echte Alternative zur Oberfräse. Er ist leise, produziert keinen Staub und bei wenigen zu erstellenden Nuten ist man damit sogar schneller, als mit der Oberfräse. Wer ohne Maschinen arbeitet, dem bietet der kleine Nuthobel eine gute Alternative zur hölzernen Variante oder zu gebrauchten Hobeln anderer Hersteller.

Die Verarbeitung ist gewohnt gut. Lediglich das große Spiel der Eiseneinstellung passt nicht ganz ins Bild. Da sich diese aber nicht auf das Arbeitsergebnis auswirkt, ist dies nur ein kleiner Mangel am ansonsten gut durchdachten Nuthobel von Veritas.

Die kleinen Details, wie zum Beispiel der rutschfeste Tiefenanschlag und die sehr gut gelöste Klemmung des Parallelanschlages sind typisch für den Hersteller aus Kanada und machen dessen Werkzeuge mit aus.

Erwähnenswert ist auch, dass Veritas seinen Werkzeugen eine aussagekräftige Bedienungsanleitung beilegt. Dort sind alle Funktionen erklärt und auch die Schärf und Schnittwinkel sind aufgeführt.

14 Kommentare zu Veritas Nuthobel

  1. Wolfgang sagt:

    Hallo Heiko,

    ein sehr guter Artikel über ein interessantes Werkzeug.

    Veritas schreibt, dass man damit max. 1/2″ tiefe Nuten hobeln kann.
    Kann man auch noch tiefere Nuten Hobeln (wenn ja, wie viel?) wenn man den Tiefenanschlag entfernt?

    Grüße
    Wolfgang

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Wolfgang,

      tiefere Nuten funktionieren mit diesem Hobel nicht. Es hilft auch nichts, den Tiefenanschlag zu entfernen, da der Hobelkörper dann auf dem WErkstück aufsetzen würde.

      Gruß

      Heiko

  2. Hallo Ralf,
    Hallo Heiko,

    erst einmal muß ich mich bei euch entschuldigen, dass ich so spät auf eure Kommentare antworten. Wir waren sehr mit der Umsetzung unserer neuen Homepage beschäftigt.
    Außerdem möchte ich mich bei dir Heiko bedanken, dass du so schnell reagiert und geantwortet hast.
    Bei uns sind Privatkunden genauso gerne gesehen, wie Gewerbekunden und wir verkaufen auch alle Produkte die wir im Sortiment haben an Privatkunden.
    Du kannst uns also gerne telefonisch, per eMail, Fax oder auch persönlich im stationären Handel ansprechen. Wir stehen dir gerne beratend zur Seite!

    Grüße
    Daniel Pützstück

  3. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    wenn ich durchgehende Lamellen habe ist die Nut/Fase in einer Lamelle. Logisch, war mir aber nicht so bewußt. Danke für die einfache aber erleuchtende Erkenntnis. Muss noch einen Stapel keilgezinkter
    Ahorn Platten verbauen, danach nur noch „echtes“ Holz, Ehrenwort. Es geht halt nicht nur um Optik.

    Habe das schöne Buch von Tolpin auch. Nur mit der richtigen Holzauswahl da hat der Amerikaner gut reden. In USA kann man ja offenbar an jeder Ecke Schnittholz kaufen und sich die Bohlen noch einzeln raus suchen, das ist hier anders. Für Dich sieht das aber hier bestimmt auch noch recht gut aus, Du bist zwar kein Großabnehmeer aber gewerbetreibend und in der Ecke ja sicher fast so bekant wie der Beck. Ein Leyendecker wird sich nicht trauen Dir garkein oder schlechtes Holz zu verkaufen.

    Für einen privaten Kleinabnehmer wie mich sieht das mau aus, ich habe jedenfalls noch keine Adresse für Schnittholz o.ä. gefunden. Schau mal auf die Seite beim Leyendecker, beim Schnittholz gibt es nicht einmal einen Kontakt für Privatkunden. Erschwerend dazu dass man den Kleinkunden garnicht haben will kommt ja noch dass ich von Holzgüte keine Ahnung habe, die würde ich gerne kriegen.

    Im Woodworking Forum habe ich eine Liste mit Holzanbietern für Privat gefunden, hoffe damit weiter zu kommen.

    Gruß Ralf.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      die Firma Leyendecker verkauft auch an Privatkunden, auch kleine Mengen. Vom Lieferumkreis her könnte es bei dir noch passen, dann kommen allerdings Frachtkosten dazu. Ich würde dir empfehlen einfach mal anzurufen. Lass dich mit dem Lager direkt verbinden und erkläre dem Mitarbeiter genau was du haben möchtest. In der Regel klappt das.

      Gruß

      Heiko

  4. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    die Oberfräse und ich wir werden keine Freunde. Daher interessiert mich dieser Hobel. Natürlich muss er sich auch möglichst oft einsetzen lassen. Dazu habe ich zwei Fragen.

    1) Ich verbinde mit der Domino. Die mit der Oberfräse erstellten Nuten in den Türrahmen machen ich daher nicht durchgängig. Genutet wird da wo Füllungen sind, wo die Querrahmen geleimt werden nicht. Da brauche ich ja das Material für die Dominos. Mit dem Nuthobel muss ich durchgängig nuten, da haben die Dominos dann keinen Halt mehr. Hast Du eine Idee wie ich das machen könnte? Ich könnte vielleicht die Querstreben mit einer Feder versehen und in die Nuten leimen. Aber eigentlich würde ich gerne bei meiner Domino Methode bleiben.

    2) Ich werde da nicht so ganz schlau aus dem Text bzw. Video. Kann man mit dem Nuthobel saubere und winklige kleinere Fälze (sagen wir bis 10mm breit) hobeln? Oder ist das nur eine Notlösung? Wenn es geht würde ich die Anschaffungskosten für den Falzhobel gern vermeiden.

    Gruß Ralf.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      du kannst einfach durchnuten und die Querstücke mit einem Zapfen versehen, der die Nut verschließt. Bei kleinen Rahmen reicht das schon als Eckverbindung aus. Du kannst in diese Verbindung dann auch noch einen Domino setzen.

      Was das Fälzen angeht, das funktioniert längs zur Maserung recht gut und mit Umbausatz sind auch breitere Fälze möglich.

      Gruß

      Heiko

      • Ralf sagt:

        Hallo Heiko,

        ist der Nuthobel auch für Fälze in Leimholz geeignet?

        Er hat keinen Spanbrecher, festen Schnittwinkel, überhaupt kein Hobelmaul und wenn ich nur die RH Version habe hobel ich ja mitunter auch noch gegen die Faser. Ich habe mich des Öfteren schon gefragt wie das gehen kann? Die sonst so wichtigen und zelebrierten Gesetzmäßigkeiten scheinen für ihn nicht zu gelten.

        Gut, in Nuten sind Ausrisse ja nicht tragsich. Aber wie sieht das bei Fälzen und sichbaren Nuten aus, speziell in Leimholz. Ist das mit erträglichen Ausrissen machbar? Und kommt da Spass auf? Ein bisschen Nacharbeiten ist ja ok.

        Gruß Ralf

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Ralf,
          Leimholz ist ja am Ende nichts weiter als Massivholz. Bei kelgezinktem Holz hast du aber das Problem der wechselnden Faserrichtung. Da können natürlich Ausrisse entstehen. Bei einem Falz kannst du dann mit einem Simshobel nacharbeiten.

          Für Fälze ist der Veritas Falzhobel besser geeignet. Er arbeitet auch quer zur Faser recht sauber, was du beim Nuthobel vergessen kannst. Generell sind Falz und Nuthobel nicht dazu gedacht perfekte Flächen zu erzeugen. Dennoch macht das Nuten und Fälzen mit Handhobeln Spaß.

          Gruß

          Heiko

          • Ralf sagt:

            Hallo Heiko,

            Du schreibst dass bei keilgezinktem Leimholz man wechselnde Faserrichtung hat. Das ist wohl war, das lernt man beim Hobeln schnell. 😉

            Ist das etwa bei durchgehenden Lamellen anders, sind die alle so ausgerichtet dass sie mit der Faser hobelbar sind wie ein massives Brett?

            Kann mir das nicht wirklich vorstellen dass die Hersteller sich diese Mühe machen. Wenn ja hast Du mich vermutlich endgültig von den durchgehenden Lammelen überzeugt. 😉

            Gruß Ralf.

            • Heiko Rech sagt:

              Hallo Ralf,

              natürlich achten die Hersteller nicht zu 100% auf den optimalen Faserverlauf. Zum einbringen einer Nut oder eines Flazes spielt das aber auch keine Rolle. In der Regel sit ein Falz oder eine Nut ja in einer einzigen Lamelle. Genau wie beim selbst hergestellten Leimholz. Das Problem, dass der Faserverlauf aber mehrmal im Bereich der Nut oder eines Falzes wechselt hat man aber nur beim keilgezinkten Leimholz. Wenn du Leimholz selbst herstellst, oder Holz für dein Möbelstück selektierst, wird es dir nur schwer möglich sein, auch noch auf den optimalen Faserverlauf bei Nuten und Fälzen zu achten. Dieser Aspekt ist eher untergeordneter Natur. Daher auch die Option, Nut- und Falzhobel in einer rechten und linken Version zu haben. Ich persönlich halte das aber für übertrieben. Eine Variante je Hobel grenzt schon an Luxus. Bei fein eingestelltem Span und scharfem Hobeleisen erreicht man schon sehr gute Ergebnisse.

              Ich verweise bei solchen Problemstellungen auch sehr gerne auf einen Aspekt, den Jim Tolpin in seinem Buch „The New Traditional Woodworker“ bereits auf den ersten Seiten herausstellt: Wer mit Handwerkzeugen arbeitet, sollte sich das Holz auch entsprechend aussuchen. Das finde ich sehr wichtig. Wer also unbedingt mit keilgezinkem Holz arbeiten will, muss damit leben, dass die Ergebnisse nicht immer perfekt sind. Wer perfekte Ergebnisse will, muss das passende Holz verwenden.

              Gruß

              Heiko

  5. Karsten sagt:

    Hi,
    ich hatte mir auch vor einiger Zeit den Nuthobel gekauft, zumal er ja eine Alternative zu Ulmia darstellt. Aber auch bei mir ist das so, dass sich der Hobel verstellt. Kurz vorm erreichen des Ziel gemessen und trotzdem das Brett versaut. Veritas muß hier echt mal nachbessern. Werde ich denen auch nochmal bei Gelegenheit schreiben.
    Gruß,
    Karsten

  6. dr.rakete sagt:

    Hallo Heiko,

    achte doch bitte einmal darauf, ob sich bei deinem Nuthobel bei größerer Spandicke auch der Tiefenanschlag verstellt.
    Bei mir tut er das. Zuerst habe ich den Lack dieses kleinen Spannelements herunter geschliffen in der Hoffnung beim Spannen mehr Druck erzeugen zu können. Hat aber nichts gebracht.
    Ich habe mir jetzt mit kleinen Unterlegscheiben beholfen.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      bisher kontne ich das nicht feststellen und ich habe schon einige Nuten damit gemacht. Aber danke für den Tipp, ich werde das mal im Auge behalten.

      Gruß

      Heiko

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